metaphorik.de 01/2001

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”La mer souveraine de tout”. Zur Metaphorik des Meeres bei Pierre Loti und Guy de Maupassant

Olivier Michael Bollacher (dr.bollacher@akademie-schwerte.de)

Abstract

Guy de Maupassant und Pierre Loti haben in ihrem Werk vielfach das Meer als landschaftlichen Rahmen gewählt und die Stimmungen der See mit denen der Seele ihrer Protagonisten parallel gesetzt. In den Romanen und Erzählungen der beiden Schriftsteller finden sich zahlreiche analoge und ähnliche Bilder: Metalle und Mineralien dienen der farblichen Charakterisierung der See, das aufgewühlte Meer wird mit wilden Tieren verglichen, Weite, Tiefe und die regelmäßige Bewegung des Wassers im Spiel der Gezeiten rufen Gedanken an Geburt, Tod und Wiedergeburt hervor; das Meer wird als Mutter gesehen, als Ungeheuer, als Ort des Ursprungs allen Lebens. Entsprechende Metaphern sind in den Werken vieler nachgeborener wie älterer Autoren auszumachen, was durch die Auswahl einiger Zitate belegt wird.

Guy de Maupassant et Pierre Loti ont à plusieurs reprises choisi le paysage marin pour former le cadre naturel de leur œuvre et comparé les états de la mer aux états d’âme de leurs protagonistes. Dans les romans et nouvelles des deux écrivains, l’on trouve maintes images analogues ou similaires: les couleurs de différents métaux et de minéraux servent à caractériser celles de l’eau, la mer mouvementée ressemble à des bêtes sauvages, l’étendue, la profondeur et le va et vient régulier des marées évoque l’idée de la naissance, de la mort et de la renaissance. La mer est également décrite comme une mère ou comme un monstre, elle symbolise par ailleurs l’origine de toute existence. Des métaphores analogues se trouvent aussi dans l’œuvre de nombreux auteurs précédant ou succédant à Maupassant et Loti, comme le démontre un choix d’exemples littéraires.

The writers Guy de Maupassant and Pierre Loti have frequently chosen the sea and the ocean as a natural background for their work. Both, the sea and the ocean are in fact target domains which are highly structured via different types of metaphors used by the writers in their novels and short stories: Metals and minerals characterize metaphorically the sea; the water and its mouvements are compared with wild animals; the distance, the depth, and the regular mouvement of the ocean symbolise birth, death, and rebirth. The sea could also be metaphorically understood as a mother and even as a monster, besides its central meaning as the origin of all life. A representative selection of metaphors used by other writers will show that Loti and Maupassant did in fact use conventional metaphores which were already explored by their predecessors as well as by the following generation of french writers.


”[...] il n’est point de chose insensible qui ait été plus abondamment et plus naturellement personnifiée que la mer. On la dit bonne, mauvaise, perfide, capricieuse, triste, folle, ou furieuse ou clémente; on lui donne les contradictions, les sursauts, les sommeils d’un être vivant.”

Paul Valéry: Regard sur la mer[1]

1. Vorbemerkung

Das Meer zählt zu den wesentlichen Motiven im literarischen Werk des in Rochefort in Aquitanien geborenen Schriftstellers Pierre Loti alias Julien Viaud (1850-1923). Als Marineoffizier fuhr er jahrzehntelang zur See und gewann einen Blick für die unterschiedlichen Farben, Stimmungen und Düfte des salzigen Wassers, das er in nahezu sämtlichen Reiseberichten und Erzählungen beschrieben hat. Doch Loti sah in der See stets mehr als eine weite flüssige und bewegte Fläche, bereits als Kind wurde er durch sie in seiner Phantasie beflügelt, in seinen Texten belegte er das Meer mit zahlreichen menschlichen und tierischen Attributen, verglich es jedoch auch mit Metallen, Stoffen oder Pflanzen.

Ähnliches gilt für den im selben Jahr geborenen Guy de Maupassant (1850-1893), der an der normannischen Küste aufwuchs, auf dem Ärmelkanal und dem Mittelmeer als Segler unterwegs war und längere Zeit ein Haus an der Côte d’Azur und in Etretat bewohnte. In seinen Romanen und Novellen wird das Meer beschrieben und oft verwendet er dabei ähnliche Bilder wie Loti - oder vice versa.

Während Loti ein aufmerksamer Leser des umfangreichen Essays La mer des Historikers Jules Michelet war, der darin im Jahr 1861 die Beziehungen zwischen Mensch und Meer darstellte, folgte Maupassant auch in puncto Meeresbeschreibung vielfach seinem Vorbild Flaubert, dessen stilistisch noch romantisch zu nennendes Reisetagebuch Par les champs et par les grèves eine Wanderung entlang der bretonischen und normannischen Küste wiedergibt.

In der folgenden Studie sollen Metaphernfelder vorgestellt werden, die im Werk Maupassants und Lotis für die Beschreibung der See von Bedeutung sind: Beide Autoren verwenden ähnliche Bilder, evozieren Metalle und Mineralien, weisen dem bewegten Wasser tierische wie menschliche Attribute zu und sehen in der See gleichermaßen ein Symbol des Lebens wie des Todes, außerdem der Liebe und der Heimat. Dass sich in ihrem Werk zahlreiche Parallelen zu älteren und nachgeborenen Autoren ziehen lassen, belegen ausgesuchte Zitate diverser anderer Schrifsteller.

