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Folgender Beitrag ist in gedruckter, überarbeiteter Form erschienen unter Polzin, Claudia: "Metaphern im Sprachvergleich. Eine kontrastive Studie an französischen und deutschen Texten", in: REINART, Sylvia/SCHREIBER, Michael (Hgg.): Sprachvergleich und Übersetzen: Französisch und Deutsch. Akten der gleichnamigen Sektion des ersten Kongresses des Frankoromanisten-Verbandes (Mainz, 24.-26. September 1998), Bonn 1999, 209-235.
Metaphern im Sprachvergleich: Eine kontrastive Studie
an französischen und deutschen Texten
(Claudia
Polzin, Bonn)
1.
Einführende
Bemerkungen und Problemstellung
Pragmatische
Aspekte der Metaphorik bildeten lange Zeit hindurch ein wenig beachtetes
Untersuchungsgebiet. In den letzten Jahren hat sich die Metaphernforschung
allerdings mehr und mehr den kognitiven und kommunikativen Dimensionen der
Metaphern zugewandt. Statt metaphorischen Sprachgebrauch als Vergleich oder
Substitution, also als rein rhetorisches Mittel aufzufassen, werden die Umstände
des Metapherngebrauchs betrachtet: Warum und mit welchen Zielen verwenden wir
Metaphern? Welche Funktionen haben diese für sprachliches Handeln? Lassen
sich etwaige Unterschiede in verschiedenen sprachlichen Bereichen erkennen? In
diesem Zusammenhang sind sicher nicht nur der pragmatischen, sondern
insbesondere auch der kognitiven Wende wichtige Anstöße für die
Metaphernforschung zu verdanken.
Auch der Sprachen(paar)vergleich kann von dieser Neuorientierung
profitieren. Im folgenden Beitrag möchte ich exemplarisch an deutschen und
französischen Texten zeigen, wie einzelsprachenübergreifende Studien zum
Metapherngebrauch in die Arbeit der Kontrastiven Linguistik einfließen und
diese ergänzen können. Zunächst ist allerdings zu überlegen, an welchen
theoretisch-methodischen Prämissen kontrastive Untersuchungen zum
Metapherngebrauch auszurichten sind.
2.
Metaphern im Sprachvergleich
2.1.
Zur Metaphernkonzeption
Im
Rahmen dieses Beitrags kann nicht - nicht einmal in ihren Grundzügen - die
gesamte Diskussion um die Metapher referiert werden
[1]
.
In den folgenden Ausführungen sollen lediglich die Umrisse eines
kognitiv-kommunikativen Metaphernbegriffs diskutiert werden.
Metaphern als Phänomen des Sprachgebrauchs lassen sich am besten auf
der Grundlage des interaktionistischen Ansatzes (u.a. Richards 1936/1983,
Black 1954; auch Weinrich 1976) erfassen, also nicht als statische
Erscheinung, sondern als Prozeß.
Dieser Prozeß kommt dadurch zustande, daß zwischen zwei verschiedenen
Elementen oder Konzepten eine Relation konstruiert wird, die auf einer
Prädikationsstruktur beruht; m.a.W.: Zwei Konzepte (im weiteren auch als
Bildspende- und Bildempfängerbereich bezeichnet) werden zueinander in Bezug
gesetzt, indem ein Teil der Eigenschaften des einen auf das andere projiziert
wird (Black 1954: 288, Strauß 1991:
133f.)
[2]
.
Der metaphorische Prozeß beruht also auf den beiden Prinzipien der Selektion
und der Prädikation. Dabei zeigt sich, daß jeweils bestimmte Merkmale oder
Merkmalskomplexe zur Charakterisierung eines Objekts herangezogen werden (Polzin
1998: 240f.).
Dieses Zueinander-in-Bezug-Setzen ist laut Lakoff/Johnson (1980) nur
ein Ausdruck des grundsätzlich metaphorischen Charakters der Sprache, ja der
metaphorischen Strukturierung der menschlichen Wahrnehmung überhaupt.
Insbesondere abstrakte Erscheinungen können nur metaphorisch (er)faßbar
gemacht werden; häufig werden sie mithilfe ganz elementarer Prinzipien
der räumlichen Erfahrung oder der Köperbewegung/-haltung strukturiert
(1980: 34). Burkhardt (1987: 64) formuliert dies so:
"Metaphern
sind manchmal Scheinerklärungen. Sie erkären in Wirklichkeit nichts, sondern
stellen Modelle bereit, die auf den Grundformen unserer Wahrnehmung (Raum,
Bewegung etc.) und unserer Lebensweise (Körperteile,
Verwandtschaftsrelationen usw.) beruhen. Sie übersetzen Unsinnliches,
Immaterielles und Abstraktes in räumliche und daher sinnliche
Vorstellungen."
Metaphorisches
sprachliches Handeln läßt also die bezeichneten Dinge in einem ganz
bestimmten Licht erscheinen. Es entsteht quasi die Wirkung eines Filters, wie
z.B. Pielenz (1993: 100-104) in Anlehnung an Black (1954: 286, 291f.)
ausführt. Ausgewählte Aspekte des metaphorisch charakterisierten
Objekts/Konzepts können stärker betont, andere unterdrückt werden. Hinzu
kommt, daß Metaphern häufig in größeren Einheiten organisiert sind -
Brünner (1987: 103) spricht von 'Metaphernsystemen'; im vorliegenden Beitrag
soll die Bezeichnung 'Metaphernfelder' verwendet werden. Damit schaffen
Metaphern eine spezifische Perspektive, die sich mitunter auf einen ganzen
Bereich beziehen kann.
Die somit gegebene Möglichkeit, bestimmte Vorstellungen aufzubauen,
kann je nach Textsorte und Intention des Senders für unterschiedliche
kommunikative Zwecke genutzt werden. Bekanntermaßen können Metaphern der
Verständniserleichterung dienen, da sie komplexe, abstrakte Sachverhalte
veranschaulichen, was z.B. in fachlichen Texten von Bedeutung ist (Kupsch-Losereit
1987, Schmitt 1988, Ide 1998). Metaphern können aber ebenso
verständnishemmend wirken und eine realitätsverschleiernde Funktion ausüben
(Köller 1975: 281) oder zu sprachspielerischen Zwecken eingesetzt werden (Osthus
1998)
[3]
.
Wichtig erscheint mir aus pragmatischer Sicht vor allem der Gedanke,
daß Metaphern (Wert-)Vorstellungen transportieren, die nicht unbedingt auf
der rationalen Ebene angesiedelt
sind. Gerade wenn es sich um Muster handelt, die bereits mehr oder
weniger im Sprachgebrauch verankert sind, kann von ihnen eine beträchtliche
"suggestive Kraft" (Gil 1998: 89) ausgehen, deren Wirkung bei weitem
nicht auf den Bereich sprachlichen Handelns beschränkt bleibt. Bewußt
eingesetzt, gestatten Metaphern es dem Sender, unter Umgehung der rationalen
Ebene bestimmte Konnotationen oder Vorstellungen beim Rezipienten zu erzeugen
oder eigene Werturteile zu vermitteln.
Metaphern sind damit, wie die vorangehenden Ausführungen verdeutlicht
haben, Textphänomene und immer auf der Ebene des Textes zu untersuchen. Die
verschiedenen Ausprägungen dieses textuellen Charakters werden in Kap.3.2.
eingehender erörtert.
