Vorwort 07/2004

German

Mit dieser siebten Nummer feiert metaphorik.de seinen 3. Geburtstag. Sieben Hefte in drei Jahren, davon zwei Themenhefte, ist eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann. Besonders freut uns aber – zumal angesichts der allenthalben spürbaren Schnelllebigkeit des WWW –, dass metaphorik.de sich mit der Zeit einen festen LeserInnenstamm erarbeitet hat, wie aus der konstant wachsenden Zahl von Seitenbesuchern hervorgeht. Für dieses stetige Interesse und die uns auf diese Weise entgegengebrachte Anerkennung unserer Arbeit möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken.

Wir hoffen, auch mit diesem Heft die Erwartungen zu erfüllen. Entsprechend unserem thematischen Profil enthält auch metaphorik.de Nr. 7 sowohl theorie- als auch empiriezentrierte Beiträge. Andreas Musolff untersucht das Konzept der „Evolution“ in der historischen Entwicklung von Metaphern. Anhand der Herz-Metaphorik in der öffentlichen Diskussion über die EU in Großbritannien und Deutschland erörtert er, inwieweit konzeptuelle Variation als ein Indiz für das Konzept der ‚evolutionären’ Entwicklung gewertet werden kann. Torben Schmidt analysiert den Gebrauch von Metaphern in der Sportsprache, speziell in der offiziellen Wimbledon-Berichterstattung. Jörg Zinken stellt den vor allem im englischsprachigen kognitiv-linguistischen Diskurs wenig bekannten Ansatz der Lubliner Ethnolinguistischen Schule vor, der anthropologische und kognitive Perspektiven auf Sprache verbindet. Anhand einer Korpusanalyse zum Verständnis der Systemtransformation in Deutschland werden Grundzüge dieses Ansatzes illustriert und der Theorie der konzeptuellen Metapher gegenüber gestellt. Peter Koch geht in seinem pragmatische und diachrone Fragestellungen verschränkenden Beitrag der Frage nach, wie Metonymien entstehen; dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Sprecher in der Regel nur möglichst effizient kommunizieren wollen, nicht aber bewusst Sprachwandel intendieren. Beatrice Warren weist in ihrer Studie zu referenziellen Metonymien nach, dass metonymische und metaphorische Prozesse grundlegend verschieden sind, wobei die Autorin zeigt, dass das, was als Gesprächsgegenstand wahrgenommen wird, den Gebrauch anaphorischer Pronomina entscheidend bestimmt.

Die lebendige Auseinandersetzung mit metaphern- und metonymierelevanten Fragen dokumentieren sieben Rezensionen, die uns u.a. aus den USA, Frankreich und China erreichten – ein deutliches Zeichen, dass der Dialog zwischen Redaktion und Fachwelt funktioniert. Die Besprechungen von Hildegard Clarenz-Löhnert, Tony Jappy, Brendon Larson, Ralph Müller, Ulrike Mühlschlegel und Chaoqun Xie umfassen ein breites Themenspektrum. Neben der antiken Tradition stehen tages- und gesellschaftspolitische Themen wie Balkan as metaphor, der AIDS-Diskurs und Metaphern in der Sicherheitspolitik im Fokus; neben Bänden von Zoltán Kövecses und René Dirven werden weitere  Autoren besprochen.

Wie immer kann jeder Beitrag sowohl in einer html- als auch in einer pdf-Version abgerufen werden. Ebenso ist weiterhin der Hinweis gültig, dass für die Darstellung verschiedener Sonderzeichen bestimmte Zeichensätze notwendig sind, die möglicherweise nicht in jedem Fall auf den betrachtenden Rechnern vorinstalliert sind. Bei eventuell fehlerhafter Darstellung können im Internet verfügbare Fonts weiterhelfen.

Wenn die in diesem Band enthaltenen Beiträge die Diskussion rund um Metapher und Metonymie Interesse erwecken und weiterführende Diskussionen in Gang setzen, wäre aus unserer Sicht viel erreicht. Dieses Urteil sei jedoch der kritischen Leserschaft überlassen, der wir neben anregender Lektüre abschließend frohe Festtage und einen gelungenen Start ins Neue Jahr wünschen.

Bonn, im Dezember 2004


Hildegard Clarenz-Löhnert
Martin Döring
Klaus Gabriel
Katrin Mutz
Dietmar Osthus
Claudia Polzin-Haumann
Nikola Roßbach

 

English

metaphorik.de celebrates with this 7th volume its 3rd birthday and we think it’s time to take a look back at what happened during the past three years: Five ‘normal’ issues and two special issues comprise a great deal of research on metaphor and metonymy freely available online. Furthermore, metaphorik.de gained more and more attention in the scientific arena and today relies on a growing stock of regular readers. Taking the opportunity of ‘our’ 3rd birthday, we would like to thank authors and readers for their work, interest and sustained encouragement!

We hope that the present volume meets the expectations of our readership. The current number 7 comprises – as always – theoretical as well as empirical topics. The first paper, written by Andreas Musolff, investigates the concept of ‘evolution’ of metaphors from an diachronic angle. Analyzing heart-metaphors in the public discourse on the EU, Musolff tries to trace conceptual variations which could be understood as evidence for his outlined concept of an evolutionary approach to metaphor. Torben Schmidt examines the use of metaphor in the press coverage of the Wimbledon tennis tournament while Jörg Zinken provides valuable insight into the conceptual framework of the Lublin ethnolinguistic school that connects anthropological and cognitive-linguistic aspects. This approach is applied to a corpus of Systemtransformation in Germany outlining its main features and comparing it with the theory of conceptual metaphor. Peter Koch studies the evolution of metonymies from a diachronic and pragmatic perspective showing that linguistic change and variation base on a concept of linguistic efficiency and not on conscious or even intended language change by the speaker. Finally, Beatrice Warren sheds light on the aspect that referential metonymy and metaphors are fundamentally different underlining the relevance of the perception of the speaker who cognizes and defines the topic.

Seven reviews from the USA, France, China and Germany show the ongoing interest in questions concerning metaphor and metonymy – and it’s also a clear indication that the dialogue between the experts and the editorial staff is working. Reviews from Hildegard Clarenz-Löhnert, Tony Jappy, Brendon Larson, Ralph Müller, Ulrike Mühlschlegel and Chaoqun Xie comprise a wide thematic range from antique traditions to sociopolitical topics such as Balkan as metaphor, the discourse on AIDS and metaphor in corporate safety policy – besides this, there are reviews on books from Zoltán Kövecses and René Dirven

All contributions are accessible in the html- and in the pdf-format. The download of files containing graphical elements may cause some delay of time. Also, the quality of the visualization depends on the type of browser you use. We apologise for any troubles and would like to indicate that different fonts are available on the internet.

We hope that this volume will cause a stimulating and open discussion concerning metaphor and metonymy – again – but we leave the evaluation to our readership.

We wish all our readers a Merry Christmas and a Happy New Year!

Bonn, December 2004


Hildegard Clarenz-Löhnert
Martin Döring
Klaus Gabriel
Katrin Mutz
Dietmar Osthus
Claudia Polzin-Haumann
Nikola Roßbach

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