metaphorik.de 08/2005

Stammzellen - Stem Cells

 

Herausgeberteam - Editorial Staff - Équipe éditoriale
Hildegard Clarenz-Löhnert / Martin Döring / Klaus Gabriel / Katrin Mutz /  Dietmar Osthus / Claudia Polzin-Haumann / Nikola Roßbach

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Vorwort 08/2005

Deutsch

Die vorliegende achte Nummer von metaphorik.de ist das dritte Themenheft innerhalb der letzten dreieinhalb Jahre, was einmal mehr auf ein wachsendes Interesse an thematisch zentrierten und kulturvergleichenden Studien zum Metapherngebrauch verweist. Der Band widmet sich der Rolle von Metaphern im Diskurs um die medizinische Forschung mit und die potenzielle Nutzung von embryonalen Stammzellen. Im Kern der europaweiten Diskussion geht es zusammenfassend betrachtet darum, inwiefern so genannte Blastozyten – also pluripotente Stammzellen, die sich in jede Form menschlichen Gewebes ausdifferenzieren können – ein menschliches Wesen repräsentieren oder nicht. Die Implikationen divergieren entsprechend den ethisch-moralischen Ansichten und verweisen auf die anhaltenden Kontroversen um eine humane Gattungsethik. Der intrinsische Wert ‚Menschenwürde’ ist angesichts der technologischen Entwicklungen umstritten, zumal der Zeitpunkt des Lebensanfangs auch den Beginn der ‚Menschwerdung’ einschließt. Es geht kurzum um die Frage, ob embryonale Stammzellen potenziell einen Menschen repräsentieren  oder ob es sich dabei um einen lockeren Zellverbund handelt, mit dem beliebig geforscht werden kann? In diesem Sonderheft soll die Rolle von Metaphern in der Diskussion über dieses Problem beleuchtet werden.

Eröffnet wird der Band mit einer Analyse von Martin Döring und Jörg Zinken. Sie untersuchen vergleichend die anfängliche metaphorische Schematisierung des Stammzellendiskurses in Polen und Frankreich zwischen 1998 und 2000 und zeigen, dass sich die metaphorisch konditionierten ‚Stammzellenrealitäten’ in der nationalen Presseberichterstattung beider Länder kaum maßgeblich unterscheiden. Vielmehr finden sich divergierende Metaphernsysteme auf der Ebene der ethischen Bewertung, so dass die Autoren die zukünftige Untersuchung metaphorischer Schematisierungen ‚ethischer Kulturen’ favorisieren. Der Beitrag von  Ying-Hsueh Hu analysiert kulturelle Aspekte des Metapherngebrauchs in Taiwan und zeigt, dass dort die Metapher der great chain of being eine wichtige, wenn auch im Vergleich zum Okzident vollkommen andere Rolle in der Diskussion um die Nutzung von embryonalen Stammzellen spielt. Embryonale Stammzellen und der Diskurs über ihre Nutzung werden hier vor dem Hintergrund unterschiedlicher asiatischer Glaubensrichtungen untersucht. Hus Artikel ergänzt den Band um eine wertvolle außereuropäische Perspektive. Andreas Musolff untersucht das metaphorische Konzept der great chain of being. Er rekonstruiert das metaphorische Konzept in seinem historischen Kontext und verfolgt dessen begriffsgeschichtliche Genese bis zum Stammzellen-Diskurs der heutigen Zeit. Damit vermittelt er Einblicke in ein wirkmächtiges und teilweise verdecktes metaphorisches Konzept, das den Stammzellen-Diskurs in einem nicht zu unterschätzenden Maße mitgestaltet. Der abschließende Beitrag von Brigitte Nerlich analysiert kontrastiv die diskursiven Dimensionen der Rubikon-Metapher in der deutschen und englischen Presseberichterstattung. Vor allem in der deutschen Berichterstattung wurde und wird diese Metapher – das prominenteste Beispiel für eine selbst auferlegte und viel diskutierte Beschränkung der Forschung – auf unterschiedlichen politischen und wissenschaftlichen Ebenen diskutiert. Nerlich analysiert, wie die Metapher erstmalig in Deutschland vom damaligen Bundespräsident Rau benutzt wird und in der Folge ihren diskursiven Weg beschritten hat, während sie in Großbritannien kaum verwendet wird. Der Beitrag bietet aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive eine Erklärung dafür, dass die Rubikon-Metapher in der deutschen und der englischen Gesellschaft einen gänzlich unterschiedlichen Nachhall findet.