2.2.
Überlegungen zur Kontrastiven Metaphorik
Wenn
metaphorisches sprachliches Handeln ausschließlich durch elementare
menschliche Wahrnehmungen oder Erfahrungen bedingt ist, wie bekanntlich Lakoff/Johnson
(1980) postulieren, dürften sich im Grunde keine Schwierigkeiten beim
Sprachenvergleich ergeben: Die grundlegenden Erfahrungen von Körperlichkeit
und Räumlichkeit kennzeichnen die menschliche Existenz überhaupt; sie bilden
gleichsam eine universelle Erfahrung. Aus der alltäglichen Sprach- und
Sprecherfahrung wissen wir jedoch, daß Metaphern häufig Probleme in der
interkulturellen Kommunikation aufwerfen (Walther 1986, 1990; Dagut 1976,
1987) oder für die zweisprachige Lexikographie Schwierigkeiten bereiten
können (Polzin 1998: 249-251).
Diese Problematik dürfte darin begründet liegen, daß metaphorischer
Sprachgebrauch eng mit den soziokulturellen und historischen Eigenheiten einer
Sprachgemeinschaft verbunden (Burkhardt 1987: 50) und dementsprechend
zunächst für diese charakteristisch ist. Daher gilt auch, daß für zwei
oder mehrere Sprachgemeinschaften, deren soziokulturelle und historische
Parameter näher beieinander liegen, eine größere Konvergenz im
Metapherngebrauch anzunehmen ist als für solche, die ganz verschiedenen
Kulturkreisen angehören. Insofern besitzt Weinrichs Aussage vom 'Abendland
als Bildfeldgemeinschaft' (1976: 287) in dieser allgemeinen Form sicher
Gültigkeit, wenngleich im einzelnen noch viele Untersuchungen nötig sind (Osthus
1998a: 286f.). Die Existenz eines gemeinsamen Bildfeldes in zwei Sprachen kann
im Grunde nur den Ausgangspunkt
weiterer Untersuchungen konkreter Einzelfragen bilden. Für die Kontrastive
Linguistik viel bedeutsamer als die Feststellung der bloßen
Bildfeld-Konvergenz sind z.B. die Fragen, wie intensiv und mit welcher
Frequenz ein Bildfeld in einer Sprache genutzt wird, ob (z.B.
textsortenabhängige) Produktivitätsunterschiede bestehen oder inwiefern
weitere einzelsprachenspezifische Charakteristika vorliegen.
Hier sind solide Ergebnisse nur durch sorgfältige textlinguistische
Auswertungen zu erreichen. Das Ziel der folgenden Analysen ist daher ein
zweifaches: Zunächst ist das je einzelsprachliche Funktionieren von Metaphern
herauszuarbeiten, bevor hierauf aufbauend ein Vergleich der einzelsprachlichen
metaphorischen Textsegmente möglich ist.
3.
Korpusanalysen 3.1.
Zum Textkorpus und zur Methode
Das
analysierte Korpus umfaßt Texte aus verschiedenen Kommunikationsbereichen, im
einzelnen Zeitungstexte aus der tageszeitung
(taz) und Le Monde (LM), Werbetexte,
entnommen dem deutschen Quelle-Katalog
und der Internet-Ausgabe des Katalogs von 3suisses,
sowie literarische Texte zeitgenössischer Autoren
[4]
. Die
Untersuchungen können sich damit sowohl auf Paralleltext- als auch auf
Translatanalysen stützen.
Es wurden exemplarisch die Metaphernfelder <Natur>
(Zeitungstexte) und <grundlegende menschliche
Eigenschaften/Gefühlsregungen> (Werbetexte) herausgegriffen; die
Translatanalysen beziehen sich auf beide Felder. Der Schwerpunkt liegt auf
qualitativen Auswertungen; quantitative Aspekte (z.B. statistische
Verteilungen) bleiben grundsätzlich nachgeordnet. Insgesamt kann es nicht,
wie auch aus den bisherigen Überlegungen erhellt, um die Äquivalenz
einzelner sprachlicher Zeichen gehen; die Leitfrage gilt vielmehr den
Regelmäßigkeiten und Charakteristika des Funktionierens von metaphorischen
Textsegmenten in den beiden untersuchten Sprachen. Auf dieser Grundlage
können dann Konvergenzen und Divergenzen
metaphorischen sprachlichen Handelns (in den untersuchten Bereichen)
herausgearbeitet und systematisiert werden.
3.2.
Kontrastive Analyse I: Zeitungstexte
Das
Bildfeld <Natur> wird als Bildspendebereich sowohl im Deutschen als auch
im Französischen genutzt. Als Schlüssellexeme, die sich in beiden
Textkorpora rekurrent belegen ließen, können gelten: Dschungel/jungle,
Wüste/désert, Wald/forêt und
Lawine/avalanche. Anführungszeichen, die eine gewisse Distanz des
Textproduzenten signalisieren, lassen sich dabei im Deutschen wie im
Französischen ausmachen. Jedes Konzept dient grundsätzlich dazu, spezifische
Vorstellungen zu vermitteln, die im folgenden zunächst voneinander
abzugrenzen sind. Betrachten wir zuerst Dschungel/jungle,
z.B.
[5]
:
(1)
Endlich
ist es soweit: Der undurchdringliche Dschungel des deutschen Spendenmarktes
wird gelichtet. (taz 21.12.92: 24),
(2) La
Bosnie, jungle de l'aide
internationale [Überschrift] [...] L'aide internationale est devenue une jungle
épaisse, mal coordonnée avec les actions politiques; elle offre
souvent l'impression d'un immense gâchis.
[...]
(LM 12.9.96: 11),
(3)
Im Tarif-Dschungel der
Bundesbahn [Überschrift I] Wenn
zwei im selben Zug sitzen, haben sie noch lange nicht dasselbe dafür bezahlt
[...] [Überschrift II] (taz
27.5.89: 31),
(4) [Mobiltelefon
in Deutschland] Déjà, une association de consommateurs vigilante prévient
contre la "jungle des tarifs",
qui ne risque pas de s'éclaircir
avec l'introduction des nouvelles offres. (LM
4.11.96: 12),
(5)
Wege durch den Mediendschungel [Überschrift]
(taz 18.5.92: 20),
(6) Les
premiers Français à goûter aux joies de la télévision numérique câblée
découvriront d'abord une multiplication du nombre des chaînes. Canal câble
peut en diffuser théoriquement 240, au lieu des 27 qu'elle commercialise
actuellement auprès de ses 78 000 abonnés. En réalité, l'opérateur n'en
prévoit que "plus d'une centaine". Avec tout ce que cela impose
comme difficultés pour se diriger dans
cette nouvelle jungle télévisuelle.
