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es handelt sich hier um die überarbeitet Version eines Beitrags, der auf dem Romanistentag 1997 in Jena gehalten wurde; die Schriftversion ist veröffentlicht unter Osthus, Dietmar "Metaphernspiele in Pressetexten - Ludischer Metapherneinsatz in französischen und deutschen Tageszeitungen", in: Gil, A./Schmitt, Ch. (edd.) 1998, Kognitive und kommunikative Dimensionen der Metaphorik in den romanischen Sprachen - Akten der gleichnamigen Sektion des XXV. Deutschen Romanistentages (Jena 28.9.-2.10.1997), Bonn. 150-166.

 

 

Metaphernspiele in Pressetexten: ludischer Metapherneinsatz

in französischen und deutschen Tageszeitungen

(Dietmar Osthus, Bonn)

 

1          Problemstellungen und Methodik der Analyse

 

Allen Kontroversen zum Trotz: Die Betrachtung der Metapher in der Sprachwissenschaft ist einem tiefgreifenden Wandel unterworfen. Galt sie, bestimmt durch die Kategorisierungen der antiken Rhetorik weitestgehend als schmückendes Beiwerk, als abweichender Sprachgebrauch, dem eine Analyse als literarisch gewähltes rhetorisches Mittel zukommt und wurde ihre Beschreibung infol­gedessen vornehmlich der Literaturwissenschaft zugewiesen, rückt spätestens seit der pragmati­schen Wende ihre Alltäglichkeit in den Mittelpunkt (Weinrich et al. 1968; Weydt 1988; Koch 1994). Dabei werden zunehmend ihre in unterschiedlichsten Textsorten und Sprachregistern vorhandenen kom­munikativen Funktionen betont. Mit aufkommenden kognitiven semantischen Modellen gar wurde die Metapher von der einst randständigen Position innerhalb der Sprachbetrachtung in ihr Zentrum gerückt, indem sie, wenn auch mitunter in verblaßter oder toter Form, als Schlüssel zur Erfassung der angenommenen kognitiven Motiviertheit menschlicher Sprache begriffen wird (Lakoff/Johnson 1980). Ohne die sehr weitgehenden Schlußfolgerungen bzw. den äußerst weit gefaßten Meta­phernbegriff des amerikanischen Kognitivismus zu teilen, ist einer Diagnose auf jeden Fall zuzu­stimmen: Die Metaphernkompetenz ist Teil unserer gedanklichen wie sprachlichen Fähigkeiten (Stachowiak 1985). Erst das Wissen um metaphorische Verwendungsweisen gestattet uns folglich Produktion wie Rezeption von Metaphern im Text.

Die Funktionen, die Metaphern wahrnehmen können, sind äußerst vielfältig. Metaphern bereichern das Lexikon, Metaphern dienen der Veranschaulichung komplexer, abstrakter Zusammenhänge (Weydt 1988), mit Metaphern können emotive Strategien verfolgt (Schmitt 1994) oder sprachliche Überraschungseffekte erzielt werden, die primär dem Lesevergnügen dienen (Lüger ²1995:36). Diesem letzten Punkt, der Art und Weise, wie über metaphorische Verwendungen spielerisch in Texten dieses Lesevergnügen erzeugt wird, soll in dieser Studie nachgegangen werden. Ausge­gangen wird dabei von einem textlinguistischen Metaphernverständnis, welches die Metapher als mittels isotopischer Projektionen beschreibbaren Textkonstituenten auffaßt (Weinrich et al. 1968).  Aus der strikten Betrachtung der Metapher als Textphänomen ergibt sich eine Ablehnung solcher Konzeptionen, die bei vollständiger Vernachlässigung ihrer Textfunktionen Metaphern zu einseitig anhand ihrer Form in beispielsweise kreative, konventionelle oder lexikalisierte untergliedern. 

Das Metaphernspiel ist also definierbar als die Verwendung metaphorischer Textsegmente mit dem Ziel, mittels eines sprachspielerischen Einsatzes Vergnügen zu bereiten. Sicher ist es nicht möglich, empirisch die Qualität eines metaphorisch erzeugten Witzes zu messen, was aber im Rahmen die­ser Untersuchung versucht werden soll, ist die linguistische Beschreibung des spielerischen Meta­pherneinsatzes in deutschen und französischen Pressetexten. Das weite Feld des Sprachwitzes, das erst kürzlich mit einer vergnüglichen aber längst nicht vollständigen Sammlung durchmessen wurde (Koch/Krefeld/Oesterreicher 1997), soll hier eingeschränkt werden auf das auch in der Studie Hausmanns  zentrale amphibolische Wortspiel (1974:113).