In seiner kulturwissenschaftlichen Studie Le territoire du vide (dt.: Meereslust. Das Abendland und die Entdeckung der Küste 1750-1840) zeichnet der Historiker Alain Corbin den Wandel in der Wahrnehmung des Meeresufers im Zeitalter der Aufklärung und der Romantik nach. Mein Anliegen ist es, im Rahmen einer größeren Arbeit das Meer im Spiegel der erzählenden französischen Literatur der Neuzeit, von der Frühromantik bis zur Gegenwart, darzustellen. Berücksichtigung finden auch literarische Reisejournale, Fahrtenberichte, Tagebücher und Prosaskizzen. Das Hauptaugenmerk gilt jenen Schriftstellern, in deren Werk die See oder das Meeresufer an zahlreichen Stellen den landschaftlichen Rahmen bilden. Dies ist von Chateaubriand über Pierre Loti bis zu Le Clézio bei einer Vielzahl von Autoren der Fall. Beim vorliegenden Aufsatz handelt es sich um eine erste ausformulierte Annäherung an das Thema. Im Fokus des Interesses steht hier ausschließlich die Metaphorik, Küstenlandschaft, Seefahrt oder das Schwimmen im Meer betreffend.

2.1. Das metallische und mineralische Meer

Um das je nach Wetterlage, Sonnenstand, Untergrund und Küstenbeschaffenheit wechselnde Aussehen der See zu beschreiben, verwenden Loti und Maupassant gehäuft Bilder, in denen Metalle oder Mineralien vorkommen.

In seinem letzten Reisebericht, der den Gewässern rings um Konstantinopel gewidmet ist, ergötzt sich Loti am Anblick des Bosporus, der in den sommerlichen Abendstunden wie ein ”tranquille miroir” oder wie eine ”grande nappe argentée” wirkt, und die ”eaux du détroit” erscheinen ihm wie ”une immense coulée d’étain pâle, qui se serait refroidie là sans une ride”, während der Mond ”une coulée de vermeil et d’argent” (feuervergoldetes Silber) auf das Wasser wirft und der Bosporus ”comme un tapis gris perle à grande paillettes de mica” (Glimmer) funkelt.[2]

In Lotis erstem Roman Aziyadé (1879) wirkt das Meer, in dem sich die Berglandschaft im Abendrot spiegelt, auf den Erzähler ”doré” im Glanz der Sonne, ”avec des teintes de braise ou de métal en fusion”, zugleich ”comme une glace”.[3] Die Hauptfigur des in der Südsee angesiedelten Romans Le mariage de Lot. Rarahu aus dem Jahr 1880 genießt ihrerseits den Blick auf ”l’immensité de la mer” und den ”Grand-Océan morne”, der dank des Sonnenlichts von ”pâles traînées d’argent” durchzogen wird.[4] Im Roman Mon frère Yves (1883) nimmt das Meer ”une certaine nuance bleu paon avec des reflets de métal chaud” an, um sich darauf in einen ”grand miroir phosphorescent” zu verwandeln”, und dort schimmert der Pazifik in einem Farbton, der ”bleu de lapis” genannt wird.[5]

In Maupassants Erzählung Le bonheur (1884) wird das Mittelmeer der französischen Riviera mit einer ”plaque de métal polie et démesurée” verglichen.[6] In Pierre et Jean erscheint dem Erzähler die unbewegte See ”comme une étoffe bleue, immense, luisante, aux reflets d’or et de feu”, an anderer Stelle statt golden ”d’un bleu d’argent sous le soleil”, silbergrau oder aber ”bleue moirée d’argent” und am Ende des Romans wird die See als ”froide et dure comme de l’acier” bezeichnet.[7]

Vor Loti und Maupassant spielt das Metallische und Mineralische bereits eine Rolle bei der Wiedergabe des Meeres in der französischen Literatur. Berauscht von der Seelandschaft zeigt sich schon der junge Flaubert in seinen Reisetagebüchern, in seinem ersten Reisebericht, Die Pyrenäen (1840), berichtet er von den ”mille nuances d’azur, d’or et d’émeraude” des Mittelmeeres und seiner in der Sonne glitzernden Fische.[8]

Beinahe zeitgleich vergleicht George Sand in ihrem Reisebericht Un hiver à Majorque, der 1842 erschien, die glatte und leuchtende See mit Silber und Edelstein:

”[...] la Méditerranée trace une bande d’argent vif aux confins de cette perspective éblouissante. A Majorque, je la vis enfin comme je l’avais rêvée, limpide et bleue comme le ciel, doucement ondulée comme une plaine de saphir [...].”[9]

In Alexandre Dumas’ Roman Le Comte de Monte-Cristo (1845/46) wiederum glänzt die See im Sonnenlicht golden und rubinfarben:

”Le soleil se leva pur et brillant, et les premiers rayons d’un rouge pourpre diaprèrent de leurs rubis les pointes écumeuses des vagues. [...] les flots bondirent, une subite lueur courut sur leurs cimes et changea leurs cimes écumeuses en crinières d’or.”[10]