(LM
2.12.96: 16),
(7)
Noch müssen die schwedischen VerbraucherInnen sich, ähnlich ihrer
LeidensgenossInnen in anderen
westeuropäischen Ländern, durch einen Dschungel
von Produktkennzeichnungen kämpfen,
die ihnen suggerieren wollen, wie furchtbar gut für die Umwelt es wäre,
gerade dieses oder jenes Produkt zu kaufen. (taz 5.11.92: 20),
(8) "Pour
l'instant, c'est la jungle de signes de
qualité, le plus gênant étant
les récompenses industrielles du genre «élu produit de l'année» ou
«Laurier d'or de la qualité», qui sont de l'auto‑labellisation par
les fabricants", dénonce Reine‑Claude Mader, de la Confédération
syndicale du cadre de vie. (LM 15.12.95: 13)
Metaphorisch
gebrauchtes Dschungel/jungle
charakterisiert den Bildempfängerbereich als 'undurchsichtig',
'unübersichtlich' und 'undurchdringlich'; im Zusammenhang damit wird in der
Regel die Vorstellung 'bedrohlich' evoziert. Manchmal tritt auch die
Komponente 'regellos' in den Vordergrund; vgl. etwa:
(9)
Klare
Richtlinien statt eines Dschungels der Willkür [Überschrift] Eine
"Richtlinie für die Kinoförderung" fordert die AG Kino von der
Kulturbehörde. Bisher genügen der Filmreferentin der Behörde, Juana
Bienenfeld, "formlose Anträge", um Zuschüsse zu erbitten. Was die
Behörde für eine "formlose Angelegenheit" hält, ist für die AG
Kino ein Dschungel der Willkür. (taz 14.1.93: 23),
(10)
[drängende Probleme in Frankreich] De là vient le
profond sentiment de crainte devant un avenir illisible, qui marque l'état
d'esprit de millions de gens; de là ce sentiment de méfiance vis‑à‑vis
du changement dès lors que les seules évolutions proposées consistent à se
résigner à la loi de la jungle
libérale. (LM 9.9.96: 12)
Wie
auch die ausgewählten Beispiele belegen, ziehen die Schlüssellexeme Dschungel/jungle
häufig weitere Lexeme nach sich, die mit ersteren auf einer Isotopieebene
liegen. Hierbei kann es sich ebenso um Adjektive handeln, z.B. undurchdringlich
(Bsp. 1) oder épais (Bsp. 3), wie
um Verben, beispielsweise sich (nicht)
lichten (Bsp. 1), (ne pas)
s'éclaircir (Bsp. 4) oder (nicht)
durchschauen (Bsp. 11)
[6]
:
(11)
Die
PDS‑Finanzen waren und bleiben ein
Dschungel, den weder die Justiz, der Berliner Innensenator Erich Pätzold
(SPD), geschweige denn die PDS
durchschauen. (taz 29.11.90: 4)
Neben
diesen 'lexikalischen Solidaritäten' kann die Isotopiekette auch weiter
ausgebaut werden, wie etwa Bsp. (2) unterstreicht. Hier wird durch un
immense gâchis ein weiteres Konzept aus dem Bildspendebereich
<Natur> eingesetzt, das die Vorstellung des Ausgeliefertseins gegenüber
der Naturgewalt verstärkt. Auch im Deutschen läßt sich diese
Kommunikationsstrategie beobachten:
(12)
Der
Wissenschaftssenator will aufräumen an den Massenuniversitäten. Er tut es
auf seine bewährte Art mit einer Kaskade
von Richtlinien und angedrohten Eingriffen [...]. [...] Novellierungen und
Gesetze aller Art sind über die deutschen Hochschulen wie ein Monsunregen niedergegangen, [...]. In Hunderten von Sitzungen ist
das wissenschaftliche Personal, über immer neuen Staatsauflagen brütend,
grau geworden, es hat sich erschöpft aus der Hochschulpolitik zurückgezogen,
abgesehen von einigen Aktivisten in den Präsidialämtern, die im Dschungel
der Bürokratie wie Partisanen ums Überleben der Universitäten kämpfen.
(taz 20.12.93: 23)
[7]
Auf
ähnliche Kumulationen stößt man auch im Zusammenhang mit weiteren
Schlüssellexemen; vgl. z.B. das folgende Textsegment:
(13)
[Probleme bei Crédit
lyonnais] Reste le gros dossier de l'immobilier : une cinquantaine de
milliards de francs de créances et d'immeubles provenant de l'ensemble des
anciennes entités du Crédit lyonnais. Il s'agit pour les spécialistes du
CDR "d'une forêt qui n'a été ni
défrichée ni exploitée depuis deux ans". (LM
23.11.95: 18)
Allerdings
können offenbar mitunter auch allein durch das Konzept Dschungel beim Rezipienten bestimmte Vorstellungen hervorgerufen
werden. So ist in einigen Textsegmenten der isolierte Gebrauch von Dschungel/jungle,
teils mit Demonstrativpronomen, belegt:
(14)
[Internet] "Comme c'est une technologie nouvelle, il
y a actuellement un no man's land qui laisse la porte ouverte aux abus de tous
genres. N'importe qui peut se prévaloir d'être un spécialiste du web, c'est
un peu la jungle... D'où
l'intérêt d'en savoir un maximum pour justement ne pas se laisser embobiner."
(LM
3.9.96: 2),
(15)
[Artikel:
"Gewalt ist modern. Jugendliche Faschos halten sich für Rebellen"
über die Situation von Jugendlichen in Madrid, am Beispiel eines 17jährigen
Mädchens; letzter Satz:] Eine neue Nacht im Madrider Dschungel hat begonnen. (taz 18.12.93: 19)
[8]
Häufig
wird, wie auch bereits aus einigen der genannten Beispiele hervorgegangen ist,
eine weitere Vorstellung evoziert: Eine unübersichtliche, bedrohliche
Umgebung, in der man sich nicht oder nur schlecht zurechtfindet, erfordert
entweder - als Verteidigung - kämpferischen Einsatz (Beispiele 7, 12), oder
das Problem wird auf rationalere Art gelöst: Man sucht die Natur zu
beherrschen ('Kultivierung' des Waldes, vgl. Bsp. 13), oder aber man versucht,
sich (mitunter durch fremde Hilfe) Orientierung zu verschaffen, um sich damit
in der prekären Situation zu behaupten:
(16)
Des guides
pour avancer dans la jungle
Internet [Überschrift] [...], pour se
repérer dans cet univers qu'aucune carte exhaustive ne balise, le bouche‑à‑oreille
entre "branchés" reste une nécessité. Quelques livres publiés
récemment, en français, sur le sujet peuvent aussi s'avérer d'un grand
secours. (LM 13.5.95: 25)
(17)
[Poitou-Charentes und Europa] Ou comment se
repérer dans la jungle administrative des procédures
européennes quand on ne maîtrise pas sur le terrain toutes les
subtilités bruxelloises...(LM 16.2.95: 9)
(18)
[Möglichkeiten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit] Il
est temps de passer d'un discours parfois lénifiant et condescendant à la
déconcentration de certains crédits, souvent incroyablement fragmentés dans
une jungle administrative et pas
toujours utilisés, malgré l'urgence sociale.[...] Si ces quelques pistes de bon sens [bezieht sich auf vom Verf. des Artikels
geäußerte Vorschläge; C.P.] sont creusées,
complétées et mises en œuvre, alors se développeront les
indispensables politiques territoriales de l'emploi à l'initiative des
communes ou de leurs regroupements. (LM 8.11.95: 4)
In
den deutschen Texten bilden hier Lexeme/Lexemkombinationen wie Wegweiser
(durch, für), Wege (durch), Orientierungshilfe (im) oder Orientierung
Legion, z.B.:
(19)
Wegweiser
durch Pflege-Dschungel [Überschrift
I] Beratungsbüro
des Landesverbandes Ambulanter Pflegedienste bietet Entscheidungshilfen an
[Überschrift II] (taz 30.9.91: 22),
(20)
[Verbesserung
der Rolle des Patienten im Gesundheitssystem] Eine Stützung der
Patienteninteressen durch bessere Orientierungshilfe
im Dschungel des Gesundheitssystems
sehen die Veranstalter in der Einrichtung unabhängiger Patientenstellen, die
sowohl als Berater in Streitfällen wie auch als Lobby im Gesundheitswesen
auftreten können. (taz 24.4.92: 19),
(21)
Zur Orientierung
im Religions‑Dschungel hat die "Evangelische
Zentralstelle" eine Liste "sektiererischer Merkmale"
aufgestellt. (taz 12.2.92: 19);
vgl.