Wie immer kann jeder Beitrag sowohl in einer html- als auch in einer pdf-Version abgerufen werden. Ebenso ist weiterhin gültig, dass für die Darstellung verschiedener Sonderzeichen bestimmte Zeichensätze notwendig sind, die nicht in jedem Fall auf den betrachtenden Rechnern vorinstalliert sind. Bei eventuell fehlerhafter Darstellung können im Internet verfügbare Fonts weiterhelfen.

Wir hoffen, dass die in diesem Band enthaltenen Beiträge die Diskussion um die Relevanz der Metapher in der biopolitischen Diskussion weiterführen und das Interesse für eine reflexive Erörterung der humanen Gattungsethik wecken.

Bonn, im Juli 2005


Hildegard Clarenz-Löhnert
Martin Döring
Klaus Gabriel
Katrin Mutz
Dietmar Osthus
Claudia Polzin-Haumann
Nikola Roßbach

 

English

 

We are happy to announce the publication of the 8th issue of metaphorik.de. The present volume is the third special issue within the last three and a half years and it demonstrates the growing interest in thematically centered studies on the use of metaphor and metonymy. Taking into account the rapidly evolving discourse on biotechnology, this issue is devoted to one of the most controversial and contested technological advances within the recent years: Research on and the use of embryonic stem cells in the framework of medical sciences. Since the year 2000, stem cell research has become the object of intense debate throughout Europe and the main question remains whether or not early blastocysts – so-called pluripotent embryonic stem cells which hold the capacity to produce every type of cell and tissue in the body – represent a human being. Ethical and moral views differ hugely and clearly refer to a continuing contestation of a generic human concept and the intrinsic value of human dignity. The main argument still focuses on what stage of cell development life begins and whether human dignity could be attributed the small heaps of cells. In short, do embryonic stem cells represent a human being or are they simply a cluster of cells, devoid of human qualities, which could be harvested and used for research? The main aim of this issue is to explore the categorizing force of metaphor within this expanding domain of discourse.

This special edition starts with an article of Martin Döring and Jörg Zinken. They analyse the metaphorical schematisation of the stem cell discourse in the evolving Polish and French stem cell coverage between 1998 and 2000. The article shows that there are no main national differences in the metaphorical forging of ‘stem cell realities’; moreover, conflicts could be connected to differing systems of metaphor underlying ethical and moral evaluation. It proposes the investigation of metaphorical schematization of ‘ethical cultures’ instead of so-called national cultures. Ying-Hsueh Hu provides insight into the Taiwanese framing of the great chain of being by linking it to religious backgrounds such as Confucianism. Compared to the 'western' traditions, the metaphor of great chain of being in the Taiwanese discourse on embryonic stem cells takes on a quite different shape in this context and enhances the scope of the following articles by a non-European perspective. Andreas Musolff proposes an analysis of the metaphorical concept of the great chain of being. He investigates the diachronic dimensions of the metaphorical concept by reconstructing its historical context and its recent use in biotechnology. By doing so, Musolff uncovers the power of metaphor underlying the current discourse on the scientific use of embryonic stem cells. Finally, the paper provided by Brigitte Nerlich offers a cultural comparison of the Rubicon-metaphor in the German and British press coverage. This metaphor was widely used in the German coverage and it was de- and reconstructed by politicians and scientists. Nerlich gives an overview of the evolving discourse of the Rubicon-metaphor in Germany – first used by the former Federal President Johannes Rau – and provides information as to why it was rarely used in the British press coverage. She shows how differing stocks of culturally embedded knowledge resonate with the Rubicon-metaphor and lead to a differing national reverberation and bio-policy.