Auch nachfolgende Autorengenerationen haben vielfach den Glanz wertvoller Metalle und Edelsteine evoziert, um die Farben des glänzenden Meeres in Worte zu fassen. Proust etwa, zu dessen frühen Lieblingslektüren Lotis Romane zählten, lässt den Erzähler in A la recherche du temps perdu (1913-1927), Marcel, in zahlreichen Passagen auf das Meer blicken. Dabei gibt Proust sich als ein Liebhaber der Malerei Monets, der unter dem Namen Elstir zu den Figuren seines monumentalen Werkes zählt, zu erkennen. Die impressionistischen Gemälde Monets dienen mehrfach als Schablone für die literarische Beschreibung der Seelandschaft. Insbesondere im zweiten Teil des Romanzyklus, in A l’ombre des jeunes filles en fleurs, kommt der See als einem landschaftlichen Rahmen wichtige Bedeutung zu. Im fiktiven normannischen Seebad Balbec betrachtet Marcel fasziniert die Wellen ”en pierre d’émeraude”, leuchtend ”comme une topaze” oder funkelnd wie ”un rempart indestructible et mobile d’émeraude et d’or”.[11] Entsprechend ergötzt sich der Protagonist in Prousts frühem Roman Jean Santeuil am Anblick der ”vagues d’argent” oder der ”fusées d’écume en diamant”, die er auf der Meeresoberfläche ausmacht.[12] Bereits Maupassant besaß eine starke Affinität zu den Werken Monets, der in einigen seiner Kurzgeschichten ebenfalls auftaucht, und die literarische Wiedergabe der See in den Romanen und Reiseberichten Lotis kann aufgrund der nuancierten Beschreibung der Farben und des Flimmerns von Luft und Licht durchaus als impressionistisch bezeichnet werden.[13]

Als der junge Gide 1889 in Gedanken an Flaubert und wie vor ihm Maupassant und Loti die Küste der Bretagne bereist, beeindruckt ihn die See mit ihrem Farbenreichtum, hier ”d’un bleu de saphir”, dort ”couleur turquoise”, wie er in seinen Tagebüchern notiert.[14] Im normannischen Trouville berauscht ihn das Wasser, das im Mondlicht einem ”émerveillement d’argent et d’azur” entspricht, und desgleichen beeindruckt ihn die ”mer couleur de perle”, die er bei Cannes an der französischen Riviera ausmacht.[15] Auch Julien Gracq kommt beim Anblick der ”mer grise, plombée”, der bleifarbenen See, in seinem Roman Un beau ténébreux (1945) Flaubert, der die bretonischen Gestade gut kannte, in den Sinn.[16]

2.2. Das Meer als animalisches und humanes Wesen

In seinen 1890 erschienenen Kindheitserinnerungen schildert Loti seine erste Begegnung mit dem Meer. Als er in der Abenddämmerung das Wasser erblickt, wird er von Schrecken heimgesucht:

”Devant moi, quelque chose apparaissait, quelque chose de sombre et de bruissant qui avait surgi de tous les côtés en même temps et qui semblait ne pas finir; une étendue de mouvement qui me donnait le vertige mortel[...] ça semblait instable, perfide, engloutissant; ça remuait et ça se démenait partout à la fois, avec un air de méchanceté sinistre.”[17]

Der junge Loti fürchtet die unbekannte See, als handelte es sich um ein wildes Tier, fühlt sich aber gleichzeitig zu ihr hingezogen wie zu einer Mutter:

”Nous restâmes un moment l’un devant l’autre, moi fasciné par elle. Dès cette première entrevue sans doute, j’avais l’insaisissable pressentiment qu’elle finirait un jour par me prendre, malgré toutes mes hésitations, malgré toutes les volontés qui essayeraient de me retenir ...”[18]

Die personifizierte See kann ”mauvaise”, sogar ”sombre et méchante” sein, aber auch voller Lieblichkeit und Anmut, die in Harmonie mit der erhabenen Schönheit des von ihr umspülten Landes den Betrachter beruhigt.[19] In seinem Roman Ramuntcho vergleicht Loti die See mit einer schlafenden Bestie, deren ”monstrueuse respiration” wie die ”heurts d’un bélier de muraille” klinge und die Gefährlichkeit des Meeres erahnen lässt.[20] Ebenfalls ein Tier evoziert Loti in Mon frère Yves (1883), da von einer ”nappe d’eau immobile avec cette grande forme de bête qui semble dormir au milieu, derrière un voile de brume”, die Rede ist.[21]

Ein gleichfalls dem Bestiarium entlehntes Bild findet sich in Maupassants 1881 veröffentlichter Erzählung Sur l’eau; auch hier gleicht die See einem gefährlichen Tier: ”Elle [la mer] est souvent dure et méchante, [...] elle crie, elle hurle.”[22] An ein ungebändigtes Tier denken lassen zudem jene Formulierungen aus dem Roman Pierre et Jean, die die See als ”toujours errante, toujours fuyante” bezeichnen, als ein Wesen ”qui gronde et engloutit”.[23]

Bereits in zahlreichen Werken der Romantik wird das Meer als Lebewesen dargestellt, zumeist als ein unberechenbares, doppelgesichtiges, das dem Menschen ein Segen ist und mütterliche Züge besitzt, doch ebenso zerstörerische Seiten hat, die Seeleuten wie Küstenbewohnern Verderben bringen. In seinem Roman Quatrevingt-treize (1873) beschreibt Victor Hugo die Angriffe der Wellen auf ein in Seenot geratenes Schiff als eine tödliche Umarmung: ”Les grosses vagues venaient baiser les plaies béantes de la corvette, baisers redoutables. Le bercement de la mer était menaçant.”[24]

Neben der tödlichen Umarmung ist es freilich die schützende, wohltuende, zärtliche, die das Wesen der See in den Augen der Literaten ausmacht, so wie in Flauberts Reisebericht aus Korsika aus dem Jahre 1840, der die Freuden des Schwimmens und des Verweilens am Wasser wiedergibt:

”[...] tout en vous palpite de joie et bat des ailes avec les éléments, on s’y attache, on respire avec eux, l’essence de la nature animée semble passée en vous dans un hymen exquis, vous souriez [...] au murmure du flot sur la grève; vous courez sur les mers avec la brise [...].”[25]

Viele Schriftsteller des 20. Jahrhunderts haben das Meer ihrerseits mit dem Animalischen in Verbindung gesetzt und es mit Lebewesen verglichen, doch im Unterschied zu den Romantikern und Realisten oft einer verspielten Weise, die eine Neigung zu Komik und Humor verraten. In Gracqs Roman Le Rivage des Syrtes (1951) ist von ”vagues rêches et dansantes” die Rede, deren Gewalt den Hörnerstößen eines Widders gleiche, und ein aufkommender Sturm wird mit den Worten ”la houle se gonflait déjà d’une longue respiration noire” beschrieben.[26]

Auch den im normannischen Le Havre aufgewachsenen Raymond Queneau hat das Meer geprägt und literarisch angeregt, wie nicht nur zahlreiche seiner Gedichte zeigen, sondern auch seine Prosa widerspiegelt, so eine Reihe der als textes surréalistes bezeichneten Skizzen, die aus dem Experimentieren mit der ‘écriture automatique’ hervorgegangen sind. Diese sind größtenteils erst postum in der Gesamtausgabe erschienen, deren Herausgeber Claude Debon die Bedeutung des Meeres als eines landschaftlichen Rahmens für Queneau hervorhebt.[27] Einer dieser Texte, in dem sich der Autor - wie Francis Ponge in Le parti pris des choses - den Steinen des Meeres zuwendet, zeigt deutlich die Personifizierung der See: ”Galets! galets! vous êtes les seins de la mer, vous êtes ses joues, vous êtes ses fesses.”[28]

2.3. Amour - mer - mort – mère: Das Meer als Mutter, Geliebte und Göttin

Mit seinem 1861 erschienenen kulturwissenschaftlichen Essay La mer steht der Historiker Jules Michelet Pate für eine neue Wahrnehmung des Meeres. Wesentliches Merkmal des Meer-Essays ist neben dem Staunen über die Größe und Gewalt der Meere, das oftmals in Schauer übergeht, die Sympathie, die sein Autor der Meereslandschaft entgegenbringt. Michelet empfindet Küste und See als schön, vergisst aber die zahlreichen Opfer nicht, die das Meer alljährlich fordert, und unterschlägt in seiner dialektischen Naturschilderung nicht das Verderben bringende Moment des ungebändigten Wassers. Die negativen Attribute ”cruelle”, ”sinistre” und ”sauvage” erscheinen ihm ebenso berechtigt für die Beschreibung der See wie die positiven ”divine” und ”amie” - oder die neutralen, wertfreien, zu denen der Begriff ”immense” zählt.[29]

Michelet nimmt sich zum Ziel, die alten Vorurteile gegen das Meer zu bereinigen, in dem er - dank des Reichtums an Fischen, Muscheln und Mineralien - eher die Leben spendende Mutter sieht denn die zerstörerische Naturgewalt, vor der sich über Jahrtausende die Generationen fürchteten:

”C’est une mère un peu violente, mais enfin, c’est une mère [...]. Il faut entrer dans la vraie intelligence de la mer, ne pas céder [...] aux illusions terribles qu’elle nous ferait [...] par la grandeur de ses phénomènes, par des fureurs apparentes qui souvent sont des bienfaits.”[30]

Das Meer empfindet Michelet jedoch trotz der Homonymie von ”mer” und ”mère” nicht zwingend als weiblich. Zumindest den ”Océan” bezeichnet er an einer Stelle als ”sublime père [...] grand, fort et grave, sympathique”, dem man ”Amour” entgegenzubringen habe.[31]

Lotis Jugenderinnerungen enden mit der Schilderung seiner Ankunft in Brest, wo Julien Viaud im Herbst 1867 in die Marinehochschule aufgenommen wird, und seiner Jungfernfahrt auf dem Schulschiff Borda. An Bord des Ausbildungsschiffes, auf dem Lotis Marinelaufbahn beginnt, ersetzt ihm das Meer die Mutter - an keiner Stelle seines Werkes ist die Verquickung von ”mer” und ”mère” deutlicher als in der folgenden Passage. Sie schildert die erste Nacht im Kreise der jungen Kameraden, die nach dem Abendgesang der Stimme des Meeres lauschen:

”Après ce chant des vigies, la parole fut à la mer [...] - à la mer souveraine de tout [...]. Et voici ce que la mer nous disait à voix si basse: ‘Je suis là tout de même, mes petits enfants! [...] Oui, je suis là, profonde et infinie, en dessous, alentour, partout ...’”[32]

Mit dem mütterlichen Schoß assoziiert auch Maupassant das Meer: Während einer Bootspartie bei heiterem Wetter ist Madame Rolland in Pierre et Jean sehr wohl zumute, da sie ”sur quelque chose de moelleux, de fluide, de délicieux, qui la berçait et l’engourdissait”, hin und her schaukelt.[33]

Das Meer verkörpert bei Loti indes mehr als die leibliche Mutter, es stellt vielmehr die göttliche Urmutter dar, die in ihrer Allmacht auch streng, wild und gefährlich sein kann, wie die pantheistisch inspirierten Worte verdeutlichen, die Loti ihr in den Mund legt: ”C’est moi qui, à mes heures, fait danser la danse d’agonie aux navires; c’est moi qui, depuis les origines du monde, secoue sur leurs assises tous les granits d’Armor ...”[34]