auch Bsp. (5). Auch die Formulierung 'Streifzüge
durch...' vermittelt die Vorstellung eines gewissermaßen 'gezähmten'
Dschungels, von dem keine Gefahr mehr ausgehen kann, ähnlich wie bei einer
Safari-Reise die 'wilde Natur' vom sicheren Jeep aus erkundet wird:
(22)
Engagierte
Streifzüge durch den "Dschungel
der Karriereplanung" will ein Handbuch für den Berufseinstieg nach
der Uni bieten. (taz 24.10.92: 40)
Insgesamt
wird dieses Konzept 'Dschungel + Ausweg' in den deutschen Textsegmenten
offenbar mit einer höheren Frequenz aktualisiert als in den französischen,
in denen häufig die Vorstellung jungle
vermittelt wird, ohne quasi eine mögliche Lösung aufzuzeigen. Den bereits
diskutierten Belegen (16-18) wäre noch der folgende hinzuzufügen:
(23)
['Chaos' im Internet] " On va sortir de la jungle",
confirme Michel Gensollen. (LM 11.3.96: 26)
Belege
dieser Art bilden aber alles in allem eher den Ausnahmefall. Diese Divergenz
im Mikrobereich könnte mit unterschiedlichen Kommunikationsinteressen der
deutschen und französischen Textproduzenten erklärt werden: Während in den
deutschen Texten einer bestimmten Charakterisierung sogleich ein (möglicher)
Lösungsansatz folgt, begnügt sich der französische Textproduzent häufiger
mit der subjektiv-wertenden Diagnose.
Im Unterschied zu Dschungel/jungle
werden bei Wüste/désert eher die
Vorstellungen 'öde', 'leer', 'trostlos' evoziert, teils in Verbindung mit
'Einsamkeit'; vgl. beispielsweise:
(24)
[Hongkong]
Kulturelle Wüste (taz 27.6.95:
15),
(25)
[Nicaragua]
Désert cinématographique
[Überschrift] (LM 3.2.96: 22),
(26)
Um
den Bahnhof Zoo in die gesichtslose glatte
Wüste moderner Trostlosigkeit zu verwandeln, die die Technokraten für
schick halten, [...]. (taz 26.9.92: 34),
(27)
[...],
von der Dahlemer Villa im grünen Westen zur Marzahner
graubetonierten Wüste, [...]. (taz 22.6.91: 40)
Die
Komponente 'Einsamkeit' wird mitunter auch im Text expliziert. Hier ist von
einer komplexen isotopischen Struktur auszugehen: Die Vorstellungen, die der
Leser an das Lexem désert knüpft,
die also im Text nur implizit vorhanden sind, verbinden sich mit der explizit
vermittelten Information, z.B.:
(28)
[Bibliothèque nationale de France] [...] l'impression
d'isolement altier que donne de l'extérieur la bibliothèque Tolbiac. Le désert
des pontons, la solitude silencieuse
des quatre grands mâts: [...]. (LM 17.12.96: 13)
Daß
allerdings trotz des jeweils spezifischen Evokationspotentials zwischen den
Konzepten Dschungel/jungle und Wüste/désert
Berührungspunkte bestehen, zeigt folgender Beleg:
(29)
[Jelzins Kampf gegen die Kommunisten] Quant aux diverses
oppositions, qui dénoncent déjà les violations incontestables de la loi
électorale commises par le camp présidentiel, leurs plaintes se perdent dans
le désert de la bureaucratie russe.
(LM
11.6.96: 2)
Hier
wäre ohne weiteres auch der Gebrauch von
jungle denkbar gewesen, ohne das evozierte Bild zu stören.
Die Vorstellungen, die Wald/forêt
evozieren, wirken demgegenüber, besonders im Vergleich zu den bereits
diskutierten Konzepten, deutlich schwächer. Fast könnte man von einem eher
quantitativen Konzept sprechen, denn Wald/forêt
lösen in erster Linie die Vorstellung 'viel' aus, beispielsweise:
(30)
[Massendemonstration
1989] Auf einem Wald von Transparenten
fordern die DemonstrantInnen freie Wahlen, das Ende des SED-Machtmonopols und
die Zulassung des Neuen Forum. (taz 4.11.94: 4),
(31)
[Wallfahrt nach Reims] Dans une forêt de drapeaux et de bannières fleurdelisées, des casques de
guerrier franc rappellent cette "époque bénie" où Clovis fondait
la chrétienté, [...] (LM 29.5.96: 9)
Häufig
enthält dieses quantitative Konzept auch eine Sprecherwertung, aus dem 'viel'
wird also ein 'zu viel'. Dann rückt die durch Wald/forêt evozierte Vorstellung in die Nähe von jener durch Dschungel/jungle
hervorgerufenen.
Bei Lawine/avalanche schließlich beruht der metaphorische Prozeß auf
der Selektion der Merkmale 'unabänderlich' und 'temporal'. Der durch dieses
Konzept charakterisierte Bildempfängerbereich ist, so wird vermittelt,
notwendigerweise einer bestimmten bedrohlichen Situation ausgesetzt, deren
Entwicklung bzw. Eintreten kaum noch aufzuhalten ist. Hier wird die allseits
bekannte Tatsache ausgenutzt, daß oft eine kleine Bewegung ausreicht, um eine
Lawine auszulösen. Ist diese aber erst einmal in Bewegung gekommen, scheint
kein Entrinnen mehr möglich:
(32)
[Annemarie
Schimmel] Unter der Protestlawine
begraben [Überschrift] [...]
Der Mechanismus, der unmittelbar nach dem "Tagesthemen"-Interview
einsetzte, löste eine Lawine der
Empörung aus, unter ihr begraben
die 73jährige Preisträgerin. (taz 17.6.95: 10),
(33)
[Wahl eines neuen Präsidenten der 'Fédération
protestante'] L'avalanche d'accusations
de "démagogie" et de "populisme" provoquée par ce
scrutin imaginaire et l'article de Réforme a révélé un malaise qui couvait
depuis longtemps. (LM 21.12.96: 11),
(34)
[Bundestagswahl
1994] An der von Scharping angerissenen Lawine
von Problemen wird jedoch auch eine neue Kohl-Regierung nicht
vorbeikommen, im Prinzip liegt die alte schon darunter begraben,
[...]. (taz
8.9.94: 4),
(35)
Gouvernement et partenaires sociaux vont devoir faire
face, cet automne, à une avalanche de
dossiers sociaux qui, pour la plupart, devront trouver une solution avant
le 31 décembre 1996. (LM 2.9.96: 6)
Betrachten
wir nun, nachdem die spezifischen Evokationsmechanismen der einzelnen Elemente
geklärt sind, das Phänomen der Isotopiebildung etwas genauer.
