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Kandidat 1

Es gibt Fußballer, die sind mit dem Ball weit treffsicherer als mit ihren Formulierungen. Dass zu diesen auch Stefan Effenberg gehört hat, steht außer Frage. Um so schöner ist es, wenn sich der zukünftige Ex-Mann der geschiedenen Frau Strunz mit einem wunderbaren phraseologischen Doppelpass über die Bild-Zeitung aus dem fußballerischen Ruhestand zurückmeldet. Anlass ist die Verpflichtung von Christian Ziege - und eben nicht von Stefan Effenberg - zum neuen Sportdirektor der Gladbacher:

"Effenberg hatte sich bei dem abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten selbst ins Gespräch gebracht. «Ich habe Präsident Rolf Königs am Dienstag aus Florida angerufen und ihm klar und deutlich meine sofortige Hilfe angeboten», sagte er. Er hätte Veränderungen vorgenommen und sei überzeugt gewesen, den Abstieg zu vermeiden. «Es ist für mich eine schallende Ohrfeige. Ich habe die Raute noch immer im Herzen», meinte Effenberg, der von 1987 bis 1990 und von 1994 bis 1998 für die Borussen spielte. «Sie bekommen mich auf dem silbernen Tablett serviert und treten es mit Füßen.»" (Netzeitung 9.3.2007)

Unsere Laudatio: Bevor Florida-Stefan den metaphorischen Stinkefinger in Richtung Vereinspräsidium erhebt, sei ihm ein kleiner Hinweis gegeben: wenn die Tabellenletzten vom Bökelberg silberne Tabletts mit den Füßen treten, dann gelingt es ihnen vielleicht demnächst ja auch wieder mit dem Ball.. [do] 

Kandidat 2 (unser Sieger)

Das Abendland ist - wie Harald Weinrich es einmal formuliert hat - eine Bildfeldgemeinschaft. Die EU-Politik inspiriert ebenfalls zu zahlreichen sprachenübergreifenden Metaphern, man denke an das alte Sprachbild des deutsch-französischen Motors, der mal mehr, mal weniger ins Stottern gerät. Guido Westerwelle hält zu den zähen Verhandlungen des letzten EU-Gipfels, in der die polnische Regierung die Vertragsverhandlungen zeitweise blockierte, eine besonders interessante Variante der Verkehrsmetaphorik bereit:

"Es kann in Europa nicht sein, dass das langsamste Schiff das Tempo des Zuges bestimmt." (ZDF heute-journal 25.6.2007)

Unsere Laudatio: Beruhigend ist folgendes: Der territoriale Revanchismus hat in der deutschen Politik keinen Platz mehr. Die schon nach dem Ersten Weltkrieg in Reaktion auf den polnischen Korridor verbreitete Parole "der Pole ist kein Seefahrer" gehört endgültig der Vergangenheit an. Doch sei's drum: Guido Westerwelle spricht von  Zügen, deren Tempo von langsamen Schiffen bestimmt wird... Da antizipiert der FDP-Vorsitzende entweder bereits den Bahn-Streik, oder er befindet sich metaphorisch auf dem ganz falschen Dampfer. [nr/do]

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ISSN 1618-2006 (für das Journal)

zuletzt bearbeitet am 17.07.09

2007

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Kandidat 1

Es gibt Fußballer, die sind mit dem Ball weit treffsicherer als mit ihren Formulierungen. Dass zu diesen auch Stefan Effenberg gehört hat, steht außer Frage. Um so schöner ist es, wenn sich der zukünftige Ex-Mann der geschiedenen Frau Strunz mit einem wunderbaren phraseologischen Doppelpass über die Bild-Zeitung aus dem fußballerischen Ruhestand zurückmeldet. Anlass ist die Verpflichtung von Christian Ziege - und eben nicht von Stefan Effenberg - zum neuen Sportdirektor der Gladbacher:

"Effenberg hatte sich bei dem abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten selbst ins Gespräch gebracht. «Ich habe Präsident Rolf Königs am Dienstag aus Florida angerufen und ihm klar und deutlich meine sofortige Hilfe angeboten», sagte er. Er hätte Veränderungen vorgenommen und sei überzeugt gewesen, den Abstieg zu vermeiden. «Es ist für mich eine schallende Ohrfeige. Ich habe die Raute noch immer im Herzen», meinte Effenberg, der von 1987 bis 1990 und von 1994 bis 1998 für die Borussen spielte. «Sie bekommen mich auf dem silbernen Tablett serviert und treten es mit Füßen.»" (Netzeitung 9.3.2007)

Unsere Laudatio: Bevor Florida-Stefan den metaphorischen Stinkefinger in Richtung Vereinspräsidium erhebt, sei ihm ein kleiner Hinweis gegeben: wenn die Tabellenletzten vom Bökelberg silberne Tabletts mit den Füßen treten, dann gelingt es ihnen vielleicht demnächst ja auch wieder mit dem Ball.. [do] 

Kandidat 2 (unser Sieger)

Das Abendland ist - wie Harald Weinrich es einmal formuliert hat - eine Bildfeldgemeinschaft. Die EU-Politik inspiriert ebenfalls zu zahlreichen sprachenübergreifenden Metaphern, man denke an das alte Sprachbild des deutsch-französischen Motors, der mal mehr, mal weniger ins Stottern gerät. Guido Westerwelle hält zu den zähen Verhandlungen des letzten EU-Gipfels, in der die polnische Regierung die Vertragsverhandlungen zeitweise blockierte, eine besonders interessante Variante der Verkehrsmetaphorik bereit:

"Es kann in Europa nicht sein, dass das langsamste Schiff das Tempo des Zuges bestimmt." (ZDF heute-journal 25.6.2007)

Unsere Laudatio: Beruhigend ist folgendes: Der territoriale Revanchismus hat in der deutschen Politik keinen Platz mehr. Die schon nach dem Ersten Weltkrieg in Reaktion auf den polnischen Korridor verbreitete Parole "der Pole ist kein Seefahrer" gehört endgültig der Vergangenheit an. Doch sei's drum: Guido Westerwelle spricht von  Zügen, deren Tempo von langsamen Schiffen bestimmt wird... Da antizipiert der FDP-Vorsitzende entweder bereits den Bahn-Streik, oder er befindet sich metaphorisch auf dem ganz falschen Dampfer. [nr/do]

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ISSN 1618-2006 (für das Journal)

zuletzt bearbeitet am 19.12.09

2007

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Kandidat 1

Es gibt Fußballer, die sind mit dem Ball weit treffsicherer als mit ihren Formulierungen. Dass zu diesen auch Stefan Effenberg gehört hat, steht außer Frage. Um so schöner ist es, wenn sich der zukünftige Ex-Mann der geschiedenen Frau Strunz mit einem wunderbaren phraseologischen Doppelpass über die Bild-Zeitung aus dem fußballerischen Ruhestand zurückmeldet. Anlass ist die Verpflichtung von Christian Ziege - und eben nicht von Stefan Effenberg - zum neuen Sportdirektor der Gladbacher:

"Effenberg hatte sich bei dem abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten selbst ins Gespräch gebracht. «Ich habe Präsident Rolf Königs am Dienstag aus Florida angerufen und ihm klar und deutlich meine sofortige Hilfe angeboten», sagte er. Er hätte Veränderungen vorgenommen und sei überzeugt gewesen, den Abstieg zu vermeiden. «Es ist für mich eine schallende Ohrfeige. Ich habe die Raute noch immer im Herzen», meinte Effenberg, der von 1987 bis 1990 und von 1994 bis 1998 für die Borussen spielte. «Sie bekommen mich auf dem silbernen Tablett serviert und treten es mit Füßen.»" (Netzeitung 9.3.2007)