In Lotis Werk findet sich die durch Michelet verbalisierte Ambivalenz von gutmütigem, mütterlichem, fürsorgendem Meer auf der einen, gefährlichem, bestialischem, dämonischem auf der anderen Seite wieder. Die See verkörpert ebenso eine ”grande dévorante” wie eine ”grande nourrice”.[35] Das Wasser symbolisiert zugleich Geburt und Tod, spendet Leben und raubt Eltern ihre Kinder, dem Erlkönig gleich. Der Tod ist bei Loti stets präsent, ”mer” steht oftmals für ”mort”, denn am Ende seiner Romane stirbt regelmäßig die männliche oder weibliche Hauptfigur oder aber es wird eine Romanze ‘zu Grabe getragen’, eine Illusion verloren, Abschied von einem geliebten Landstrich genommen und erneut in See gestochen. Das Meer lädt aber auch zur feierlichen Vermählung ein - einer der Protagonisten des Romans Pêcheur d’Islande erklärt: ”un de ces jours, oui, je ferai mes noces [...] mais avec aucune des filles du pays; non, moi, ce sera avec la mer [...].”[36] Am Schluss der Erzählung erfüllt sich die Prophezeiung Yanns, es findet seine Vermählung mit der See statt und sein Ertrinken kommt einer Wiedergeburt beziehungsweise Rückkehr in den mütterlichen Schoß gleich, womit Loti den Konnex von ”mer”, ”mort” und ”mère” verdeutlicht:

”[...] au large de la sombre Islande [...] avait été célébrées ses noces avec la mer. Avec la mer qui autrefois avait été aussi sa nourrice; c’était elle qui l’avait bercé, qui l’avait fait adolescent large et fort, - et ensuite elle l’avait repris, dans sa virilité superbe, pour elle seule.”[37]

Die See als verschlingende Braut findet sich auch bei Maupassant, in seinem Roman Une Vie aus dem Jahre 1883, doch findet hier die Vermählung nicht mit einem Menschen, sondern mit der untergehenden Sonne statt:

”Le soleil, plus bas, semblait saigner; et une large traînée lumineuse, une route éblouissante courait sur l’eau, [...] cambrant sous le ciel son ventre luisant et liquide, la mer, fiancée monstrueuse, attendait l’amant de feu qui descendait vers elle. Il précipitait sa chute, empourpré comme par le désir de leur embrassement. Il la joignit; et peu à peu, elle le dévora [...] et on s’aperçut que la mer était phosphorescente.”[38]

Zu Maupassants Roman Pierre et Jean (1888), der mit der Trennung des Sohnes von der Mutter endet, die er für die Seefahrt verlässt, bemerkt Marie-Claire Ropars-Wuilleumier: ”[...] la mer, engloutissante, se fera aussi bien génitrice à l’instar de la mère.”[39]

Sehnsucht nach Liebe, neuem Leben oder dem Zeugungsakt einerseits und Todessehnsucht andererseits entsprechen bei den Protagonisten beider Schriftsteller häufig den beiden Seiten derselben Medaille, sobald der Blick auf die See gerichtet ist. Und wenn Anne Rey die Maupassantsche (Meeres‑)Landschaft mit Recht als ”métaphore du désir” und ”projection de l’inconscient” deutet, so trifft dies auch auf Loti zu.[40] Maupassant macht aus seiner Liebe zum Meer keinen Hehl, widmet ihm unter anderem die kurze Erzählung Amour, in der zu lesen ist: ”J’aime l’eau d’une passion désordonnée: la mer, bien que trop grande, trop remuante, impossible à posséder, les rivières si jolies mais qui passent [...].”[41]

Das Meer steht für die Mutter wie für die Geliebte, außerdem für das Göttliche. Als im positiven Sinne ”fou [...] de la divinité de la mer” bezeichnet Hubert Juin den Verfasser zahlreicher Meeresnovellen und auch Lotis Verehrung der See trägt oft religiöse Züge, wie in dem Reisebericht Le Désert (1894) der Fall:

”Oh! L’étrange et unique mer, cette mer d’Akabah, jamais sillonnée de voiles, éternellement silencieuse, [...] entre le rose inaltérable de ses bords déserts et presque terrifiants, où l’homme n’apparaît que fugitif [...].La mer, toujours de son même bleu de Prusse violent, continue d’être la seule chose qui semble vraiment existente et réelle, au milieu du vague pays rougeâtre ou rose [...].”[42]

Gerade die Vorstellung, es mit ewiger und unendlicher Natur zu tun zu haben, verstärkt Lotis Liebe zum Meer, das er wiederum als Stifterin romantischer Gefühle charakterisiert: Regelmäßig verlieben sich seine Akteure vor der Kulisse der See, die wie ein Aphrodisiakum wirkt, und nicht anders verhält es sich bei Maupassant. In den Schriften beider Autoren weckt der Anblick des Meeres neben dem Verlangen nach Vereinigung mit dem anderen Geschlecht jedoch auch den Wunsch, im Wasser zu versinken, zu sterben. Es ist nicht zuletzt die Ambivalenz von Sanftheit und Rauheit, behütender Ruhe und grimmiger Raserei, die für die Schriftsteller den besonderen Reiz der See ausmacht, die hier das Leben fördert und dort den Tod bringt.