Eine kontrastive Untersuchung sprachspielerischer Verwendungen bietet sich von daher an, weil gerade im Bereich des Sprachenvergleichs viele Fragen der Metaphorik bislang kaum beantwortet sind. Dies mag mit der weiten Verbreitung der Weinrichschen Hypothese einer, wenn schon nicht universellen, dann aber doch wenigstens abendländischen Bildfeldgemeinschaft (1976:287) zu­sammenhängen. Weinrich setzt hier eine zumindest semantische Kohärenz von Metaphernfeldern und weitgehend übereinzelsprachlich identische Metaphernverwendungen voraus, freilich ohne diese These jemals empirisch überprüft zu haben. Doch selbst wenn die strukturell semantische Perspektive auf in einem hohen Maße konvergente Strukturen der Bildlichkeit [1] schließen läßt, bleiben kommunikativ-pragmatische Aspekte davon unberührt. Von der metaphorischen Form läßt sich noch nicht zwingend auf ihre Funktion schließen. Wortspielerischer Sprachgebrauch ist als Gegenstand kontrastiver Analysen darüberhinaus weitgehend unberücksichtigt, sieht man von ein­zelnen Studien zur Übersetzbarkeit (Heibert 1993; Grasseger 1995; Schmitt 1997) ab, die allerdings größtenteils unidirektionale Translate kritisch beurteilen und zurecht eine häufig mangelnde kommunikative Entsprechung zwischen Ausgangs- und Zieltext diagnostizieren. Nur ist natürlich aus der schwieri­gen Übersetzbarkeit eines Wortspiels zum Beispiel aus der Ausgangssprache Französisch in die Zielsprache Deutsch noch nicht auf ein generell wortspielfreudigeres Französisch [2] zu schließen. Daher stützt sich diese Untersuchung nicht auf Übersetzungsvergleiche, sondern auf einen syste­matischen Textvergleich deutscher und französischer Tageszeitungen. Folglich stehen auch weniger Fragen der semantischen Äquivalenz einzelner Spiele im Vordergrund. Vielmehr soll versucht werden, das Funktionieren von Metaphernspielen im Pressetext zu erläutern. Das hierzu analy­sierte Korpus umfaßt auf elektronischen Datenträgern erschienene Ausgaben der Zeitungen Le Monde (LM) und die tageszeitung (taz). Es handelt sich somit um Presseorgane, die nicht um der Sprache willen mit der Sprache spielen, wie es sich beim von Hausmann analysierten Canard Enchaîné oder seinen mehr oder weniger vergleichbaren deutschen Entsprechungen beobachten läßt, sondern um solche, in denen die ludische Metaphernfunktion der informierenden unterge­ordnet wird.

 

 

2          Das metaphorische Spiel

 

Metaphorisches Spiel bedeutet, bei aller seit Wittgenstein bekannten Vagheit des Spiel-Begriffs, die Verwendung einer metaphorischen Wendung in einem geschickten Hin- und Her-Lavieren zwischen der bildspendenden und der bildempfangenden Isotopieebene. Wenn Weinrich in seiner als klassisch geltenden Definition der Metapher durch Konterdetermination die Metapher semantisch dahingehend auflöst, daß er die Differenz zwischen Bedeutung und Meinung eines Ausdrucks be­schreibt, so schildert er gewissermaßen den Normalfall metaphorischen Sprechens. Im Kontext, welcher Situation wie savoir partagé mit einschließt (Petöfi 1975:300), wird das Referenzpotential eines Lexems oder einer Zeichenkette entweder über normale Präzisierung nicht-metaphorisch eingeschränkt oder aber im Rahmen einer Konterdetermination, bei der gewisse semantische Merkmale der bildspendenden auf der bildempfangenden Isotopieebene aktualisiert werden, einer Monosemierung unterzogen. Im metaphorischen Spiel dagegen wird diese Einschränkung der Re­ferenzpotentiale nicht eindeutig vollzogen. Verschiedene lectures oder acceptions der metaphori­schen Wendung sind möglich, wenngleich natürlich dieses keine echte Uneindeutigkeit des Text­segments mit sich bringt, da zum Beispiel zwischen einer primär informierenden und einer parallel laufenden primär belustigenden Interpretation unterschieden werden kann. Das Metaphernspiel lebt davon, daß seine Spielregeln bekannt und akzeptiert sind.

Eine Überschrift wie "Règlements de comptes à la City" [3] , die eine Meldung über Mafia-Kämpfe im Londoner Bankenmilieu einleitet, kann problemlos metaphorisch interpretiert werden, indem se­mantisch korrekt règlement de comptes als Terminus für rächende Morde verstanden wird. Die Komik dieses metaphorischen Spiels rührt daher, daß règlement de comptes sich nahtlos in die durch City fortgeführte Finanzisotopie einfügt.

Für das Funktionieren dieses Metaphernspiels ist es unbedeutend, ob im Sinne der Information die metaphorische oder die nicht-metaphorische Interpretation die "richtige" ist. Sofern in einer Spre­chergemeinschaft eine Metapher oder, häufiger noch, ein teilmetaphorischer Phraseologismus be­kannt ist, kann sie auch in nicht-metaphorischem Gebrauch spielerisch eingesetzt werden, so etwa, wenn im Kontext der Wirtschaftskrise, demonstrierender Begleute eine rheinische Boulevardzei­tung einen banalen Stromausfall im Kanzleramt mit "Im Kanzleramt gingen die Lichter aus" [4] beti­telt. Spontane Kalauer beruhen häufig auf genau diesem Mechanismus.