Es ist bereits an den ausgewählten Beispielen gezeigt worden, daß die
metaphorisch gebrauchten Lexeme mit weiteren Elementen aus demselben
konzeptuellen Bereich eine Isotopiekette aufbauen können. Die durch das
jeweilige Lexem evozierte Vorstellung wird dann mithilfe dieser weiteren
Elemente verstärkt, teils auch durch zusätzliche Einzelheiten spezifiziert
(vgl. etwa Bsp. 13, wo die Bedeutung von forêt durch den Kotext in Richtung von jungle modifiziert wird). Interessant ist es nun zu beobachten,
daß teilweise zu dieser ersten Isotopieebene eine zweite hinzutritt, die
gerade auf der nicht-metaphorischen Bedeutung des betreffenden Lexems beruht:
(36)
Brachvogel
im Behörden-Dschungel
[Überschrift] (taz 12.10.92: 21)
Unter
dieser Überschrift wird von dem Streit um die Errichtung einer ökologischen
Wohnsiedlung berichtet. Die Planer müssen sich "durch das
Behördendickicht kämpfen", da verschiedene Behörden das Projekt
behindern. Auf dieser Ebene wird also eine ähnliche Vorstellung evoziert wie
in den Beispielen (12), (16), (17) und (18). Gleichzeitig entsteht eine zweite
Isotopieebene, in der Brachvogel und
Dschungel in seiner wörtlichen Bedeutung 'undurchdringliches, nicht
kultiviertes Stück Natur' (vgl. auch Duden
Bd.2: 775b) zusammenwirken. Ein vergleichbares Prinzip liegt in Bsp. (37) vor:
(37)
[Tourismus-Probleme
einer kleinen Gemeinde] Privatanbieter in abgeschiedener Lage machen mit
Firmenlogos und Wegweisern allüberall am Straßenrand auf sich aufmerksam. Um
dem Wettbewerb standzuhalten. Bad Saarow erstickt im Schilderwald. Und den will Bürgermeister Axel Walters nun roden.
Das Baurecht, sagt er, erlaubt nur "Werbung am Ort der Leistung".
[...] Weitaus schlimmer wiegt jedoch eine
andere Rodung: Im Südwesten des Städtchens fielen
17 Hektar Wald der Axt zum Opfer. [...] (taz 24.9.94: 25)
Die
Bezeichnung 'Schilderwald' für eine große, unübersichtliche Ansammlung
vieler Schilder gehört durchaus zum üblichen Sprachgebrauch. Das Verb roden
knüpft auf der metaphorischen Ebene daran an und liegt auf derselben
isotopischen Ebene. Abstrakt gesehen, liegt hier derselbe Mechanismus vor wie
u.a. in den Beispielen (1) und (4): Aus einer unübersichtlichen und daher
bedrohlichen Situation soll eine kontrollierbare gemacht werden. Das
Substantiv Rodung schafft jedoch
eine zweite Isotopiekette; hier handelt es sich tatsächlich um das Abschlagen
von Wald. Auch hier werden also mit der metaphorischen wie der
nicht-metaphorischen Bedeutung des Lexems isotopische Verkettungen aufgebaut.
In den französischen Textsegmenten läßt sich ebenfalls die Bildung
solcher 'doppelten' Isotopieketten ermitteln. Nehmen wir erneut Bsp. (31),
betrachten aber einen größeren Textausschnitt:
(31)
Trempées jusqu'aux os, chaussures crottées, des ribambelles d'enfants foulent le parvis sacré,
"la poussière de leur patrie à la semelle de leur soulier",
s'égosille un animateur au micro. Trois jours durant, de Chartres à Reims,
messes, bivouacs et cantiques ont rythmé la marche des traditionalistes,
[...]. Dans une forêt de drapeaux et
de bannières fleurdelisées, des casques de guerrier franc rappellent
cette "époque bénie" où Clovis fondait la chrétienté, [...]. (LM
29.5.96: 9)
Neben
den Vorstellungen, die durch die Projektion selektierter Merkmale von forêt
beim Rezipienten ausgelöst werden, kann auch dessen nicht-metaphorische
Bedeutung den Anknüpfungspunkt für eine zweite Isotopiekette bilden: Wenn
man eine Waldwanderung unternimmt, kann es tatsächlich geschehen, daß man
bis auf die Knochen durchnäßt wird und mit dreckverkrusteten
Schuhen heimkehrt.
Das textuelle Potential, d.h. die verschiedenen Leistungen der
metaphorischen Segmente im und für den Text, erschließen sich, wenn man ihre
Position im jeweiligen Gesamttext genauer betrachtet. Sind sie beispielsweise
in der Überschrift plaziert, wirken sie kataphorisch: Sie fassen in
prägnanter Form die folgenden Ausführungen zusammen, kündigen quasi das
Textthema an. Der Text wiederum füllt den durch die Überschrift geschaffenen
Rahmen aus, indem er weitere Informationen und Einzelheiten liefert. Dabei
sollte jedoch nicht vergessen werden, daß eine solche Überschrift auch
lesersteuernd wirkt. Wenn bereits gleich zu Beginn von Bosnien als der "jungle
de l'aide internationale" (Bsp. 2) oder von der "jungle
Internet" (Bsp. 16), vom "Paragraphendschungel" (taz 12.9.94:
5) oder vom "Devisendschungel" (taz 31.8.89: 24), vom "désert
cinématographique" (Bsp. 25) usw. die Rede ist, dürfte dies aufgrund
der evozierten Vorstellungen eine bestimmte Erwartungshaltung beim Leser
wecken. Die metaphorisch gebrauchten Lexeme des Bildfeldbereichs <Natur>
prägen damit in beträchtlichem Maße die Aufnahme des weiteren Textes;
insofern läßt sich durchaus von einer suggestiven Wirkung sprechen.