All contributions are accessible in the html- and in the pdf-format. The download of files containing graphical elements may cause some delay of time. Also, the quality of the visualization depends on the type of browser you use. We apologize for any troubles and would like to indicate that different fonts are available on the internet.

We hope that the articles in this special issue underline the relevance of investigating metaphor and metaphorical schematisation in the discourse on biotechnology and bio-policy. They may – on a grander level – contribute to a reflexive discussion about our future human generic concept.

Bonn, July 2005


Hildegard Clarenz-Löhnert
Martin Döring
Klaus Gabriel
Katrin Mutz
Dietmar Osthus
Claudia Polzin-Haumann
Nikola Roßbach

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Seite 2

The Cultural Crafting of Embryonic Stem Cells: The Metaphorical Schematisation of Stem Cell Research in the Polish and French Press

Abstract

In diesem Artikel werden Ähnlichkeiten und Unterschiede in der anfänglichen Schematisierung der Stammzellenforschung im öffentlichen Diskurs Polens und Frankreichs untersucht. Zwei Zeitungskorpora (Le Monde und Gazeta Wyborcza) aus den Jahren 1998-2000 wurden im Hinblick auf die Frage analysiert, inwiefern beide Zeitungen ähnliche oder kulturspezifische Metaphernnetzwerke in der Bildung von ‚Stammzellrealitäten’ aufbauen. Der Artikel basiert auf der Annahme, dass Metaphern im Diskurs eine wichtige Funktion bei der Bildung interpretativer Bezugssysteme für die Diskussion sozialer und philosophischer Implikationen der Stammzelltechnologie zukommt. Der Ausgangspunkt bestand in der Überlegung, dass sich die beiden wichtigsten Zeitungen der beiden Länder in der anfänglichen Schematisierung der Stammzellenforschung unterscheiden würden (besonders bezüglich kultureller und religiöser Werte in den jeweiligen öffentlichen Debatten). Im Verlauf der Untersuchung stellte sich jedoch heraus, dass beide Zeitungen sehr ähnliche Metaphern in der Berichterstattung zur Stammzellenforschung gebrauchen. Kulturelle Unterschiede in der Interpretation von Stammzellenforschung existieren möglicherweise eher auf der Ebene ideologischer Gruppen als auf der nationaler Kulturen.

This paper scrutinises similarities and differences in the initial metaphoric schematisation of embryonic stem cell research across two languages and cultures: France and Poland. Corpora from Le Monde and Gazeta Wyborcza covering the years 1998-2000 were analysed in order to assess whether these papers use cross-culturally shared or culture-specific networks of metaphors to shape either convergent or divergent ‘stem cell realities’. The paper examines the categorising force of metaphor in framing discourses about the social and philosophical implications of stem cell technology. It was assumed that the major newspapers of France and Poland, Le Monde and Gazeta Wyborcza, would differ in the initial schematisation of stem cell research in a way that matches the cultural differences between the two countries, especially with regard to the prominence of religious values in public debates. However, our analysis suggests that the coverage of stem cell research in these two newspapers used largely similar imagery. Cultural differences in the interpretation of stem cell research might exist on the level of ideological groups rather than national cultures.