 

 

2.1       Metaphernspiele in der Zeitungsschlagzeile

 

Innerhalb der Presseprache ist die Zeitungsschlagzeile zweifellos die Textsorte, welche am stärk­sten wortspielerischen Verwendungen gegenüber offen ist. Dies ergibt sich aus der Funktion, die die Schlagzeile innerhalb der Pressepublikationen wahrnimmt. Die Schlagzeile soll zum einen in das Thema des Artikels einführen, zum anderen aber auch die Aufmerksamkeit auf ein Thema len­ken, bzw. als Titelschlagzeile auf die Zeitung selbst. Dabei zeigt sich gerader beim Aufmacher auf Seite 1 eine hohe Divergenz zwischen verschiedenen Tageszeitungen, die sich aus unterschiedli­chen Stilnormen, zum Beispiel zwischen seriöser Tagespresse und dem Boulevardjournalismus erklären lassen. In dieser Studie wird folglich nicht ein bestimmter Schlagzeilentyp im Vorder­grund stehen, sondern exemplarisch soll der Bereich der Berichterstattung über die Automobil­industrie hinsichtlich der Metaphernspiele in Schlagzeilen beleuchtet werden. Die Automobil­berichterstattung bietet sich förmlich an, eröffnet sie doch -in der Weinrichschen Terminologie [5] - einen breiten Bildspender- wie Bildempfängerbereich. Autos, ihre Produktion, ihre Produzenten und Nutzer sind Teil unseres wirtschaftlichen wie kulturellen Alltagslebens, insofern Objekt der Presseberichterstattung, somit potentielle Bildempfänger, zum anderen sind von ihnen etliche, zum Großteil konventionalisierte Metaphern in unsere Alltagssprache übergegangen. Ihr übereinzel­sprachlicher Charakter wird nicht zuletzt an der Eurometapher des moteur franco-allemand und ihrem bildfeldlichen Komplementär der britischen Bremse offensichtlich. Dynamische Prozesse des Autofahrens werden auf andere Dynamiken projiziert [6] . Aufgrund dieser Präsenz der Automobiliso­topie auf beiden Seiten des metaphorischen Prozesses ist ein hohes Potential für spielerische Ver­wendungen zu erwarten.

Am produktivsten innerhalb dieses Metaphernfeldes gestalten sich Bezeichnungen für Dynamisie­rung von Geschwindigkeiten in deutschen wie in französischen Überschriften. So titelt Le Monde im Zusammenhang mit einer steuerlichen Subventionierung von Neuwagen:

 

(1) “Coup d’accélérateur pour les concessionnaires comme pour les casseurs, coup de frein probable pour les réparateurs: à-coups et contrecoups d’une aide à l’industrie automobile”, LM 9.10.96, 3.

 

Die Dynamik der Autofahrt wird metaphernspielerisch auch in folgenden Schlagzeilen auf die Au­tomobilindustrie projiziert:

 

(2) “L’automobile rêve d’un second moteur d’ici à l’an 2000” “La voiture électrique n’en finit pas de démarrer.”, LM 3.10.96, 6.

(3) “La voiture électrique démarre”, LM 17.7.96, 1.

 

Auch in einigen im deutschen Korpus belegten Zei­tungsschlagzeilen werden Prozesse des Bremsens und Beschleunigens spielerisch metaphorisiert:

 

(4) “Mit drei-Liter-Autos auf du und du - Bremsende Bürokratie”, taz 13.1.94, 7.

(5) “SPD-Vorstand für Verkehrswende - Hamburgs SPD will Autolawine stoppen und präsentiert erstmals ein geschlossenes Konzept/ Voscherau als Bremser”, taz-HH 11.2.93, 21.

(6) “Grüne wollen lieber regieren als Autos bremsen - B’90/Gr in SAH für A 28”, taz 31.10.94, 1.

 

Doch auch die Bewegung der Autofahrt an sich wird zur Schaffung des Metaphernspiels einge­setzt, so in folgenden Schlagzeilen, die in Zusammenhang mit der Automobilindustrie stehen. Auswirkungen von Streiks auf die Fahrzeugproduktion werden von Le Monde beispielsweise fol­gendermaßen betitelt:

 

(7) “Les entreprises commencent à être asphyxiées - Peu à peu les moteurs de l’activité économique s’étouffent.”, LM 28.11.96, 7.

 

Das spielerische Prinzip der deutschen Schlagzeile zur Bilanz eines südwestdeutschen Autobauers ist identisch, der Inhalt konträr:

 

(8) “Das Autogeschäft brummt wie nie”, taz 13.4.95, 1.