Sind die betreffenden Lexeme dagegen im Text plaziert, ist von einer
komplexen Verflechtung sowohl mit dem Vor- als auch mit dem Folgetext
auszugehen. Betrachten wir etwa das textuelle Gerüst von Bsp. (35)
[9]
:
(35)
Rentrée
sociale [Überschrift I] Un calendrier social très chargé [Überschrift II] [º] Gouvernement et partenaires sociaux vont devoir faire
face, cet automne, à une [»] avalanche de
dossiers sociaux qui, pour la plupart, devront trouver une solution avant
le 31 décembre 1996. [º] [»] Santé:
[...] [»] Sécurité
sociale: [...] [»] Hôpitaux:
[...] [»] Assurance‑chômage:
[...] [»] Retraites
complémentaires: [...]. (LM 2.9.96: 6)
Avalanche de dossiers
sociaux
wird hier einerseits durch den Vortext ("Un calendrier social très
chargé") 'angekündigt', der damit zugleich eine Art
'Interpretationshilfe' für den metaphorischen Ausdruck bildet. Andererseits
wird dieser durch den Folgetext spezifiziert: Jeder weitere Abschnitt (im
gegebenen Beispiel auch optisch abgesetzt) füllt quasi den durch avalanche
geschaffenen Rahmen aus. Im folgenden Beleg wird die von avalanche evozierte Vorstellung quasi ikonisch durch den Vor- wie
den Folgetext gedoppelt:
(38)
[Chirac im Fernseh-Interview] Ces peurs, justement, ont
déboulé sur l'écran. Peur du
terrorisme, de l'intégrisme, de la violence dans les banlieues, dans les
écoles, à la télévision. Face à cette
avalanche d'images rapides,
violentes, connues, quotidiennes, M. Chirac est apparu en retrait, prudent,
comme désarmé face à Marine Jacquemin (TF 1), qui insistait sur le besoin
qu'ont les Français d'être rassurés. (LM 14.12.96: 6)
Insgesamt
läßt sich also festhalten, daß die metaphorischen Elemente eine
Schlüsselrolle in der Textstruktur einnehmen, denn sie schaffen sozusagen
Knotenpunkte, an denen in gebündelter Weise Vorstellungen vermittelt werden,
die von weiteren Textsegmenten erläutert oder spezifiziert werden. Teilweise
bieten diese Textsegmente auch eine Art 'Interpretationshilfe', indem sie in
Reformulierungen den Kerninhalt des metaphorischen Ausdrucks explizieren. Wenn
man größere textuelle Zusammenhänge betrachtet, gewinnt man in einigen
Fällen gar den Eindruck, der ganze Text sei nichts anderes als ein
Wechselspiel zwischen metaphorisch gebrauchten sprachlichen Zeichen und ihren
Reformulierungen, wie ein erneuter Blick auf Bsp. (2) verdeutlichen möge:
(2)
La
Bosnie, jungle de l'aide internationale
[Überschrift] La Bosnie‑Herzégovine est devenue un champ clos où
se multiplient les initiatives censées aider à la reconstruction du pays,
sans que l'efficacité soit toujours à l'ordre du jour. [...] La Bosnie‑Herzégovine,
ravagée par quatre années de guerre, est un immense chantier. [...]
"L'Union européenne manque autant de cohésion sur les projets
économiques que sur sa ligne politique. Il y a une absence totale de
stratégie!", dénonce un expert. [...]
L'aide internationale arrive en Bosnie, puis se perd à cause de
considérations politiques. [...] L'aide internationale est devenue une
jungle épaisse, mal coordonnée avec les actions politiques; elle offre
souvent l'impression d'un immense gâchis. [...] Dans cette
jungle, [...]. (LM 12.9.96: 11)
Abgesehen
von ihrer strukturierenden Funktion sind weitere wichtige Leistungen der
Elemente des Bildspendebereichs <Natur> auf semantischer Ebene
angesiedelt. Insbesondere in den deutschen Textsegmenten ist z.B. das Spielen
mit Antonymen auffällig, z.B.:
(39)
[Verkauf
nach Ladenschluß] Kleine Einkaufsparadiese im Dschungel der Gesetze [Überschrift] (taz 29.10.88: 27),
(40)
[Informationsfreiheit
des Bürgers gegenüber der Verwaltung] Die Verwaltung soll sogar helfen, daß
Bürgerinnen und Bürger an die sie interessierenden Informationen gelangen,
da es in dem Dschungel von
Zuständigkeiten keineswegs offenbar ist, wo welche Informationen
gespeichert werden. An der Stelle des gläsernen Menschen soll künftig die "gläserne
Verwaltung" stehen. (taz 22.9.93: 4),
(41)
Mit
dem neuen Informationssystem wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den "Dschungel"
des öffentlichen Nahverkehrs transparenter machen, [...]. (taz
30.7.93: 22);
vgl.
auch Bsp. (9). Dabei ist festzustellen, daß das - mitunter ebenfalls
metaphorische - antonyme Lexem an je unterschiedliche implizit vermittelte
Vorstellungskomponenten anknüpft: Ist es etwa in den Beispielen (40) und (41)
das mit 'gläsern' (= durchschaubar) bzw. 'transparenter' kontrastierende
'undurchschaubar', evtl. 'bedrohlich', so dürfte in den Textsegmenten (39)
und (9) eher die Vorstellung 'regellos' den Anknüpfungspunkt für das
Antonymenpaar bilden.
Semantische Relationen dieser Art lassen sich in den französischen
Texten seltener belegen. Allenfalls im folgenden Abschnitt könnte man -
wenngleich in relativ 'verschränkter' Form - in der Kontrastierung der
Konzepte 'Natur' und 'Zivilisation' eine solche Relation erkennen:
(42)
[Leipzig] Une ville en pleine transformation, où la forêt
de grues de construction témoigne de la vitalité des chantiers
[...]. (LM
5.4.96: 10)
Abgesehen
von den herausgearbeiteten Divergenzen bezüglich einzelner Aspekte ist jedoch
abschließend insgesamt eine beträchtliche Konvergenz der beiden
Einzelsprachen festzuhalten, und zwar ebenso hinsichtlich des Zustandekommens
wie des Funktionierens des metaphorischen Prozesses.
Wenden wir uns nun mit der Analyse der Werbetexte einem weiteren
sprachlichen Bereich zu.
3.3.
Kontrastive Analyse II: Werbetexte
Das
Feld <grundlegende menschliche Eigenschaften/Gefühlsregungen> ist
insbesondere in der deutschen Werbesprache sehr produktiv. Die verschiedenen
metaphorisch gebrauchten Elemente, wie
-freundlich, -aktiv, -sympathisch
dienen alle gleichermaßen dazu, einem Produkt eine positive Aura zu
vermitteln. Dabei bleibt die Charakterisierung insgesamt diffus; ein fester
Aussagekern kann nicht festgestellt werden
[10]
.
Wie wird in diesem Bereich im Französischen sprachlich gehandelt? Für die
folgende Analyse soll exemplarisch das Bildungselement -freundlich herausgegriffen werden.
Die Auswertung des Materials von
3suisses ergibt zunächst eine weitgehende Divergenz. Es sind kaum
metaphorische Prädikationen wie in den deutschen Textsegmenten erkennbar, in
denen Bildungen wie haut-,
figur- oder fußfreundlich, hautsympathisch
u.a. rekurrent auftreten (Polzin
1998: 243-246). Dafür ist eine andere kommunikative Strategie auffällig: Der
publizitäre Diskurs wird um positiv konnotierte Schlüsselelemente herum
aufgebaut, wie folgende Belege unterstreichen:
(43)
Jersey-Kleid
[...]. Figurfreundlich geschnitten
[...]. (QU: 41)
[...] Forme stretch bien galbante. Superbe, la forme un peu ample! [...] pour masquer les rondeurs. [...], il féminise toutes vos tenues. Superbe ligne ultra-féminine [...]. Forme près du corps, [...]. Lignes épurées [...]. [...] qui dessinent superbement la silhouette. [...] qui met la silhouette en valeur. [...] qui affinent la silhouette [...]. [...] qui sculpte la silhouette. [...] qui avantage la silhouette. [...] à la ligne amincissante [...]. [...] ligne avantageuse [...]. (particulièrement) amincissant(e). Excellent/bon maintien [...].
