metaphorik.de 06/2004

Metonymie - Metonymy

                    

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Klaus-Uwe Panther/Günter Radden, edd. 1999. Metonymy in language and thought. Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins, 423 S.

Katrin Mutz, Saarbrücken (k.mutz@mx.uni-saarland.de)

Nicht zuletzt durch die Arbeiten von Lakoff war es jahrelang vor allem die Metapher, die in der kognitiven Linguistik im Fokus der Untersuchungen stand. In den letzten Jahren dann, unter anderem "mit Hilfe" der Grammatikalisierungsforschung, wurde die Metonymie neu entdeckt und ihr Stellenwert erkannt, so dass die Herausgeber des Sammelbandes Metonymy in language and thought mit Recht sagen: "metonymy is a cognitive phenomenon that may be even more fundamental than metaphor" (1) (vgl. auch Taylor 1989, Goossens 1990).

Der vorliegende Sammelband ist ein sehr interessanter und lesenwerter Beitrag zur aktuellen Metonymieforschung ("state of the art in metonymic reserach", [1]), in welchem verschiedene Aspekte der Metonymie aus kognitiv-linguistischer Perspektive beleuchtet und diskutiert werden. Der Band gliedert sich in vier Teile, die von einem ausführlichen in die Thematik einführenden Einleitungswort überdacht werden. Der erste Teil umfasst fünf Studien zu verschiedenen theoretischen Fragestellungen rund um die Metonymie; es folgt ein zweiter Teil, in welchem diachrone Aspekte untersucht werden; der dritte Teil stellt spezifische Fallstudien zur Metonymie vor, und im letzten Teil schließlich finden sich zwei Artikel, die, unter der Rubrik "applications of metonymy", jeweils Metonymie-Erwerb und die Funktion von Metonymie in einem spezifischen literarischen Text untersuchen. Den einzelnen Artikeln schließt sich eine Adressenliste der Beiträger an sowie drei zum Nachschlagen und zur Orientierung sehr wertvolle Indizes: ein Schlagwortindex, ein Autorenindex und ein Metonymie- und Metaphernindex. Im Folgenden sei kurz auf die einzelnen Beiträge eingegangen:

In dem in Zukunft sicherlich einschlägigen Artikel von Radden und Kövecses (17-59) stellen diese die konzeptuelle Natur und den kognitiv prozessuralen Charakter von Metonymie im Rahmen des von Lakoff (1987) entwickelten "idealized cognitive model" (ICM) dar und diskutieren grundlegende Fragen wie z.B. die nach den verschiedenen konzeptuellen Typen von Beziehungen, die Metonymien zugrunde liegen, oder diejenige nach den geltenden (kognitiven und kommunikativen) Prinzipien für default und non-default Metonymien. Eine nicht ausreichend geklärte Frage, die allerdings als eine grundsätzliche des benutzten Modells zu betrachten ist, ist, wie man auf die jeweiligen ICMs kommt, innerhalb deren die Metonymien wirken und Bezug nehmen. Die genannten Eigenschaften "basic", "well-entrenched" (41) und "outstanding" (38) bedürfen einer genaueren Analyse.

Gibbs (61-76) stellt zum einen die Eigenschaften von Metonymie im Unterschied zu denjenigen von Metapher heraus und untersucht vor allem die Rolle von Metonymie im Diskurs(verständnis): deren kohärenzstiftende Funktion und deren kontextbasiertes Wirken ("conversational implicature" (70ff.), "indirect speech acts" [72f.]). Als Beispiel für das Funktionieren von Metonymie wird unter anderem das im gesamten Buch (zu) häufig herangezogene klassische Beispiel des "ham sandwich" (Nunberg 1979) analysiert.

Fauconnier und Turner (77-90) zeigen anhand englischer Beispiele, dass zahlreiche Metonymien, und auch Metaphern, im Grunde Bestandteile "konzeptueller Interaktionskomplexe" sind, d.h. dass es Prozesse sind, die mit einem so genannten "blending", oder, wie die Autoren es nennen, mit einer "integration" von Konzepten interagieren. Die Autoren legen dar, welche Optimalitätsprinzipien wirken, damit ein solches "blending" mit Metonymien stattfindet. In diesem Artikel, wie auch in einigen anderen, wäre die Darstellung mit Hilfe von graphischen Schaubildern sinnvoll gewesen.