 

Die Isotopie des Autorennens wird in beiden Vergleichssprachen auf ähnliche Art und Weise auf die der wirtschaftlichen Konkurrenz zwischen verschiedenen Automobilkonzernen übertragen:

 

(9) [über Audi] “L’allemande aux quatre anneaux retrouve sa voie”, LM 14.10.96, 19.

(10) “Mitsubishi gagne la course au moteur essence à injection directe”, LM 21.9.96, 20.

(11) “Mit den Autohändlern auf du und du - Aufholjagd in Asien”, taz 13.6.95, 9.

(12) “Fahrt in die Verlustzone - Südkoreas Autoindustrie verkauft viel und billig”, taz 28.2.95, 7.

 

Während in den genannten Beispielen das metaphorische Spiel durch die Projektion von einander nahestehenden Isotopien wie etwa der des Automobilrennens auf die des Automobilhandels oder der des Verkehrsflusses auf die der Verkehrspolitik erzeugt wurde - Projektionen, die in beiden Vergleichssprachen semantisch ähnliche Muster aufweisen-, konnten im Korpus ebenso einzel­sprachenspezifische spielerische Verwendungen beobachtet werden, die sich aus in beiden Spra­chen unterschiedlich strukturierter lexikalischer Polysemie ergibt. Der metaphorische Charakter dieser Lexeme ist zwar stark verblaßt, wird durch Kontext wie Situativität allerdings spielerisch wiederbelebt. So hat die Verwendung von Derivaten des Verblexems conduire, welches in der textuell erzeugten Automobilisotopie zunächst mit dem Vorgang des Autolenkens in Verbindung gebracht wird, durchaus wortspielerische Qualitäten:

 

(13) “La prime qualité automobile ne sera pas reconduite”, LM 28.9.96, 20.

(14) [Anti-Korruptionsverhaltensregeln] “General Motors s’offre une nouvelle conduite”, LM 29.7.96, 15.

 

Ein weiteres Beispiel ist das geschickte Lavieren zwischen der nicht-metaphorischen und der me­taphorischen Lesart von frz. parcours, den parcours automobile und parcours professionel, in folgender Schlagzeile, die einen Bericht über das Berufseinstiegsprogramm eines französischen Automobilkonzerns, der zudem als Motorenbauer für Autorennen renommiert ist, einleitet:

 

(15) “Chez Renault, les règles d’or du parcours initiatique.”, LM 19.6.96, 2.

 

Im deutschen Korpus konnten spielerische Verwendungen entsprechender Lexeme nicht belegt werden, wenngleich auf dem Niveau des Systems ähnliche polyseme Strukturen etwa der Lexeme Laufbahn oder steuern vorhanden sind.

Frequenter ist dagegen ludischer Gebrauch von in der deutschen Sprache ohnehin häufigeren No­minalkomposita in Schlagzeilen (de Knop 1987), so etwa im Automobilkontext von Vollgas und Überholspur:

 

(16) “Mit Vollgas in Dallas - In Texas sollen bald eine Million Autos mit Erdgasan­trieb unterwegs sein”, taz 19.4.95, 7.

(17) [Radler-Demo auf der Berliner Avus-Autobahn] “Radler auf der Überholspur - Größte Fahrrad-Demo Deutschlands anläßlich des Klimagipfels”, taz 3.4.95, 1.

 

Gemeinsam ist beiden Schlagzeilen, daß hier beide Interpretationen, die konterdeterminierte wie die nicht-metaphorische, akzeptierbar sind, sich die spielerische Funktion der Schlagzeile erst aus der Simultaneität beider Lesarten ergibt. Auf der Avus fuhren die Radfahrer zum einen auf der konkret faßbaren Überholspur, zum anderen erfuhren sie im Kontext des Klimagipfels die Gunst eines metaphorischen Überholens; Texaner dürfen sowohl mit materiellem Vollgas als Treibstoff Auto fahren als auch metaphorisch durchstarten. Dies zeigt, daß die metaphorische Amphibolie durchaus noch unterkategorisierbar ist in zum einen solche Spiele, in denen beide Lesarten für die Informationsfunktion als gleichwertig zu gelten haben, und solche, in denen eine primär informie­rende einer halb absurden, spielerischen Lesart gegenübersteht.

Zu sehen ist, wie sehr Metaphernspiele der Funktion der Textsorte Schlagzeile entgegenkommen. Sie eignen sich in hervorragender Weise dazu, die Aufmerksamkeit des Lesers zu binden. Meist ist die metaphernspielerische Schlagzeile zweigliedrig konstruiert, so daß die zum informierenden Verständnis nötige Desambiguierung zwischen metaphorischer und nicht-metaphorischer Lesart schon in der Schlagzeile selbst oder aber in der Unterüberschrift bzw. dem Artikelbeginn vorge­nommen wird (de Knop 1985:257). Aus pragmatischer Sicht sei darüberhinaus angemerkt, daß die semantische Desambiguierung von amphibolischen Schlagzeilen dadurch erleichtert wird, daß das metaphorische Wortspiel im Rahmen der Textsortenkonventionen der Schlagzeile zum Erwartba­ren gehört und daher nicht ausdrücklich markiert werden muß. Spiel und Information befinden sich auch daher im Einklang, daß die règles du jeu, deren Zeichen das zwischen Textproduzent und  Textrezipient entstehende sourire complice ist (Platen 1996:225) , akzeptiert sind, die semantischen Amphibolien hier also nicht schocken, sondern im Rahmen von Konventionen aufgelöst werden.

