metaphorik.de 02/2002

                   

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Vorwort

Metaphern und Metonymien stoßen auf ein ungebrochenes Interesse. Dies zeigen die zahlreichen Reaktionen auf unsere erste Ausgabe. Seit Dezember 2001, der Veröffentlichung unserer ersten Nummer, wurde knapp 50.000 mal auf das Internet-Angebot von metaphorik.de zurückgegriffen. Viele interessierte Anfragen und Beiträge erreichten uns, die vom anhaltend hohen wissenschaftlichen Diskussionsbedarf rund um den Themenkomplex Metapher und Metonymie zeugen. Dabei zeichnet sich in der aktuellen Diskussion ein gewisser Trend zu methodischen und inhaltlichen Grenzüberschreitungen ab, Grenzüberschreitungen einerseits zwischen den akademischen Disziplinen, andererseits innerdisziplinär zwischen theoriezentrierten und empirischen Studien.

Wir freuen uns daher, für diese zweite Ausgabe Autorinnen und Autoren gewonnen zu haben, deren Beiträge die Vielfalt der wissenschaftlichen Auseinandersetzung um Metapher und Metonymie darstellen. So analysiert Stephanie Gomolla die Text-Architektur samt Architektur-Metaphorisierungen bei Michel Butor, während Olaf Jäkel anhand einer Metaphernanalyse von religiösen Texten einen Beitrag zur Diskussion um wesentliche Paradigmen der kognitiven Metapherntheorie leistet. Die Studie von Anke Michels zur Metaphernverwendung in französischen TV-Fußball-Endspielreportagen 1998 und 2000 hat nicht nur in Weltmeisterschaftszeiten hohe Aktualität, sondern bezieht das zwar alltägliche, aber in der Metaphernforschung bislang vernachlässigte Medium Fernsehen ein. Irene Mittelberg spürt den Zusammenhang zwischen ikonographischen und sprachlichen Bildern in der Darstellung von ‚Grammatik’ zu Zeiten des Spätmittelalters und der Renaissance auf. Last but not least untersuchen Brigitte Nerlich, Craig A. Hamilton und Victoria Rowe die Rolle von Metaphern in der medialen Aufbereitung der Maul- und Klauenseuche 2001 in Großbritannien. In den Besprechungen von Claudia Polzin-Haumann und Nikola Roßbach schließlich werden neue linguistische und literaturwissenschaftliche Theorieansätze kritisch gewürdigt.

Die Beiträge sind wieder als pdf- und html-Dateien abrufbar. Bei langsameren Internetverbindungen kann es zu längeren Ladezeiten vor allem bei den Beiträgen kommen, in die graphische Darstellungen integriert sind. Wir bitten hierfür um Verständnis.

Wir hoffen, die versammelten Beiträge werden als Denkanstöße aufgegriffen und sorgen für eine lebhafte interdisziplinäre Diskussion über die theoretischen, methodischen und praktischen Aspekte metaphorischen und metonymischen Sprachgebrauchs. Dieser vielfältigen Debatte will metaphorik.de auch in Zukunft ein Forum bieten.

Bonn, im Juni 2002

Martin Döring

Klaus Gabriel

Katja Hachenberg

Katrin Mutz

Dietmar Osthus

Claudia Polzin-Haumann

Nikola Roßbach

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ISSN 1618-2006