Setos Artikel (91-120) ist ein interessanter Beitrag zur vieldiskutierten Frage, wie man Synekdoche von Metonymie unterscheiden kann. Während die verschiedenen Typen von Metonymie Verfahren seien, die über Entitäten (nicht Konzepte!) operieren, bei denen die Relation der Partonymie vorliegt, sei Synekdoche eine von der Metonymie unabhängige Operation, die zwischen Kategorien funktioniere und die zur Taxonomie führe. Beiden Transfertypen sei gemein, dass sie auf Kontiguität basieren. Seto unterscheidet drei Typen von Metonymie (spatial, temporal, abstract), die ihrerseits Subtypen haben, und zwei Typen von Synekdoche (species > genus, genus > species). Hinsichtlich der Behandlung von Metonymien in der Wortbildung fehlt der Verweis auf Polysemien.

Den Theorieteil schließt der Beitrag von Warren ab (121-135), die eine interessante Parallele zwischen Metonymie und bestimmten Typen von Wortbildung herausarbeitet. Sie untersucht auf der Basis eines eigens zusammengestellten Korpus die Gemeinsamkeiten zwischen referentiellen Metonymien, Nomen + Nomen-Komposita und denominalen Verben und stellt heraus, dass ihnen der (implizite) Verweis auf zwei Referenten gemein ist. Wie des Öfteren in dem Sammelband wird auch auf das Verhältnis zwischen Metapher und Metonymie eingegangen: Während die referentielle Metonymie auf einer "relation" zwischen Source und Target beruhe, fuße die Metapher auf einem oder mehreren spezifischen Attributen, die Source und Target verbinden (131).

Den sprachhistorischen Teil leitet Kochs Artikel "Frame and contiguity" ein, in welchem er, nach einem kurzen wissenschaftsgeschichtlichen Überblick zur Metonymie, zunächst über die konzeptuelle Relation der Kontiguität innerhalb eines so genannten Frames ausführt, welche konstitutiv für im Diskurs ausgelösten metonymiebasierten semantischen Wandel ("ad hoc innovation" [139]) (bzw. synchrone Polysemie) sei, aber auch eine entscheidende Rolle in bestimmten Wortbildungsmustern und bei mit diesen verbundenen Bedeutungsveränderungen spiele (leider wird dieser Punkt nur sehr kurz ausgeführt). Koch hebt hervor, dass Kontiguität nur zwischen "salient members of the conceptual categories involved" (150) bestehe und kombiniert in seinen theoretischen Überlegungen zur Metonymie somit die Gestalt- und Frame-Theorie mit Ideen der Prototypentheorie. Auf Metonymie basierende Innovationen – illustriert an Beispielen aus verschiedenen europäischen Sprachen – seien entweder sprecherbasiert, hörerbasiert (als Implikaturen) oder sie entstünden aus Gründen der Expressivität (und sind dann auch sprecherbasiert).

Auch Blank erstellt seine kognitive Typologie von Metonymie (169-191) im Rahmen der Frame-Theorie. Im Unterschied zu traditionellen Analysen unterscheidet er zwei verschiedene Arten von metonymischem Transfer, die abhängen von zwei Typen von Kontiguitätsrelation innerhalb eines Frames: einer statischen ("copresence") und einer dynamischen ("succession"). Die beiden Typen von metonymiebasiertem Bedeutungswandel werden anhand von Schaubildern und einer Vielzahl romanischer Beispiele veranschaulicht. Blank entwirft im letzten Abschnitt seines Artikels ein hierarchisches Metonymie-Modell, in welchem er drei Ebenen von Metonymie unterscheidet: Auf der obersten Ebene situiert er die beiden oben genannten generellen Kontiguitätsrelationen ("domains of contiguity" [183]), diesen untergeordnet sind spezifische Typen von Kontiguität (z.B. ORDERED DISH - CUSTOMER), und auf der untersten Ebene sind die konkreten Metonymien angesiedelt (z.B. "ham sandwich").

Goossens zeigt in seiner korpusbasierten Studie (193-219), wie das englische Auxiliar "must" über "metonymic bridges" von einer deontischen Bedeutung zu einer epistemischen gelangt, was er folgendermaßen darstellt: "deontic > 'inferable necessity' > transitional > epistemic" (196). Im Unterschied zu bisherigen Analysen, die in dem Wandel entweder eine Metapher oder eine konzeptuelle Metonymie wirken sahen, zeigt er, dass es sich bei dem Wandel um einen graduellen Prozess handelt, der auf wenigstens zwei metonymischen Verlinkungen basiert und im Zusammenspiel mit einem Subjektivierungsprozess vonstatten geht.