 

 

2.2       Metaphernspiele im Pressebericht

 

So wie der ludische Metapherneinsatz innerhalb der Schlagzeile mit der Appellfunktion, die diese einnimmt, korrespondiert, so sehr ist der eher informative Fließtext in seiner Funktionalität von der Schlagzeile abzugrenzen. Eine in der Schlagzeile durchaus goutierte spielerische semantische Ambivalenz würde in einem sachlich verfaßten Bericht gegen das journalistische Gebot der Infor­mativität und somit gegen die für den Zeitungsartikel akzeptierten Textsortenkonventionen ver­stoßen. Insofern ist das unmarkierte Spiel mit metaphorischer Amphibolie zumindest in der Politik- und Wirtschaftsberichterstattung des analysierten Korpus kaum zu belegen [7] . Frequent im journa­listischen Fließtext ist dagegen das metasprachlich markierte Metaphernspiel, welches mitunter direkt auf das in der Schlagzeile unmarkierte Spiel referiert, wie an folgender Schlagzeile zu zeigen ist:

 

(18) “Berliner Hexenkessel”, taz 2.5.95, 2.

 

Dieser Titel wird zu Beginn des eigentlichen Berichtes wiederaufgegriffen, allerdings mit me­tasprachlicher Anweisung zur Desambiguierung der möglichen Metapher Hexenkessel:

 

(19) “Der Kollwitzplatz im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg hatte sich in der Walpurgisnacht im wahrsten Sinne des Wortes in einen Hexenkessel verwandelt.”, taz 2.5.95, 2.

 

In diesem Fall weist der Metaphernmarker im wahrsten Sinne des Wortes auf die mögliche dop­pelte Interpretation des Kompositums Hexenkessel hin.

Sowohl die deutsche als auch die französische Sprache verfügen über ein reiches Inventar an sol­chen metasprachlichen Metaphernmarkern, welche es gestatten, im Sinne der Informationsfunktion der Sprache Metaphernspiele im Text entweder zugunsten der metaphorischen oder der nicht-me­taphorischen Lesart zu desambiguieren, oder aber auf  die Akzeptabilität beider Lesarten zu ver­weisen, ja sogar die Simultaneität beider Interpretationen als wesentlich für die Sinnkonstitution zu bestimmen. Die weitaus am häufigsten belegten Metaphernmarker sind im Deutschen und Franzö­sischen die Adverbien buchstäblich bzw. littéralement. Trotz ihrer ähnlich hohen Verwendung im Text sind erheblich Divergenzen in ihrer textuellen Funktion zu beobachten. Das deutsche Lexem buchstäblich verweist in sämtlichen Korpusbelegen auf die mögliche zweifache Desambiguierung:

 

 (20) [Kulturgeschichte] “Man sah nur, wie Weltbilder auseinanderfielen: hier die in ihrer Rolle als Frau buchstäblich eingeschnürten Damen vom Hofe, dort das objektiv dargestellte Geschlecht.”, taz 24.6.95, 3.

(21) “Der gerade verlängerte Nonproliferationsvertrag wird durch Ankündigungen, mit unterirdischen Atomtests fortzufahren, buchstäblich unterminiert.”, taz 22.6.95, 4.

(22) [Stadt-Utopien] “Selbst die Wände der Wohnhäuser widerhallen (buchstäblich) von laut gesprochenen Gelegenheitsgedichten, tagsüber stärker und nachts wahr­scheinlich etwas leiser.”, taz 19.6.95, 10.

(23) [Hongkong] “Als ich vor zwanzig Jahren das erste Mal hier war [..] existierte diese Uferzeile überhaupt noch nicht. Die haben sie buchstäblich ins Meer gesetzt.”, taz 16.6.95, 15.

 

Die systemkonforme französische Entsprechung littéralement ist dagegen in ihren Desambiguie­rungsanweisungen wesentlich polyfunktionaler. Sie kann zum einen, analog zu den deutschen Korpusbelegen des Adverbs buchstäblich, eine doppelte Lesart nahelegen:

 

(24) [über Hochseesegler] “Littéralement soulevé par une vague encore plus haute que les autres (..), Géodis venait d’être couché sur la mer, le gréement enfoncé dans l’eau”, LM 25.12.96, 14.

