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[PDF] VorwortWir freuen uns sehr, mit der aktuellen Ausgabe das zweite Themenheft innerhalb von drei Jahren metaphorik.de präsentieren zu können. Mit dem vorliegenden Band zur Metonymie wird zum einen ein aktuelles Themengebiet aufgenommen, das gerade in den letzten Jahren eine zunehmende Beachtung in der – vornehmlich kognitiv ausgerichteten – sprachwissenschaftlichen Forschung erfahren hat. Zum anderen eröffnet sich hier ein wichtiges linguistisches Spektrum, das das zweite Standbein von metaphorik.de darstellt – auch wenn dies im Namen unserer online Zeitschrift nicht explizit angesprochen wird. Metonymie und Metapher oder Metapher und Metonymie sind zwei Seiten einer Medaille, die sich gegenseitig ergänzen und vielfältige Beziehungen eingehen. Die Vielfalt der Relationen und die enge Verwandtschaft von Metonymie und Metapher offenbart sich an mehreren Stellen in den vorliegenden Artikeln. Fachhistorisch betrachtet hat die konzeptuelle Nähe zwischen Metapher und Metonymie lange Zeit dazu geführt, dass metonymische Prozesse als Metaphern bewertet wurden. Mit steigendem Forschungsinteresse und einer sich erweiternden Erforschung sprachlich-kognitiver Tropen entwickelte sich in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren das Bewusstsein, dass viele der ursprünglich metaphorischen Prozesse eigentlich metonymisch motiviert sind. Similarität und Kontiguität repräsentieren zwar grundlegende konzeptuelle Mechanismen der Übertragung, doch unterscheiden sich beide durch ihren Referenzbereich: Spricht man bei der Metapher von der Erschließung eines anderen Konzepts, so verweilt die Metonymie innerhalb eines Konzepts. Wir freuen uns darüber, für den vorliegenden thematischen Band wichtige Beiträger aus der internationalen Metonymiendiskussion gewonnen zu haben. metaphorik.de lebt davon, dass die Möglichkeiten eines offenen wissenschaftlichen Diskussionsforums nicht nur grundsätzlich geboten werden, sondern auch von den fachlich Interessierten aufgegriffen und genutzt werden. In diesem Sinne gilt unser Dank all denjenigen, die sich an dieser Diskussion aktiv beteiligen. In dem vorliegenden Themenheft wird das Verhältnis bzw. die enge semantische Verbindung zwischen Metapher und Metonymie besonders in den Beiträgen von Wendy Faith und Celia Martín de León diskutiert. Dass metonymische Prozesse nicht nur auf der semantischen Ebene eine Rolle spielen, sondern sehr stark mit pragmatischen Bedingungen interagieren, zeigen die Beiträge von Klaus-Uwe Panther/Linda L. Thornburg, Markus Egg und Richard Waltereit. Der Aufsatz von Klaus-Uwe Panther und Linda L. Thornburg und der Beitrag von Markus Egg diskutieren grundsätzliche Fragen zur Metonymie, während Richard Waltereit den pragmatisch motivierten Ablauf des metonymischen Bedeutungswandels von frz. quand même untersucht. Ulrich Detges Beitrag beleuchtet den metonymischen Charakter der Argumentvererbung deverbaler Nominalisierungen. Die im vorliegenden Themenband versammelten Fallstudien und Grundsatzdiskussionen zur Metonymie verdeutlichen die zunehmende Relevanz und Notwendigkeit der Metonymienforschung, die die bisherige Metaphernforschung sinnvoll ergänzt. Wir hoffen, mit dieser Nummer das
Interesse unserer Leserinnen und Leser für das Themengebiet der Metonymie zu
wecken und eine weitere Auseinandersetzung mit ihr anregen zu können. Aus
diesem Grund sei noch einmal deutlich hervorgehoben, dass metaphorik.de
sich als ein wissenschaftliches Forum versteht, in dem – metaphorisch
gesprochenen – die ungleichen Schwestern Metonymie und Metapher eine
angemessene Beachtung finden. Aus gegebenem Anlass rufen wir also dazu auf,
weiterhin Beiträge einzureichen, die sich dem Themengebiet von Metonymie und
Metapher widmen. Eine anregende Lektüre wünscht das Redaktionsteam von metaphorik.de. Bonn, im Juli 2004 Hildegard Clarenz-Löhnert Martin Döring Klaus Gabriel Dietmar Osthus Claudia Polzin-Haumann Katrin Mutz Nikola Roßbach [PDF] |
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