Besonders beeindruckt von der gewaltigen Erscheinung des Meeres zeigt sich Lautréamont alias Isidore Ducasse in seinen Chants de Maldoror (1869). Dort werden die scheinbare Unvergänglichkeit der See, ihre Kraft und Konstanz in Kontrast zu der zerbrechlichen und kurzen Existenz des Menschen gesetzt und Maldoror bescheinigt dem ”grand célibataire”, wie er den Ozean in seinem Hymnus unter anderem anspricht, im Wesentlichen die Charaktereigenschaften, die er bei den Menschen vermisst:

”Je voudrais que la majesté humaine ne fût que l’incarnation du reflet de la tienne. Je demande beaucoup, et ce souhait sincère est glorieux pour toi. Ta grandeur morale, image de l’infini, est immense comme la réflexion du philosophe, comme l’amour de la femme, comme la beauté de l‘oiseau, comme la méditation du poète.”[43]

Stellenweise können die Prosagesänge als ein verzweifelter Aufschrei wider das Ephemere irdischen Lebens gelesen werden, als ein Aufbegehren, das am Ende in Selbsthass und Todessehnsucht mündet. Paul Zweig bemerkt hierzu:

”L’océan, dépositaire de toutes les profondeurs, possède une ‘Grandeur morale’ à ‘L’image de l’infini’. Et l’homme qui, selon le poète, est le reflet symétrique et inverse de l’océan, devient l’image de la faiblesse, le symbole d’un désir infiniment frustré. [...] Le poète découvre dans la puissance et l’harmonie de l’océan un ensemble de qualités qui font justement défaut à l’homme.”[44]

Weder im Werk Maupassants noch bei Loti finden sich derartige Spuren menschlicher Selbsterniedrigung beziehungsweise der absoluten Überhöhung der See, doch beide tendieren zu einer pantheistischen Verehrung des Meeres, begreifen es in der Tradition der Romantik und gleich Lautréamont als einen Teil göttlicher Natur. Doch die übermenschliche Weite des Meeres wird auch in Lotis Werk bisweilen jenseits aller Faszinationskraft als beängstigend empfunden, sein Anblick flößt die Urfurcht der Sterblichen vor der unermesslichen Natur ein, wie in dem 1905 erschienenen Roman Les Désanchantés beschrieben:

”La mer de Biscaye [...] se révéla tout à coup d’une mélancolie intolérable [...] avec les grandes volutes de sa houle presque éternelle, ouverture béante sur des immensités trop infinies qui attirent et qui inquiètent.”[45]

Unter den Autoren des späteren 20. Jahrhunderts findet sich diese Furcht kaum mehr, ebensowenig wie die religiöse Verehrung der See. Die Assoziation von ”mer” und ”mère” hingegen taucht bei nachfolgenden Schriftstellern häufig wieder auf, nicht nur der Homonymie wegen. Ein originäres Beispiel liefert Julien Gracq, der das Meer in einer seiner Prosaskizzen sowohl mit der Mutter als auch mit dem Vater(land), das heißt mit dem Heimatgefühl, gleichsetzt:

”[...] l’eau mère de nouveau directement nous irrigue: plus native que tous les souvenirs d’enfance, plus pénétrante que tous les flacons de Baudelaire, la fraîcheur, la succulence ténébreuse et iodée que libère une coquille ouverte explose sur la narine comme une humide et profonde patrie.”[46]

Zur Bedeutung des Meeres im Werk Gracqs bemerkt die Herausgeberin Bernhild Boie: ”La mer évoque [...] la pureté, la force qui décape, qui lave les souillures: tout ce qui en fait le symbole d’un renouveau, d’une nouvelle naissance.”[47]

Entsprechendes lässt sich insbesondere zu Loti sagen, der in beinahe obsessiver Weise immer wieder das Meer seiner Kindheit evoziert, jene Atlantikküste bei Rochefort und der Insel Oléron, die er als seine Heimat empfand, und der beim Anblick ferner Gestade das ursprüngliche Glück seiner unschuldigen Jahre wiederzufinden glaubt, das die Wunden der Gegenwart zu heilen vermag.

Auch die Gegenüberstellung der Nichtigkeit menschlichen Daseins und der Unvergänglichkeit des Meeres hat sich als romantischer Topos bis in die Gegenwartsliteratur erhalten. Besonders plastische Bilder fand Camus, der wie Nietzsche der heraklitischen Idee der Wiederkehr anhing und im Meer mit seiner ständigen Bewegung das Kreislaufprinzip versinnbildlicht sah, um die See als unvergängliche Urlandschaft, charakterisiert durch die regenerative Kraft des Wassers, darzustellen: ”Sur la même grève, la mer primordiale répète inlassablement les mêmes paroles et rejette les mêmes êtres étonnés de vivre.”[48]

In die gleiche Richtung zielt Proust, wenn er den Erzähler der Recherche ”cette perpétuelle recréation des éléments primordiaux de la nature qu’on contemple devant la mer” bestaunen lässt.[49]

3. Schlussbemerkung

Der metaphorische Schatz im Werk Lotis und Maupassants ist in dieser knappen Studie noch lange nicht gehoben, denn es finden sich in Bezug auf das Meer zahlreiche weitere Bilder. So sieht beispielsweise Maupassant in der sanften Wellenbewegung der See eine Entsprechung zur ”terre labourée des champs” und Loti hört aus dem unablässigen Rauschen der Wellen, die gegen die Klippen schlagen, ”un son lointain d’orgues d’église au milieu du silence de la mer” heraus.[50]