(25) “Surtout, riche d’illustrations choisies avec discernement, ce livre donne littéralement à voir la guerre d’Algérie.”, LM 6.12.96, 12.

(26) [Sänger/Tänzer-Performance] “Tout le côté rythmique lui sautait littéralement à la figure (..).”, LM 4.12.96, 24.

 

Zum anderen konnte sie aber ebenso in Textsegmenten belegt werden, in denen sie adverbial die Expressivität einer metaphorischen Wendung verstärkt, ohne allerdings gleichzeitig ihre simultane nicht-metaphorische Lesart zu bedingen:

 

(27) “L’interdiction faite depuis mars 1993 aux Arabes des territoires de Gaza et de Cisjordanie (..) étouffe littéralement la vie religieuse des chrétiens comme des musulmans.”, LM 23.12.96, 4.

(28) [über Peron] “On peut dire qu’il a été littéralement hissé au pouvoir par la maladresse des Américains du Nord.”, LM 11.12.96, 24.

(29) “Littéralement bouchés par Israël depuis neuf mois dans ce territoire de 350 kilomètres carrés (..) les Palestiniens (..) ont voulu montrer leur mécontentement.”, LM 28.11.96, 3.

 

In wenigen Fällen dient littéralement auch dazu, einem nicht-metaphorischen Ausdruck eine hö­here Expressivität zu verleihen:

 

(30) [Islamisten] “Littéralement fanatisés par Bensaid (..) ‘le groupe de Lille’ était notamment composé de quatre jeunes beurs convertis à l’Islam radical.”. LM 5.12.96, 7.

 

Wesentlich konvergenter sind dagegen die Verwendungen der adverbialen Bestimmungen im wahrsten Sinne des Wortes und au sens (le plus) littéral du terme, die vornehmlich dazu dienen, im Sinne des Metaphernspiels die stark verblaßte nicht-metaphorische Bedeutung weitgehend lexi­kalisierter Metaphern und metaphorischer Phraseologismen wiederzubeleben. Bei aller funktiona­ler Konvergenz fällt hier im Sprachenvergleich auf, daß im Deutschen das Metaphernspiel kataphorisch, im Französischen dagegen anaphorisch markiert wird:

 

(31) “Bleibt zu hoffen, daß der Kanzler bei seinem heutigen Treffen mit Jassir Arafat in Jericho den hohen, aber gerechtfertigten palästinensischen Erwartungen im wahr­sten Sinne des Wortes Rechnung trägt.”, taz 7.6.95, 10.

(32) [Filmkritik] “Auch hier wieder (..) hat man den Eindruck, ein Intellektueller ver­sucht sich von seinen Hoffnungen zu verabschieden; schon rein ästhetisch wirkt der langsame Verlust der Farbe, als hätte sich hier jemand im wahrsten Sinne des Wortes etwas abgeschminkt.”, taz 26.5.95, 17.

(33) [Mutter Teresa] “Être mieux soignée que d’autres, bénéficier d’un traitement de faveur au sens littéral du terme, voilà bien, dans l’esprit d’une sainte femme, une manière d’injustice.”, LM 28.11.96, 7.

(34) [Insektendokumentationsfilm] “Sous les pieds de ce Gulliver, au ras des pâquerettes, mais au sens littéral du terme, un monde plein de vie s’active au rythme d’un autre temps.”, LM 27.11.96, 21.

(35) [Musik im Internet] “Les sites créés par des amateurs, au sens littéral du terme, sont les plus nombreux.”, LM 27.11.96, 23.

 

In einer ähnlichen Funktion kann im Deutschen (ganz) wörtlich gemeint das Spiel mit der meta­phorischen Amphibolie anaphorisch markieren:

 

(36) [Outing-Debatte] “Das garantiert auch, daß der Schwule versteckt bleibt und nicht zum Nächsten wird, nicht im biblischen und auch nicht im weltlichen Sinn. Damit bleibt er auf Distanz, man hält ihn sich vom Leib, ganz wörtlich gemeint.”, taz 22.6.95, 20.

 

Kataphotisch im Französischen kann das Adverb doublement ein metaphorisches Spiel kennzeich­nen, wenngleich nur ein einziger Korpusbeleg für eine solche Verwendung gefunden werden konnte:

 

(37) “Un pneu vert. Doublement vert. D’abord, en raison de son faible coefficient de frottement [..], ensuite , parce qu’il change de couleur passant du noir au vert.”, LM 11.9.96, 19.