Dabei
zeigt die Menge an unterschiedlichen französischen Formulierungen im Grunde
die Unbestimmtheit des deutschen Lexems. In den französischen Textsegmenten
wird jeweils ein anderer Aspekt expliziert, während in der deutschen
metaphorischen Bildung alle Vorstellungen gebündelt evoziert werden
(können). Letztlich hängt es also vom Rezipienten ab, welche Vorstellung und
welche Wirkung im Einzelfall aktualisiert werden.
Bei den funktionalen Entsprechungen zum deutschen hautfreundlich
bietet sich im großen und ganzen ein ähnliches Bild, vgl.:
(44)
Hautfreundlich,
weil schadstoffgeprüft. (QU:
51) Explorer-Jeans. Trägt
sich super und ist hautfreundlich.
(QU: 6) Söckchen
mit Häkelmuster in hautfreundlicher
Qualität. (QU: 409)
Maille [...] en pur coton peigné. [...] au confort juste. Velours moiré tout doux [...]. Tout doux, en maille 95% coton [...]. [...] sensualité à fleur de peau [...]. Souplesse et texture «seconde peau» du microfibre [...]. [...] assurent bien-être et souplesse à votre corps. En maille au toucher peau de pêche [...]. En 100% de coton pour s'envelopper de fraîcheur.
Doch
lassen sich hier in den letzten zwei aufgeführten Optionen zwei
bemerkenswerte Projektionen ausmachen. Hier werden zum einen Eigenschaften des
Pfirsichs wie 'samtige Oberfläche', 'frisch' oder, abstrakter, 'gesund' für
eine metaphorische Übertragung auf das Material der Ware oder die
Haut(empfindung) der potentiellen Kundin genutzt, zum zweiten wird das Merkmal
'fraîcheur' quasi materialisiert und gewissermaßen mit dem Stoff
ineinsgesetzt. Dadurch werden alle positiven Gefühle, die gemeinhin mit 'fraîcheur'
assoziiert werden, auf das angebotene Kleidungsstück projiziert. Häufiger
noch wird jedoch, wie die Beispiele zeigen, mit diffus positiv konnotierten
Lexemen gearbeitet, z.B. doux, pur
oder confort.
Alles in allem bleibt in diesem Bereich eine weitgehende Divergenz
zwischen den beiden Sprachen hinsichtlich der metaphorischen Strukturierung
festzuhalten. Konvergent ist hingegen die kommunikative Strategie, den
Rezipienten über die Evokation bestimmter (hier positiver) Vorstellungen
anzusprechen und ihm - unterhalb der rationalen Ebene - die gewünschte
Information zu vermitteln bzw. ihn zu einer bestimmten Reaktion zu
veranlassen. Abschließend
soll nun kurz untersucht werden, wie Übersetzer handeln, die mit
metaphorischen Textsegmenten konfrontiert sind.
3.4.
Kontrastive Analyse III: Literarische Texte und ihre Translate
Die
Translatanalysen bieten ein gemischtes Bild. Hinsichtlich des konzeptuellen
Bildspendebereichs <Natur> werden die Ergebnisse der
Paralleltextuntersuchung weitgehend bestätigt. Die in den Zeitungstexten
ermittelten metaphorisch gebrauchten Lexeme jungle,
désert und forêt werden ebenso
in den literarischen Texten eingesetzt, wie die folgenden Beispiele zeigen:
(45)
"Zufuß
[sic] zwischen Radfahrern, die sich in Haltung, Kleidung unendlich
wiederholen, mitten im Radfahrerdschungel
von Shanghai [...]." (K-D:
5) A pied entre des cyclistes dont la posture, les vêtements
se répètent à l'infini, en pleine vélojungle,
à Shanghai, [...]. (K-F: 7),
(46)
Die Betonwüsten
vieler moderner "Sanierungsgebiete" stapeln Menschen in einer ganz
und gar künstlichen, kalten, maschinenhaften Umwelt, die alle Konflikte,
welche die meisten Familien ohnehin hierher mitschleppen, katastrophal
verschärft. (WK-D, Vorwort: 9) Les déserts de
béton de beaucoup de nos "zones d'assainissement" modernes
enferment les gens dans un environnement totalement artificiel, froid,
mécanique, qui aggrave dans des proportions catastrophiques tous les conflits.
(WK-F,
Vorwort: 12),
(47)
"So", sagt Harm Peters, "genau so habe ich mir das
vorgestellt. Plakatwälder. Der Steuermann Schmidt. Der Staatsmann Strauß. (K-D: 149) "Bon", dit Harm Peters, "c'est exactement
ce que je m'étais imaginé. Forêts de
panneaux-réclame. Le timonier Schmidt, l'homme d'État Strauss. (K-F:
126)
Dies
erstaunt wenig, denn der Übersetzer kann hier, wie die Analysen der Texte aus
Le Monde belegen, auf ein auch im Französischen usuelles Muster
sprachlichen Handelns zurückgreifen. Für
das Feld <grundlegende menschliche Eigenschaften/Gefühlsregungen> ist
dies, wie im vorangehenden Kapitel gezeigt wurde, nicht der Fall. Auch dieser
Befund spiegelt sich in den Translaten: Es lassen sich keine metaphorischen
Textsegmente belegen, die auf einem dem Deutschen vergleichbaren Prozeß
beruhen. Allerdings tritt hier sehr deutlich eine andere Tendenz zutage. In
den französischen Texten werden zur Wiedergabe der deutschen metaphorischen
Wortgebildetheiten größtenteils abstraktere, teils gelehrte Bildungen
eingesetzt, z.B.
(48) menschenfreundlich
(BRA-D: 271) humain (BRA-F: 172)
seniorenfreundlich
(U-D: 58f.)
gérontophile
(U-F: 50)
umweltfreundlich
(U-D: 161)
écologiste (U-F: 138)
umweltfreundlich
(U-D: 233f.)
écologique
(U-F: 197)
wirklichkeitsfreudig
(K-D: 48)
réaliste (K-F: 41)
funktionstüchtig
(R-D: 243)
opérationnel (R-F: 216)
Dieses
Ergebnis ist als Konsequenz der stärkeren griechisch-lateinischen
Überdachungstradition des Französischen als romanischer Sprache zu deuten.
Die ermittelten Divergenzen zwischen beiden Sprachen liegen in diesem Fall
also auf der historisch-systematischen Ebene.
Eine weitere große Gruppe, die allerdings im vorliegenden Beitrag
nicht ausführlicher diskutiert werden soll, bilden die Übersetzungen, die
die deutsche metaphorische Wortgebildetheit paraphrasieren. Auch hier wird in
den meisten Fällen auf die Aktualisierung eines metaphorischen Elements
verzichtet; vgl. u.a.:
(49) kunstfreundlich
[handeln] (R-D: 246) [agir]
en faveur de l'art (R-F: 219)
magenfreundlich (BRA-D: 184)
très bon pour l'estomac (BRA-F: 172)
Dies
unterstreicht erneut die Schwierigkeiten, die mitunter die zielsprachliche
(hier: französische
[11]
)
Wiedergabe der deutschen metaphorischen Wortgebildetheit bereiten kann. Alles
in allem darf jedoch festgehalten werden, daß die Translatanalysen die
Ergebnisse der beiden Untersuchungen an Paralleltexten bestätigen.
4.