Unsere Laudatio: Bevor Florida-Stefan den metaphorischen Stinkefinger in Richtung Vereinspräsidium erhebt, sei ihm ein kleiner Hinweis gegeben: wenn die Tabellenletzten vom Bökelberg silberne Tabletts mit den Füßen treten, dann gelingt es ihnen vielleicht demnächst ja auch wieder mit dem Ball.. [do] 

Kandidat 2 (unser Sieger)

Das Abendland ist - wie Harald Weinrich es einmal formuliert hat - eine Bildfeldgemeinschaft. Die EU-Politik inspiriert ebenfalls zu zahlreichen sprachenübergreifenden Metaphern, man denke an das alte Sprachbild des deutsch-französischen Motors, der mal mehr, mal weniger ins Stottern gerät. Guido Westerwelle hält zu den zähen Verhandlungen des letzten EU-Gipfels, in der die polnische Regierung die Vertragsverhandlungen zeitweise blockierte, eine besonders interessante Variante der Verkehrsmetaphorik bereit:

"Es kann in Europa nicht sein, dass das langsamste Schiff das Tempo des Zuges bestimmt." (ZDF heute-journal 25.6.2007)

Unsere Laudatio: Beruhigend ist folgendes: Der territoriale Revanchismus hat in der deutschen Politik keinen Platz mehr. Die schon nach dem Ersten Weltkrieg in Reaktion auf den polnischen Korridor verbreitete Parole "der Pole ist kein Seefahrer" gehört endgültig der Vergangenheit an. Doch sei's drum: Guido Westerwelle spricht von  Zügen, deren Tempo von langsamen Schiffen bestimmt wird... Da antizipiert der FDP-Vorsitzende entweder bereits den Bahn-Streik, oder er befindet sich metaphorisch auf dem ganz falschen Dampfer. [nr/do]

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zuletzt bearbeitet am 19.12.09

2007

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"Effenberg hatte sich bei dem abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten selbst ins Gespräch gebracht. «Ich habe Präsident Rolf Königs am Dienstag aus Florida angerufen und ihm klar und deutlich meine sofortige Hilfe angeboten», sagte er. Er hätte Veränderungen vorgenommen und sei überzeugt gewesen, den Abstieg zu vermeiden. «Es ist für mich eine schallende Ohrfeige. Ich habe die Raute noch immer im Herzen», meinte Effenberg, der von 1987 bis 1990 und von 1994 bis 1998 für die Borussen spielte. «Sie bekommen mich auf dem silbernen Tablett serviert und treten es mit Füßen.»" (Netzeitung 9.3.2007)

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Das Abendland ist - wie Harald Weinrich es einmal formuliert hat - eine Bildfeldgemeinschaft. Die EU-Politik inspiriert ebenfalls zu zahlreichen sprachenübergreifenden Metaphern, man denke an das alte Sprachbild des deutsch-französischen Motors, der mal mehr, mal weniger ins Stottern gerät. Guido Westerwelle hält zu den zähen Verhandlungen des letzten EU-Gipfels, in der die polnische Regierung die Vertragsverhandlungen zeitweise blockierte, eine besonders interessante Variante der Verkehrsmetaphorik bereit:

"Es kann in Europa nicht sein, dass das langsamste Schiff das Tempo des Zuges bestimmt." (ZDF heute-journal 25.6.2007)

Unsere Laudatio: Beruhigend ist folgendes: Der territoriale Revanchismus hat in der deutschen Politik keinen Platz mehr. Die schon nach dem Ersten Weltkrieg in Reaktion auf den polnischen Korridor verbreitete Parole "der Pole ist kein Seefahrer" gehört endgültig der Vergangenheit an. Doch sei's drum: Guido Westerwelle spricht von  Zügen, deren Tempo von langsamen Schiffen bestimmt wird... Da antizipiert der FDP-Vorsitzende entweder bereits den Bahn-Streik, oder er befindet sich metaphorisch auf dem ganz falschen Dampfer. [nr/do]

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zuletzt bearbeitet am 19.12.09