Es sollten lediglich einige Parallelen in der maritimen Metaphorik der beiden Autoren, die eine besondere Affinität zum Meer besaßen, aufgezeigt werden. Kaum ein französischer Schriftsteller hat die See besser gekannt, häufiger aufgesucht und vielfältiger beschrieben als diese beiden, die gleichermaßen vernarrt waren in das Wasser. Durch Loti wie Maupassant erfuhr die frankophone Literatur des Meeres im 19. Jahrhundert, zu der Chateaubriand (Mémoires d’outre-tombe), Madame de Staël (Corinne ou l’Italie), Jules Verne (Vingt mille lieues sous les mers), Alexandre Dumas (Le Comte de Mont-Cristo), Victor Hugo (Les Travailleurs de la mer), Nerval, Charles Didier und Gustave Flaubert (in Form ihrer Reisejournale) wie auch Lautréamont (Les Chants de Maldoror) weitere Werke in Prosa beisteuerten, eine nicht zu verkennende Aufwertung, inhaltlich, nicht zuletzt aber aufgrund der sprachlichen Kreativität.[51] Zahlreiche nachfolgende Autoren haben sich ebenfalls der See angenommen, unter ihnen Proust, Gide und Gracq, dabei ähnliche Bilder wie die ihnen vertrauten Autoren Maupassant und Loti verwendet, die sich wiederum von Michelet und Flaubert inspirieren ließen.

4. Bibliographie

Boie, Bernhild: Notice de ”La Route”, in: Julien Gracq: Œuvres complètes II, Paris 1995.

Camus, Albert: L’Homme révolté. La révolte métaphysique, in: Ders.: Essais, Paris 1965.

Corbin, Alain: Meereslust. Das Abendland und die Entdeckung der Küste 1750-1840, Berlin 1990.

Ducasse, Isidore, le Comte de Lautréamont: Les Chants de Maldoror, Paris 1990.

Dumas, Alexandre: Le Comte de Monte-Cristo. Préface de Jean-Yves Tadier, Paris 1998.

Flaubert, Gustave: Corse (1840), in: Ders.: Œuvres complètes, Bd. 7, S. 417-478, Paris 1910.

Flaubert, Gustave: Pyrénées (1840), in: Ders.: Œuvres complètes, Bd. 7, S. 343-413, Paris 1910.

Gide, André: Journal 1887-1925, Paris 1996.

Gracq, Julien: Le Rivage des Syrtes, in: Ders.: Œuvres complètes I, S. 555-839, Paris 1989.

Gracq, Julien: Lettrines, in: Ders.: Œuvres complètes II, S. 139-245, Paris 1995.

Gracq, Julien: Un beau ténébreux, in: Ders.: Œuvres complètes I, S. 99-263, Paris 1989.

Hugo, Victor: Quatrevingt-treize, Paris 1993.

Loti, Pierre: Aziyadé, suivi de Fantôme d’Orient. Préface de Claude Martin, Paris 1991.

Loti, Pierre: Le mariage de Loti. Rarahu, Paris 1886.

Loti, Pierre: Le Roman d’un enfant. Suivi de Prime jeunesse, Paris 1999.

Loti, Pierre: Les Désanchantés, Paris 1908.

Loti, Pierre: Mon frère Yves, Paris 1998.

Loti, Pierre: Pêcheur d’Islande, Paris 1988.

Loti, Pierre: Ramuntcho, Paris 1990

Loti, Pierre: Voyages (1872-1913), Paris 1991.

Maupassant, Guy de: Amour. Le Horla, Paris 1986.

Maupassant, Guy de: Boule de Suif. Préface, commentaires et notes de Marie-Claire Blancquart, Paris 1984.

Maupassant, Guy de: Pierre et Jean, Paris 1984.

Maupassant, Guy de: Sur l’Eau, in: Ders.: Contes et nouvelles I, Paris 1974.

Maupassant, Guy de: Une Vie, Paris 1990.

Michelet, Jules: La mer. Edition présentée et annotée de Jean Borie, Paris 1983.

Proust, Marcel: A l’ombre des jeunes filles en fleurs, Paris 1988.

Proust, Marcel: Jean Santeuil, précédé de Les Plaisirs et les jours, Paris 1971.

Queneau, Raymond: Œuvres complètes I, Paris 1989.

Rey, Anne: Vorwort, in: Guy de Maupassant: Une Vie, herausgegeben von A. R. Paris 1990.

Ropars-Wuilleumier, Marie-Claire: Vorwort, in: Guy de Maupassant: Pierre et Jean, herausgegeben von M. C. R.-W. Paris 1984.

Sand, George: Un hiver à Majorque, Palma de Mallorca 1971.

Valéry, Paul: Regards sur la mer, in: Ders.: Œuvres II, Paris 1960.

Zweig, Paul: Lautréamont ou les violences du Narcisse, Paris 1967.



[1]Paul Valéry: Regards sur la mer, in: Ders.: Œuvres II, Paris 1960, S. 1334.

[2]Pierre Loti: Suprêmes Visions d’Orient. Fragments de journal intime (1910-1913), in: Ders.: Voyages (1872-1913), Paris 1991, S. 1359ff.

[3]Pierre Loti: Aziyadé, suivi de Fantôme d’Orient. Préface de Claude Martin, Paris 1991, S. 44ff.

[4]Pierre Loti: Le mariage de Loti. Rarahu, Paris 1886, S. 124.

[5]Pierre Loti: Mon frère Yves, Paris 1998, S. 83f. bzw. S. 275f.

[6]Guy de Maupassant: Le bonheur, in: Ders.: Boule de Suif. Préface, commentaires et notes de Marie-Claire Blancquart, Paris 1984, S. 157.

