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[PDF] VorwortWir
freuen uns, dass wir heute die vierte Ausgabe von metaphorik.de
ankündigen können. Das anhaltende Interesse und die weitreichende Akzeptanz
des Forums waren für uns in den vergangenen Monaten Ansporn, mit der Nummer
vier die Neuerung der thematischen Hefte einzuführen. Ziel dieser Erweiterung
ist es, gesellschaftlich wie wissenschaftlich relevante Fragestellungen und
Diskursdomänen unter dem Gesichtspunkt ihrer metaphorischen wie metonymischen
Durchdringung in einem Band thematisch zusammenzuführen. Mit dieser Ausgabe –
die den Titel Metapher und Ökologie -
Metaphor and Ecology trägt und für die wir Wilhelm Trampe vom Institut für
Kommunikationsökologie Duisburg als Mitherausgeber gewinnen konnten – eröffnen
wir die Reihe thematischer Hefte, die in Zukunft in unregelmäßigen Abständen
erscheinen werden, und hoffen, dass auch ihnen eine zunehmende Aufmerksamkeit
zuteil wird. Eine
erste Gruppe von Beiträgen thematisiert die Rolle der Metapher im ökologischen
Diskurs, also zum Sprechen über Natur. Sie fragen danach, auf welchen Metaphern
grundlegende Einsichten basieren und inwiefern sie für unterschiedliche
Diskurssegmente konstitutiv waren oder sind. So untersucht Brigitte Nerlich in
ihrem Beitrag aus einer semasiologischen Perspektive die konstitutive Rolle der
Metapher Silent Spring für den
Umweltdiskurs zwischen 1998 und 2002. Andrea Gerbig und Patricia Buchtmann
analysieren in ihrem Artikel den Paradigmenwechsel des figurativen
Sprachgebrauchs in Deutschland, der sich vom Waldsterben und einem ökologisch
motivierten weniger ist mehr zum
heutigen ökonomischen Slogan Geiz ist
geil verändert hat. Gleiches gilt auch für Richard Alexander, der die
metaphorisch diskursiven Strategien von Vandana Shiva untersucht, mit denen sie
im Rahmen der BBC-Reith Lectures die
westlich ökonomische Auffassung von Landwirtschaft durch die nachhaltigeren der
Dritten Welt konterkariert, wenn nicht dekonstruiert. In
der zweiten Gruppe von Beiträgen entwickelt sich die Ökologie selbst zu einem
heuristischen metaphorischen Instrument sprachwissenschaftlicher Modellbildung
und Analyse, Ökologie im Sinne des natürlichen wie kulturellen Kontextes. So
nutzt Peter Finke das bildspendende Potential von Misteln, Wäldern und Fröschen,
um sie im Rahmen einer reflexiven Metapher als potentielle Leitbilder einer
grenzüberschreitenden sprachlichen Lebensform zu verstehen, die vermeintlich
klare Trennlinien, mit denen wir leben, in Frage stellen. Dass diese Trennlinien
sprachliche motiviert sind und das Selbst durchziehen, zeigt der Beitrag von
Roslyn Frank: Identitäten verändern sich mit ihrer sprachlichen Umgebung, wie
sie es anhand des Baskischen und den ihm inhärenten Konstruktionen des Selbst
im Gegensatz zu westeuropäischen Sprachen vor Augen führt. Genereller wird
dieser Aspekt von Dorte Bay, Sune Vork Steffensen und Jørgen Døør ausgeführt,
die die Metapher als verbindende Kraft zwischen Ökologie - in einem sehr
allgemeinen Sinne als kulturelle und natürliche Umwelt verstanden - und Modalität
als ein Sein in der Welt verstehen. Dass derartige Fragen von Belang für die
sozialen und kulturellen Aspekte von Umwelt und für das Sprachverhalten und
-handeln sind, zeigt der abschließende Beitrag von Gesine Schiewer im Rahmen
eines ökologisch motivierten psychologischen Ansatzes. Alle
Beiträge sind, nach dem bewährten Beispiel der bisherigen Nummern von metaphorik.de, sowohl als html- wie als pdf-Datei abrufbar. Da
einige Beiträge umfangreichere grafische Darstellungen enthalten, kann es bei
entsprechend langsamen Verbindungen zu längeren Ladezeiten kommen. Wir bitten
hierfür um Verständnis. Ebenso bitten wir um Verständnis für die mitunter
fehlende Anpassung der html-Darstellungen an einige Browserversionen. Im Fall
von Darstellungsproblemen sei auf die PDF-Versionen der Beiträge verwiesen. Wir hoffen, dass es uns mit diesem ersten Themenheft gelungen ist, die Rolle der Sprache für die Ökologie und die Rolle der Ökologie für die Sprache aufzuzeigen. Möge der Umweltdiskurs nicht mehr in die alleinige Zuständigkeit der Natur- und Umweltwissenschaften fallen! Bonn, im Juli 2003 Martin
Döring [PDF] |
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