 

Auffällig bei der Betrachtung der Metaphernspiele im Pressebericht ist, wie sehr die Art der Mar­kierung die ludische Metaphernfunktion determiniert. Ist das durch ein Lexem wie buchstäblich, wörtlich, littéralement oder doublement markierte Spiel durchaus von starker Ausdruckskraft -natürlich im Rahmen der für den Pressebericht gültigen Textsortenkonventionen- verliert das Lavie­ren zwischen metaphorischer und nicht-metaphorischer Lesart mit zunehmender Länge der Mar­kierung an expressiver Wirkung, wie folgende Beispiele für beide Vergleichssprachen belegen:

 

(38) “An Eliteuniversitäten wie der New Yorker Columbia sorgen jedoch die zu Pro­fessoren arrivierten Poeten dafür, daß die nachfolgende Generation sich damit ausein­andersetzte. Diese jedoch ging auf Distanz. So auch John Epstein, und das im über­tragenen wie im wörtlichen Sinn. 1981 beendete er an der Columbia seine Magisterar­beit über Baudelaire und setzte sich nach Europa ab (..)., taz 22.9.94, 28.

(39) [Internet-Roman] “D’abord (..) le lecteur est au sens propre comme au figuré totalement ‘dérouté’ par ces fameux ‘liens hypertexte’ disséminés dans le récit et dans la trame de la toile et qui consistent à amener le lecteur sur un site.”, LM 6.12.96, 8.

 

Bei der Zuordnung der zitierten markierten Metaphernspiele im Pressebericht zu einzelnen Textgattungen ist festzuhalten, daß die Spiele fast ausschließlich in ausführlich informierenden Artikeln zu belegen waren. Kurzmeldungen und von Presseagenturen übernommene Kurzberichte, deren ausschließliche Funktion die der informierenden Darstellung ist, sind offensichtlich einer metaphernspielerischen Verwendung wenig offen. Daraus ergibt sich eine Interdependenz zwischen ludischem Metapherngebrauch und der Textfunktion, welche nach Art der Textsorte auch inner­halb des schon eingegrenzten Bereichs der Pressesprache stark divergiert. Da beide für das Korpus analysierte Zeitungen ein vergleichbares Textsortenprofil aufweisen, konnten hier keine einzelspra­chenspezifischen Unterschiede festgestellt werden.

 

 

3          Ergebnisse und Perspektiven

 

In einer thematisch zusammenfassenden Analyse des Textphänomens Metaphernspiel in der Pressesprache gilt es zuallererst, die Alltäglichkeit dieser Erscheinung sowohl im Deutschen wie im Französischen festzuhalten. Dabei muß allerdings das Metaphernspiel unterkategorisiert werden in das unmarkierte, vor allem in der Zeitungsschlagzeile zu beobachtende und in das markierte, ausschließlich im Pressebericht zu belegende Spiel mit der metaphorischen Amphibolie. Der sich aus Markierung bzw. Nicht-Markierung ergebende unterschiedliche Grad ludischer Expressivität korrespondiert mit den jeweils verschiedenen Textfunktionen und den sich aus ihnen ableitenden Textsortenkonventionen.

Bei der semantischen Kategorisierung der im Korpus belegten spielerisch verwendeten Metaphern fällt vor allem der hohe Anteil an konventionalisierten Metaphern auf, wobei sich auch hier noch gewisse Abstufungen beobachten lassen: Je stärker das Metaphernspiel markiert ist, desto lexika­lisierter sind die gebrauchten Metaphern, ja desto eher können auch verblaßte Metaphern, soge­nannte Metaphernleichen, wieder zum Leben erweckt werden, bzw. die lexikalisierte Metapher über ihre nicht-metaphorische Bedeutung remotiviert werden [8] . Aus der aufgezeigten spielerischen Verwendung konventioneller, halblexikalisierter Metaphern ergibt sich eine Kritik an der Bezeich­nung nicht-usueller Metaphern als kreativ. Sicher kann der Gebrauch einer innovativen Metapher Ausdruck sprachlicher Kreativität sein, kreativ ist aber ebensogut die innovative Verwendung einer konventionellen Metapher in einem nicht-usuellen Kontext.

Ein weiterer Punkt der ‘klassischen’ textlinguistischen Metapherndefinition muß ebenfalls einer konstruktiven Kritik unterzogen werden. Wenn Weinrich von der Metapher als Konterdetermina­tion spricht und sie als Enttäuschung der Erwartungshaltung  dahingehend kennzeichnet, als sie sich in eine ihr fremde, nämlich die bildempfangende Isotopie einfügt, kennzeichnet er trefflich den Mechanismus einer innovativen metaphorischen Form beispielsweise in einem poetischen Text. Bei den beobachteten Metaphernspielen indes ist genau der umgekehrte Prozeß zu beobachten. Die Erwartungshaltung des Textrezipienten wird zwar enttäuscht, nicht aber, weil ein Lexem oder eine Zeichenkette metaphorisch zu interpretieren ist, sondern weil usuelle metaphorische Wendungen wie au ras des pâquerettes, amateur, parcours, freiner, Aufholjagd, Überholspur etc. eben nicht metaphorisch gebraucht werden, sondern sie sich semantisch in die Bildspenderebene einfügen, die Metapher somit in gewisser Weise spielerisch umgedreht wird - ein Verfahren, das in der Alltags­sprache zumindest in bestimmter Situativität sehr gängig ist und bislang in den ansonsten ausufernden Metapherntheorien unseres Wissen kaum Berücksichtigung gefunden hat- .