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Seite 6

The Cultural Models of the Origins of Life and Stem Cell Debate in Taiwan

Abstract

Recent controversies in Europe as well as the U.S. on issues related to biotechnology, such as stem cell research, are in the forefront of public affairs. The latter, in particular, is extremely problematic and is nearly as divisive as the issue of abortion due to its implication on the definitions of life, Nature and God in the Christian tradition. Even in debates without religious overtones, the ethical and moral questions of the ‘constitution’ of a human being still remain unanswered. In either case, the rationale of relevant arguments is mostly rooted in the Western tradition of the Great Chain of Being that can be traced back to Aristotle (Lovejoy, 1936). Conversely, such debates are relatively low-key in some Asian countries such as China, Taiwan and South Korea, despite elaborate research is also under way in these countries. Most people may draw the line on human cloning, but are fairly tolerant about using embryonic stem cell methodology in Asia. In order to investigate whether this relatively ‘pragmatic’ view on such research is consistent with the Chinese overall view on life and nature or is simply due to lack of information and influence of global competition, some cultural models explaining the origin of universe and human beings in ancient Chinese mythology and philosophies (2953-206 BC) were examined. The result shows that human beings may still be at the top of the Great Chain of Being in Chinese culture; however, through the influence of Taoism and Confucianism, their connection to nature and the ‘superior power’ can be a very flexible one that allows a less dogmatic interpretation. Due to this, certain issues in Biotech research may well be treated differently.

Fragen der Biotechnologie gehören in Europa wie in den USA zu den in der Öffentlichkeit am heftigsten diskutierten Themen. Besonders die Stammzellenforschung wird als äußerst problematisch wahrgenommen und spaltet aufgrund der mit ihr verbundenen Implikationen für die Definition von Leben, Natur und Gott die öffentliche Meinung fast so stark wie die Frage der Abtreibung. Selbst in Debatten ohne religiösen Hintergrund bleiben die ethisch-moralischen Fragen der ’Konstitution’ des Menschen immer noch unbeantwortet. In jedem Fall stützen sich die relevanten Argumentationen hauptsächlich auf die westliche Denktradition der ’Großen Kette der Wesen’ (Great Chain of Being; Lovejoy 1936), die bis auf Aristoteles zurückgeführt werden kann. In einigen asiatischen Ländern wie China, Taiwan und Südkorea ist die öffentliche Debatte in Bezug auf obige Fragen eher schwach ausgeprägt. Meist werden Fragen des menschlichen Klonens thematisiert, hinsichtlich der embryonalen Stammzellenforschung herrscht in Asien indes eine recht große Toleranz vor. Um zu untersuchen, ob dieser relativ pragmatische Umgang mit der Stammzellenforschung auf die allgemeine chinesische Einstellung zu Leben und Natur zurückzuführen ist oder ob dieses Verhalten einfach vom mangelnden Informationszugang oder dem Einfluss der globalen Wettbewerbsfähigkeit herrührt, sollen einige "Kulturmodelle" aus der chinesischen Mythologie und chinesischen Philosophien (2953-206 v. Chr.) analysiert werden, die den Ursprung des Universums und des menschlichen Lebens erklären. Die Untersuchung ergibt, dass die Menschen im chinesischen Kulturkreis zwar als an der Spitze des ’Great Chain of Being’ stehend angesehen werden, Einflüsse von Taoismus und Konfuzianismus jedoch bewirkt haben, dass die Beziehung zur Natur und zu übergeordneten Mächten eine sehr flexible ist und eine weniger dogmatische Interpretation erlaubt. Dadurch werden bestimmte Problemkreise der biotechnologischen Forschung hier unterschiedlich behandelt.

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Seite 34

Genetic information as part of the “Great Chain of Being”

Abstract

The article investigates discourse traditions of key-metaphors in popular accounts of genetics, such as those of genes or cells as selfish replicators, or of selection as a self-propelling agent or prime mover of evolution. Such agentive metaphors recall folk theories of heredity in terms of blood relations and blood lineage, which informed racist Nazi ideology in the 20th century but which can be traced back further to the theory of blood as one of the four “humours” in pre-modern thought. It is argued that, like the “blood myth” of heredity, the agentive metaphors of modern popular genetics have their origins in the ancient theory tradition of the “Great Chain of Being”, which helped to shape Western philosophy and which has been found by cognitive researchers to be still present today in the form of idioms and public language use.