Ergebnisse und Perspektiven
Metaphorischer
Sprachgebrauch ist ein Textphänomen, das eines textlinguistischen Zugangs
bedarf. Nur unter Beachtung der Ebene des Textes können die vielfältigen
Leistungen von metaphorisch gebrauchten sprachlichen Zeichen angemessen
erfaßt werden. Das Funktionieren von Metaphern erweist sich dabei als
äußerst facettenreich: Es wurde gezeigt, daß ein metaphorisches Lexem oft
weitere Lexeme nach sich zieht, die mit dem Schlüssellexem Isotopieketten
bilden. Die Isotopiebildung kann mitunter eine doppelte sein. Hier wird der
'kumulative Charakter' (nach Schmitt 1998: 452) sprachlicher Zeichen
ausgenutzt: Neben der metaphorischen kann auch die nicht-metaphorische
Bedeutung zum Anknüpfungspunkt für Isotopieketten werden. Die Metapher wirkt
als Metapher, wird jedoch gleichzeitig entmetaphorisiert und eröffnet dadurch
neues textuelles Potential.
Die textlinguistische Perspektive verdeutlicht, daß Metaphern wichtige
strukturelle Funktionen für den Text erfüllen. Je nachdem, ob sie einen Text
einleiten, an dessen Anfang oder Ende plaziert sind, ob sie einmal oder
mehrmals im Text auftreten, wirken sie mehr kataphorisch oder mehr
anaphorisch. In jedem Fall aber tragen sie entscheidend zum Aufbau des
Textganzen bei. Diese Funktionen ließen sich im deutschen wie im
französischen journalistischen Textkorpus belegen. Hier kann also mit gutem
Recht von konvergentem metaphorischem Sprachgebrauch in beiden Sprachen
gesprochen werden.
Die Paralleltextanalysen aus dem Bereich 'Werbung' haben demgegenüber
die Grenzen der Konvergenz aufgezeigt. Was den metaphorischen Sprachgebrauch
betrifft, divergieren das Deutsche und das Französische hier weitgehend.
Dennoch ist zu unterstreichen, daß identische kommunikative Effekte erzielt
werden können. Anhand der Translatanalysen schließlich ließen sich diese
Ergebnisse grundsätzlich bestätigen
[12]
.
Die Hauptfunktion der metaphorisch gebrauchten sprachlichen Zeichen in
den untersuchten Paralleltexten besteht in der Evokation bestimmter
Vorstellungen seitens des Rezipienten und der Vermittlung von Werthaltungen
durch den Textproduzenten. Diese Wirkung kann besonders gut genutzt werden,
wenn die betreffenden Elemente in der Überschrift plaziert werden, da dem
Leser dann gleich zu Beginn eine bestimmte
Perspektive nahegelegt wird, aus
der heraus er den folgenden Text wahrnimmt. Die in dieser Studie exemplarisch
untersuchten metaphorischen Textsegmente besitzen damit gleichsam suggestive
Kraft. Mitunter genügt es, ein
solches Zeichen zu verwenden, um aus einem neutralen,
sachlichen Text eine kommentierende, subjektiv-wertende Meinungsäußerung
zu machen. Hier zeigt sich letztendlich auch der ökonomische Charakter der
Metapher: Um denselben Inhalt nicht-metaphorisch auszudrücken, wären ohne
Zweifel lange Umschreibungen nötig. Das
Funktionieren metaphorischer sprachlicher Zeichen besteht, wie die
präsentierten Ergebnisse zeigen, in einem komplexen Zusammenwirken
verschiedenster Faktoren, das zunächst auf einzelsprachlicher Ebene
auszuloten ist, bevor man sich an einen Sprachvergleich wagen kann. Die
zielsprachliche Wiedergabe einer Metapher, das Funktionieren desselben Bildes
in zwei Sprachen oder auch das Nicht-Funktionieren zählen zu den zentralen
Fragen einer anwendungsorientierten Kontrastiven Linguistik. Anhand der
exemplarisch ausgewählten Beispiele sollten
in diesem Beitrag für begrenzte Bereiche die Konvergenzen und die Divergenzen
zwischen dem Deutschen und dem Französischen gezeigt werden. Um allerdings
die funktional-pragmatischen Aspekte der Metapher wirklich umfassend
kontrastiv und mit romanischer Perspektive erhellen zu können, werden wir uns
noch durch einen Wald von Texten schlagen müssen.
5.
Literaturverzeichnis 5.1.
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/zur Metaphorik.de-Aufsatzsammlung
[1]
Eine kritische Übersicht über wichtige Ansätze gibt z.B. Hülzer (1987:
143-217); vgl. auch Bertau (1996) und mit einer Diskussion von zentralen
Einzelfragen Schmitt (1998: 450-452).
[2]
Wichtig ist allerdings eine gewisse Transparenz. Der Zuschreibungsprozeß
muß wenigstens zum Teil für den Rezipienten durchschaubar bleiben, sonst
'funktioniert' die Metapher nicht. Schmitt (1998: 452) spricht hier von der
"kumulative[n] Fähigkeit" des sprachlichen Zeichens: "[...]
ein sprachliches Zeichen muß einen neuen Sinn erhalten können, ohne
gleichzeitig den alten zu verlieren [...]."
[3]
Natürlich bestehen hier Übergangsbereiche oder auch Mischformen; vgl. z.B.
Gil (1998). Die verschiedenen Funktionen können sicher auch kombiniert
auftreten, mit einem Übergewicht in die eine oder andere Richtung.
[4]
Die genauen bibliographischen Angaben zu den untersuchten Texten finden sich
in Kap.5.1.
[5]
In den Textbeispielen sind die jeweiligen Schlüssellexeme fett gedruckt; die weiteren Elemente des isotopischen Gerüsts sind
durch Kursivsatz markiert bzw. unterstrichen
(Antonyme).
[6]
Häufig ist auch ein Zusammenwirken mit Antonymen zu beobachten, das im
Rahmen der textlinguistischen Diskussion noch ausführlicher erörtert wird.
[7]
Gegen Ende des Textes ist ebenfalls vom "Labyrinth der Rechtsregeln und
Verordnungen" die Rede; es wird also ein weiteres Konzept aktiviert. Im
Zusammenhang mit Dschungel findet
sich teilweise auch das etwas abgeschwächte, sonst aber konzeptuell
verwandte Dickicht.
[8]
Textlinguistisch gesehen, kann hier von einer anaphorischen Funktion des
Lexems Dschungel gesprochen
werden; vgl. dazu ausführlich weiter unten.
[9]
Mit den Symbolen [º]
und [»]
soll schematisch die 'Hauptwirkungsrichtung' der betreffenden Elemente
verdeutlicht werden.
[10]
Der metaphorische Prozeß enthält ebenfalls einen anthropomorphisierenden
Aspekt. In den Komposita selbst steht allerdings die meliorative Funktion im
Vordergrund (vgl. auch Polzin 1998: 241).
[11]
Es liegt auf der Hand, daß sich für jede Sprache unterschiedliche
Problemfelder ergeben; für die spezifischen Probleme des deutsch-spanischen
Vergleichs vgl. Polzin (1998: 242-252).
[12]
Über das tatsächliche Vorliegen von funktionaler Äquivalenz müßte in
Einzelfällen sicher diskutiert werden. |
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ISSN 1618-2006 (für das Journal) zuletzt bearbeitet am 20.12.11 |