Für den Sprachenvergleich ergibt die vorgenommene Analyse den Befund weitgehend konvergen­ter Metaphernspielregeln und -funktionen. Die leicht abweichenden Stilnormen vor allem der Zei­tungsschlagzeile dürften weniger einzelsprachlich bedingt, sondern mit abweichenden Leser­profilen der analysierten Tageszeitungen begründbar sein. Divergent ist lediglich das Inventar an ludisch gebrauchten Formen, wobei erst eine Ausweitung des Korpus präzise Aufschlüsse über Formen, Dichte und Frequenz der metaphernspieltauglichen Isotopien in den Vergleichssprachen liefern würde. Aufgrund der bislang wenig zahlreichen Studien zur kontrastiven Metaphorik sind hier einstweilen noch keine abschließenden Ergebnisse zu erwarten.

Angesichts von seit 1975 allein in der Library of Congress katalogisierten ca. 450 Monographien zur Metapherntheorie -die um ein Vielfaches höhere Zahl von Aufsätzen nicht einberechnet- dürften die linguistischen Mechanismen der Metapher als weitgehend erforscht gelten. Was fehlt, sind Analysen ihrer textuellen und pragmatischen Funktionen. So würden beispielsweise Untersuchun­gen über Metasprache und Metaphern in der Alltagssprache Aufschlüsse über das Bewußtsein der Metaphorizität eines Ausdrucks liefern und so möglicherweise die Frage nach möglichen Grenzen des Metaphernbegriffs zu beantworten helfen. Auch stehen Analysen des Verhältnisses zwischen Polysemie, Paronymie und metaphorischer Amphibolie im Rahmen einer umfassenden Linguistik des Infotainment noch aus. Für eine Sprachwissenschaft, die Pragmatik und Empirie im Dienste einer funktionellen Metaphernanalyse ernst nimmt, ist das buchstäbliche Spiel noch lange nicht aus.

 

 

Literaturverzeichnis

 

1. Das Korpus

LM: Le Monde, Paris (Zitierweise: Tagesausgabe, Seitenzahl).

taz: die tageszeitung, Berlin (Zitierweise: Tagesausgabe, Seitenzahl).

 

 

2. Aufsätze und Monographien

 

Baier, Michael 1988, Die metaphorische Textkonstitution, Erlangen.

Bühler, Karl ²1965 [11934], Sprachtheorie. Die Darstellungsfunktion der Sprache, Jena.

Dagut, Menachim B. 1976, “Can ‘Metaphor’ be translated?”, in: Babel 22/1, 21-33.

Dagut, Menachim B. 1987, “More about the Translability of Metaphor”, in: Babel 33/2, 77-83.

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[1] Ich möchte hier nicht explizit den Bildfeld-Begriff von denen des Mapping bzw. des Idealized Cognitive Model (Lakoff/Johnson 1980) abgrenzen, da beide Begriffe unterschiedlichen, sich gegenseitig kaum rezipierenden sprachwissenschaftlichen Ansätzen entstammen, jedoch auf den gleichen semantischen Strukturzusammenhang verweisen, worauf zuletzt Liebert (1992) verwiesen hat.    

[2] Die Hypothese des französischen Wortspielreichtums ist vor allem von Hausmann (1974:112) ausformuliert worden, bezieht sich allerdings weniger auf die metaphorisch erzeugte Amphibolie, sondern stärker auf Homonymen- und Paronymenspiele, die aufgrund der häufigeren Plurivalenz sprachlicher Zeichen im Französischen usueller als im Deutschen sind. In dieser Perspektive ist die These zutreffend.

[3] Nouvel Observateur, 19.4.97, 13.

[4] Express/Bonn, 20.3.97, 1.

[5] Weinrich (1976:286) führt anhand des Bildfeldes Wortmünze  in die durch Greimas inspirierte Terminologie der Isotopien-Projektionen ein. Anschaulich wird dieses Konzept ebenfalls von Kallmeyer et al. (1974:162) erläutert.

[6] Selbstverständlich ließen sich auch Automobilmetaphern in übergeordnete Regularitäten der Bildlichkeit einordnen, wie es etwa kognitive Ansätze der conceptual metaphors zu tun pflegen. Die Frage, welche Ebene der Bildlichkeit betrachtet wird, ist allerdings ein eher wissenschaftstheoretisches Problem und für eine funktionelle Betrachtung irrelevant.

[7] Fiktionale Texte, die in Tageszeitungen mitunter aufgenommen wurden, sind in dieser Analyse aufgrund ihrer stark divergierenden Textstruktur nicht berücksichtigt.

[8] Zu sehen unter anderem in den Belegen 25 (“donne littéralement à voir”), 33 (“traitement de faveur, au sens littéral du terme”).

 

 

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ISSN 1618-2006 (für das Journal)

zuletzt bearbeitet am 20.12.11