Gegenstand dieses Artikels sind die Diskurstraditionen, auf welchen Schlüsselmetaphern populärwissenschaftlicher Darstellungen zur Genetik und ‚Gentechnologie’ beruhen, z.B. Beschreibungen von Genen als egoistisch handelnden Wesen oder der natürlichen Auslese insgesamt als Akteur oder Beweger der Evolution. Diese Metaphern erinnern stark an vorwissenschaftliche Vorstellungen von Vererbung als Blutsverwandtschaft. Die Theorie von Blut als Erbträger spielte eine prominente Funktion in der NS-Ideologie, sie lässt sich aber bis hin zur antiken „Säfte“-Lehre zurückverfolgen. Es wird die Hypothese entwickelt, dass sowohl der „Blut“-Mythos der Vererbung als auch die Handlungs-Metaphern populärerer Genetik-Darstellungen dem Kontext der Theorien einer „Kette des Seins“ (Great Chain of Being) zuzuordnen sind. Dieser bis in die Antike zurück gehende Theoriekomplex war nicht nur von enormer Bedeutung in der westlichen Philosophiegeschichte, sondern liegt auch, wie kognitive Forschungen gezeigt haben, in Form von Idiomen und konzeptuellen Metaphern modernem Sprachgebrauch zugrunde.

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Seite 52

‘A River Runs Through it’. How the discourse metaphor crossing the Rubicon structured the debate about human embryonic stem cells in Germany and (not) the UK

Abstract

In 2001 the metaphor of ‘crossing the Rubicon’ and many variations on this theme ran through the German debate about research using human embryonic stem cells. This article studies how the Rubicon metaphor was argumentatively exploited after having been prominently used by President Rau in a speech Wird alles gut? – Für einen Fortschritt nach menschlichem Maß (Will everything turn out well? For progress befitting humanity). From then on, it was adapted and changed by various participants to support or reject arguments for or against the use of embryonic stem cells in biomedical research. Compared to Germany, the Rubicon metaphor had much less of a ‘life’ in the UK and this article will try to show why that should have been the case. The contextual analysis of the Rubicon metaphor continues research into the discursive and cultural aspects of metaphors, by describing how a metaphor emerged as part of a political/social/rhetorical process, how it resonated within society and culture (or not), how it was evaluated in discourse and how it was creatively reformulated, extended and transformed by various actors engaged in political arguments. Studying the diverse meanings that emerged from the use of the Rubicon metaphor in Germany contributes to the study of discourse metaphors but also to the semasiology of metaphors, especially their polysemy, variability and flexibility.

Im Jahre 2001 dominierte die Metapher ‘den Rubikon überqueren’ in vielen Varianten die Debatte um menschliche embryonale Stammzellen in Deutschland. In diesem Artikel soll gezeigt werden, wie diese Metapher argumentative verwendet wurde, nachdem sie von Bundespräsident Rau prominent in einer Rede, Wird alles gut? – Für einen Fortschritt nach menschlichem Maß, gebraucht worden war. Nach dieser Rede wurde diese Metapher von Befürwortern und Gegnern in ihren Argumenten für oder gegen den Gebrauch von embryonalen Stammzellen in der medizinischen Forschung benutzt. Im Vergleich zu Deutschland wurde die Rubikonmetapher in Großbritannien viel weniger verwendet und der Artikel wird versuchen herauszufinden, warum dies der Fall war. Die Analyse des diskursiven Gebrauchs der Rubikonmetapher setzt einen Forschungsansatz fort, der versucht, Metaphern nicht nur als kognitive, sondern auch als soziale und kulturelle Phänomene zu erforschen. Es wird versucht zu zeigen, wie Diskursmetaphern dieser Art im politischen, sozialen und rhetorischen Prozess hervorgebracht und diskursiv eingesetzt werden und wie sie kreativ in politischen Argumenten verändert und reformuliert werden. Die Analyse der verschiedenen Bedeutungen, die dieser Metapher in Deutschland gegeben wurden, trägt zur Erforschung von Diskursmetaphern bei, aber auch zur Semasiologie der Metaphern, insbesondere ihrer Vieldeutigkeit, Variabilität und Flexibilität.

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Seite 71