Jäkel schließlich zeigt, dass auf Metonymie basierende Wandelprozesse auch in der Onomastik wirken und illustriert dies anhand deutscher Nachnamen (211-229). Bei metonymisch-basierten Namensgebungsstrategien würde z.B. entweder eine typische Eigenschaft (z.B: "Wunderlich", "Krummbein"), ein wichtiges Utensil oder die lokale Herkunft/Zugehörigkeit ("Amberg", "Weingarten", "Ausländer") herangezogen, um den Namensträger treffend zu identifizieren. (Leider nur in einer Fußnote erläutert Jäkel, warum er "genealogical" und "professional" Namensgebungsstrategien nicht zu den metonymiebasierten zählt). Auf der Darstellung verschiedener Typen von lokalbasierten Metonymien (in Nachnamen-Komposita) liegt der Schwerpunkt des Artikels.

Eine interessante, neue Perspektive auf das Wirken von Metonymie im Bereich der Verbalsemantik liefert Waltereit (233-253): Er untersucht ihre grammatischen Beschränkungen und stellt die These auf, dass "on both levels of contiguity-based phenomena [i.e. role-level c. und insertional-level c.] the direct object has a certain primacy over all other arguments" (236); es gelte die folgende Hierarchie für das Wirken von Metonymie: "Direct object > subject > other" (236). Im Folgenden stützt er seine These, indem er anhand französischer Beispiele zunächst Verbalpolysemien des "role-level contiguity"-Typs auf Metonymien hin untersucht: lokative Alternationen (des Typs ils ont chargé du charbon sur le bateau; ils ont chargé le bateau de charbon) und die so genannte "swarm"-Alternation (er nennt das Beispiel l'eau déborde de la baignoire; la baignoire déborde de l'eau). Im zweiten Teil seiner Studie analysiert er die "insertional metonymies" und zeigt, dass auch hier seine postulierte Hierarchie zu gelten scheint, dass also, so vorhanden, immer das direkte Objekt metonymische Referenz aufweist. Waltereit zeigt dies an Reflexivkonstruktionen und Konstruktionen der "inalienable possession".

Die Beiträge im Sammelband stellen klar heraus, dass die Metonymie ein mindestens ebenso basaler kognitiver Prozess ist wie die Metapher. Pauwels (255-273) untersucht korpusgestützt (put, set, lay, place) in seinem Artikel die genaue Natur der Metonymie und betrachtet dabei auch das Verhältnis zwischen Metonymie und Metapher; er kommt zu dem Schluss, dass sehr häufig eine "interpenetration of metonymy and metaphor" (262) stattfindet, vor allem bei nominalen Metonymien ("it seems like most nominal metonyms occur inside metaphors" [272]). Auch die Prozesse der "generalization" und "specification" würden häufig mit Metonymie interagieren.

Bereits Kochs Artikel verweist auf das Wirken von Metonymien im Bereich der Wortbildung, in Dirvens Aufsatz (275-287) steht als ein bestimmter Wortbildungsprozess die Konversion von Nomen zu Verben im Fokus, wobei ein bestimmter Typ von Metonymie, die "event-schema metonymy" (279) (im Gegensatz zur referentiellen Metonymie), wirke. Bei den von Dirven unterschiedenen fünf Konversionstypen werde jeweils ein Partizipant der drei zugrunde liegenden Ereignisschemata ("action schema", "motion schema", "essive schema") mittels Metonymie fokussiert.

Voßhagen (289-308) arbeitet heraus, dass das Konzept der Opposition – ein Konzept steht für sein Gegenteil (z.B. bad im Sinne von "gut") – auf einer metonymischen Relation basiert, da "opposites belong to one conceptual domain" und "the relation between opposites is one of close mental contiguity" (291). Motivation für derartige metonymische Verschiebungen seien Ironie und Euphemismus (bei Verwendung eines "positiven Ausdrucks", um ein negatives Konzept auszudrücken), Expressivitätsbestreben ("a negative term [is used] in order to convey a positive concept" (302)), oder aber es würden extralinguistische Faktoren sozialer, ethnischer oder kultureller Natur Auslöser sein (wiederum wenn ein negativer Ausdruck für ein positives Konzept verwendet wird).