[7]Guy de Maupassant: Pierre et Jean, Paris 1984, S. 40, 132, 139, 190.

[8]Gustave Flaubert: Pyrénées (1840), in: Ders.: Œuvres complètes, Bd. 7, Paris 1910, S. 406.

[9]George Sand: Un hiver à Majorque, Palma de Mallorca 1971, S. 13ff.

[10]Alexandre Dumas: Le Comte de Monte-Cristo. Préface de Jean-Yves Tadier, Paris 1998, Bd. I, S. 39, 223.

[11]Marcel Proust: A l’ombre des jeunes filles en fleurs, Paris 1988, S. 241ff.

[12]Marcel Proust: Jean Santeuil, précédé de Les Plaisirs et les jours, Paris 1971, S. 394f.

[13]Die Bezeichnung ‘Impressionismus’ geht auf Monets Gemälde Impression, soleil levant (1872) zurück.

[14]André Gide: Journal 1887-1925, Paris 1996, S. 88ff.

[15]André Gide: Journal 1887-1925, Paris 1996, S. 277ff.

[16]Julien Gracq: Un beau ténébreux, in: Ders.: Œuvres complètes I, Paris 1989, S. 150.

[17]Pierre Loti: Le Roman d’un enfant. Suivi de Prime jeunesse, Paris 1999, S. 53.

[18]Pierre Loti: Le Roman d’un enfant. Suivi de Prime jeunesse, Paris 1999, S. 54.

[19]Pierre Loti: Mon frère Yves, Paris 1998, S. 53ff.

[20]Pierre Loti: Ramuntcho, Paris 1990, S. 219.

[21]Pierre Loti: Mon frère Yves, Paris 1998, S. 194.

[22]Guy de Maupassant: Sur l’Eau, in: Ders.: Contes et nouvelles I, Paris 1974, S. 55.

[23]Guy de Maupassant: Pierre et Jean, Paris 1984, S. 177ff.

[24]Victor Hugo: Quatrevingt-treize, Paris 1993, S. 42f.

[25]Gustave Flaubert: Corse (1840), in: Ders.: Œuvres complètes, Bd. 7, Paris 1910, S. 425.

[26]Julien Gracq: Le Rivage des Syrtes, in: Ders.: Œuvres complètes I, Paris 1989, S. 679ff.

[27]”Ces textes enfin forment une sorte de réservoir de l’imaginaire: un bestiaire, un paysage où la mer qui a baigné l’enfance joue les premiers rôles [...]”, in: Raymond Queneau: Œuvres complètes I, Paris 1989, S. 1600.

[28]Raymond Queneau: Textes surréalistes, in: Ders.: Œuvres complètes I, Paris 1989, S. 1115.

[29]Jules Michelet: La mer. Edition présentée et annotée de Jean Borie, Paris 1983, S. 52ff.

[30]Jules Michelet: La mer. Edition présentée et annotée de Jean Borie, Paris 1983, S. 54.

[31]Jules Michelet: La mer. Edition présentée et annotée de Jean Borie, Paris 1983, S. 60.

[32]Pierre Loti: Le Roman d’un enfant. Suivi de Prime jeunesse, Paris 1999, S. 415.

[33]Guy de Maupassant: Pierre et Jean, Paris 1984, S. 42.

[34]Pierre Loti: Le Roman d’un enfant. Suivi de Prime jeunesse, Paris 1999, S. 416.

[35]Pierre Loti: Pêcheur d’Islande, Paris 1988, S. 80.

[36]Pierre Loti: Pêcheur d’Islande, Paris 1988, S. 61.

[37]Pierre Loti: Pêcheur d’Islande, Paris 1988, S. 294.

[38]Guy de Maupassant: Une Vie, Paris 1990, S. 52.

[39]Marie-Claire Ropars-Wuilleumier, Vorwort, in: Guy de Maupassant: Pierre et Jean, herausgegeben von M. C. Ropars-Wuilleumier, Paris 1984, S. 8.

[40]Anne Rey: Vorwort, in: Guy de Maupassant: Une Vie, herausgegeben von Anne Rey, Paris 1990, S. 280.

[41]Guy de Maupassant: Amour, in: Ders.: Amour. Le Horla, Paris 1986, S. 58.

[42]Pierre Loti: Le Désert, in: ders., Voyages (1872-1913), Paris 1991, S. 394.

[43]Isidore Ducasse, le Comte de Lautréamont: Les chants de Maldoror, Paris 1990, S. 115.

[44]Paul Zweig: Lautréamont ou les violences du Narcisse, Paris 1967, S. 8, 51.

[45]Pierre Loti: Les Désanchantés, Paris 1908, S. 6f.

[46]Julien Gracq: Lettrines (1967), in: Ders.: Œuvres complètes II, Paris 1995, S. 361.

[47]Bernhild Boie: Notice de ”La Route”, in: Julien Gracq: Œuvres complètes II, Paris 1995, S. 1410.

[48]Albert Camus: L’Homme révolté. La révolte métaphysique, in: Ders.: Essais, Paris 1965, S. 483.

[49]Marcel Proust: A l’ombre des jeunes filles en fleurs, Paris 1988, S. 467.

[50]Guy de Maupassant: Pierre et Jean, Paris 1984, S. 91 bzw. Pierre Loti: Mon frère Yves, Paris 1998, S. 247.

[51]Für die Meeresmetaphorik in der Lyrik wären u. a. Richepin, Baudelaire und Rimbaud zu nennen, in der Essayistik Michelet mit seinem Standardwerk La mer (1861).

 

 


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ISSN 1618-2006