Der vorletzte Artikel im Fallstudienteil von Feyaerts befasst sich mit der Konzeptualisierung von Dummheit in deutschen idiomatischen Wendungen (309-332). Die Analyse eines Korpus von 500 idiomatischen Ausdrücken ergibt, dass es nicht nur metaphorische hierarchisch organisierte Strukturen gibt, sondern auch metonymische ("large-scale metonymic structures [...] in which several individual metonymies take part" [309]). Höher in der Struktur positionierte Metonymien seien universeller Natur (z.B. DEVIANT BEHAVIOUR FOR STUPIDITY), während die niedriger positionierten kulturspezifisch seien. So werde das Konzept des "Mantafahrers" im Deutschen kulturspezifisch dafür herangezogen, um metonymisch auf "Dummheit" u.ä. zu verweisen. Im Rahmen seiner Studie gelangt Feyaerts auch zu einer Neudefinition von Metapher (319f.) und hinterfragt das theoretische Konzept der "domain matrix", auf welches viele Linguisten ihre Definitionen von Metapher und Metonymie gründen.

Schließlich untersuchen Panther und Thornburg (333-357) die "potentiality for actuality"-Metonymie im Englischen und Ungarischen. So bedeutet der Satz I can taste the vanilla typischerweise nicht, dass man in der Lage ist etwas zu schmecken, sondern dass man den Geschmack von Vanille de facto spürt. Es wirkt hier die Metonymie im Sinne einer konversationellen Implikatur; es handelt sich um eine "predicational metonymy" im Unterschied zu einer "referential metonymy" (334). Neben diesen beiden Untertypen von so genannten "propositional metonymies" unterscheiden die Autoren in ihrer pragmatischen Typologie von Metonymien noch illokutionäre Metonymien: Ein Sprechakt steht für einen anderen Sprechakt; z.B. steht der Aussagesatz I don't know where the bath soap is für die Frage where is the bath soap? (335). Die Analyse der "potentiality for actuality"-Metonymie erfolgt im Rahmen des scenario-Ansatzes (state-of-affairs-scenario [337f.]), wobei sieben verschiedene konzeptuelle/kommunikative Domänen untersucht werden. Die Analyse ergibt, dass im Englischen die untersuchte Metonymie viel regelmäßiger und systematischer verwendet wird als im Ungarischen (was Feyaerts' hierarchisches Metonymiemodell stützt), dass es sich bei besagter Metonymie aber generell um eine non-default-Metonymie handelt. Mit letzterem Ergebnis kommen die Autoren zu einer anderen Auswertung als Radden/Kövecses (1998 und im selben Band).

Der Anwendungsteil des Bandes umfasst leider nur zwei Artikel. Hier wäre eine größere Anzahl von Studien wünschenswert gewesen. Vor allem der den Band beschließende interessante Artikel von Pankhurst (385-399), der sich mit der Rolle von Metonymie in fiktiven narrativen Texten am konkreten Beispiel von Morrisons "Song of Solomon" befasst, wirkt in dem ansonsten mit linguistischen Fragestellungen beschäftigten Sammelband ein wenig verloren. Der Theorie von Jakobson (1956) und vor allem Riffaterre (1990) folgend, arbeitet Pankhurst heraus, dass eine der Hauptfunktionen von Metonymie in fiktiven Texten das Schaffen von Subtexten sei, was letztendlich dazu führe, dass der jeweilige Text als ein kohärentes Netzwerk verstanden werde, in welchem bestimmte Entitäten bzw. bestimmte Konzepte (im spezifischen Fall der Ohrring der Protagonistin) als (metonymisch zu interpretierende) Referenzrahmen für die gesamte Erzählung dienen (393). Pankhurst geht sogar soweit zu sagen, dass in der analysierten Erzählung "the metonymy has a meta-narrative function as a mark of fictionality" (395).

Nerlich und Clark untersuchen erstmalig den Erwerb von Metonymie und richten ihr Augenmerk sowohl auf die Produktion als auch auf das Verständnis. Hinsichtlich der Produktion unterscheiden sie zum einen pragmatische Strategien der Überextension, die vor allem bis zum Alter von 2;5 stattfinden und zu welchen neben metaphorischen und synekdochischen auch metonymische gehören, die dazu dienen "to cover up gaps in their tiny lexicons" (367). Die metonymischen Übertextensionen gründen auf perzeptuellen, spatial-temporalen und funktionalen Kontiguitäten (z.B. choo-choo für Züge, Flugzeuge, Autos (368)). Ein weiterer Typus von Metonymie bei der Sprachproduktion beginne in etwa ab dem vierten Lebensjahr und sei, im Gegensatz zum ersten Typus, ein kreativer Prozess: der Prozess des "metonymical shrinking". Die Autoren illustrieren diesen Prozess anhand Produktionsbeispielen von Nerlichs Sohn, z.B. bone-sandwich, weil das Käsebrot gut für die Knochen sei (371). Auch das Verbalisieren von Nomina basiere auf einer innovativ-kreativen  Metonymie (z.B. to gun, um das Töten mit einer Pistole auszudrücken). Die Analyse des Verständnisses von Metonymien bei Kindern (untersucht anhand eines im Anhang abgedruckten Textes) ergibt, dass dieses später erworben wird als die Produktionsfähigkeit.

Generell lässt sich sagen, dass der Band allumfassend aus kognitivlinguistischer Perspektive auf die Probleme und Fragestellungen der Metonymie eingeht. Es wird über den "traditionellen Tellerrand" der lexikalischen Semantik hinausgeblickt auf benachbarte Domänen wie z.B. die Wortbildung oder die Textsemantik und es wird mit veralteten Definitionen von Metonymie (z.B. Metonymie als ein reines "Ersetzungsverfahren") aufgeräumt. Zu dem positiven Gesamteindruck des Sammelbandes trägt bei, dass die Artikel nicht unverbunden nebeneinander stehen, sondern in der Regel sehr gelungen dort, wo es sinnvoll ist, aufeinander verweisen, sich ergänzen und miteinander oder gegeneinander argumentieren, so dass die Artikel gemeinsam ein komplexes Bild der Metonymie konstruieren.

Wünschenswert wäre gewesen, eine größere Bandbreite spezifischer Metonymien aus verschiedenen Sprachen zu präsentieren. Der Schwerpunkt liegt doch sehr eindeutig auf englischen Sprachbeispielen. An anderen Sprachen werden lediglich einige romanische Sprachen, das Deutsche und das Ungarische ausführlicher diskutiert. Anstatt hinter jeden einzelnen Artikel eine Bibliographie zu stellen, hätte es sich gelohnt, eine Gesamtbibliographie zu erstellen, zumal doch in nahezu jedem Artikel auch immer wieder auf die gleichen Standardwerke zur Metonymie- und Metaphernforschung verwiesen wird, so z.B. auf Lakoff (1987), Lakoff/Johnson (1990), Croft (1993), Goossens (1990), Langacker (1987).

Diese wenigen Negativkritikpunkte trüben aber keineswegs den sehr positiven Eindruck des Sammelbandes. Er ist ein wichtiges Werk in der Metonymieforschung und sollte bei der Beschäftigung mit Metonymie unbedingt berücksichtigt werden.

Literatur

Croft, William (1993): "The role of domains in the interpretation of metaphors and metonymies", in: Cognitive Linguistics 4, 35-370.

Goossens, Louis (1990): "Metaphtonymy: the interaction of metaphor and metonymy in expressions for linguistic action", in: Cognitive Linguistics 1, 323-340.

Jakobson, Roman (1956), "Two aspects of language and two types of aphasic disturbances", in: Jakobson, Roman/Halle, Morris (edd.): Fundamentals of Language. The Hague.

Lakoff, G. (1987), Women, Fire and Dangerous Things: What Categories Reveal about the Mind. Chicago.

Lakoff, George/Johnson, Mark (1990): Metaphors We Live By. Chicago.

Langacker, Ronald W. (1987): Foundations of Cognitive Grammar. Volume I: Theoretical Prerequisites. Stanford.

Langacker, Ronald W. (1991): Foundations of Cognitive Grammar. Volume II: Descriptive Application. Stanford.

Nunberg, Geoffrey D. (1979): "The non-uniqueness of semantic solutions: polysemy", in: Linguistics and Philosophy 3, 143-184.

Radden, Günter/Kövecses, Zoltán (1998): "Metonymy: developing a cognitive linguistic view", in: Cognitive Linguistics 9, 7-77.

Riffaterre, Michael (1990): Fictional Truth. Baltimore.

Taylor, John R. (1989): Linguistic Categorization. Prototypes in Linguistic Theory. Oxford.

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ISSN 1618-2006