Vorwort 20/2011

Redaktion

German (jump to English)

Mit dieser Ausgabe blicken wir auf mittlerweile zwanzig Ausgaben unseres online Journals und auf zehn Jahre metaphorik.de zurück. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, den Beiträgern und auch den Lesern, die dieses Projekt über ein Jahrzehnt verfolgt haben, ausdrücklich zu danke n. Ohne die lebendigen Diskussionen zu Metaphern und Metonymien wäre dieser Zeitschrift die Grundlage entzogen. Auch die vorliegende Ausgabe zeigt einmal mehr, dass das Thema noch längst nicht erschöpft ist bzw. von der Metaphernforschung immer wieder neue und entscheidende Impulse für Studien kommen, die über den engen sprach- bzw. literaturwissenschaftlichen Rahmen hinausgehen. Die Analyse sprachlicher Strukturen ist eben keine l'art pour l'art, sondern sie dient dem umfassenden Verständnis sozialer Realitäten und öffentlicher politischer Diskurse und trägt zu einem besseren Verständnis unterschiedlicher Lebenswelten bei.
 
Die Metaphernanalyse als angewandte Sprachwissenschaft leistet hier einen wichtigen Beitrag. Dies zeigt sich auch in den Beiträgen der vorliegenden Ausgabe. Anna Andreeva analysiert die Aussagekraft von Metaphern für das Verständnis von ethnischen Diskursen. Es wird deutlich, dass die Prägung solcher Diskurse etwa über das 'Fremde' durch Metaphern nicht zu unterschätzen ist. DieserNachweis gelingt über empirische Analysen wie übergrundlegende metapherntheoretische Überlegungen. Matthias Junge reflektiert in seinem Beitrag metapherntheoretische Paradigmen für die Darstellung sozialer Interaktionen.
Die soziologische Perspektive auf Pragmatik und Semantik der Metapherbietet auch für die Linguistik wichtige Impulse, die aus dem zunächst fachfremden Blick auf disziplininterne Kategorien erwachsen.
Anke Beger schließlich liefert einen Beitrag zu Theorie und Empirie der bewusst eingesetzten, gezielten Metapher, in dem siederen Rolle und Funktionen in wissenschaftlichen Vorträgen nachspürt. Hiermit wird eine Dimension angesprochen, die zumindest in der klassischen Version der kognitiven Metapherntheorie etwas zu kurz kommt: die bewusste Funktionalisierung von Metaphern etwa in didaktischen Prozessen. Die Frage, wie die 'Absichtlichkeit' inTexten identifiziert werden kann, stellt für die Metaphernanalyse eine bleibende Herausforderung dar.
Die Vorträge des Jubiläumsworkshops zum zehnjährigen Bestehen von metaphorik.de, der im Mai dieses Jahres in Mülheim an der Ruhr stattgefunden hat, werden in der kommenden Ausgabe dieser Zeitschrift publiziert. Bedanken möchten wir uns bei Kerstin Sterkel, Tanja Fell und Katharina Leonhardt (Saarbrücken) für die unschätzbare Hilfe beim Layout der Beiträge sowie bei Annika Hohmann (Essen) für große redaktionelle und übersetzerische Hilfe.
 
Auf einige Änderungen im äußeren Erscheinungsbild v.a. bei der Internet-Ausgabe möchten wir bereits jetzt hinweisen. Das redaktionelle Konzept wird beibehalten, jedoch möchten wir unser Angebot noch funktionaler und übersichtlicher gestalten. Daher stellen wir das Editio nssystem auf ein modernes Content Management System um, das etwa umfangreiche Suchfunktionen ermöglicht, damit die bisher publizierten Beiträge noch sinnvoller durchsucht, recherchiert und aufgefunden werden können. Die Umstellung wird in den nächsten Wochen erfolgen. Wir wünschen uns, dass Sie uns auch in neuem "Outfit" weiterhin treu bleiben und durch die Umstellung das Angebot nochgezielter nutzen können.
 
Ihnen allen herzliche undsommerliche Grüße vom gesamten Redaktionsteam.
 
Essen, im Juli 2011
Hildegard Clarenz-Löhnert
Martin Döring
Klaus Gabriel
Olaf Jäkel
Katrin Mutz
Dietmar Osthus
Claudia Polzin-Haumann
Judith Visser
 

English

Today we are looking back on twenty issues of our online journal, and on ten years of metaphorik.de. We would like to explicitly thank all our contributors as well as our readers who have been following this project for the last decade.
Without the inspiring discussions on metaphor and metonymy, this journal would lack its foundation. Once more, this issue shows that our favourite topic still offers many interesting facets, and that metaphor research gives new and crucial ideas for analyses that exceed the boundaries of linguistics and literary studies. The analysis of language structures is not just art for arts's sake, but facilitates the understanding of social realities and political discourse in public, as well as helping to understand diverse social environments. Metaphor research as truly applied linguistics makes an important contribution here.

This general claim is also corroborated by each of the articlaes in this issue. Anna Andreeva analyses the meaning of metaphors in the understanding of ethnic discourse. It becomes evident that one should not underestimate the role played by metaphors representing the “foreign” in this type of discourse.
Empirical analyses as well as basic considerations in metaphor theory prove this hypothesis. In his article, Matthias Junge reflects upon paradigms in metaphor theory depicting social interaction. The sociological perspective regarding the pragmatic and semantic aspects of metaphor inspires linguistic research by giving an initially outside view on categories within the actual discipline. Finally, Anke Beger contributes to the theory and empirical investigation of the conscious use of deliberate metaphors by analysing their role and function in scientific lectures. Her article deals with a dimension which is often neglected, at least in classical cognitive metaphor theory, namely the intentional functionalisation of metaphor, e.g. in didactic processes. Identifying the “deliberateness” in texts will most likely continue to challenge metaphor analysis.

The presentations held during the workshop on the occasion of the 10th anniversary of metaphorik.de, which took place in May 2011 in Mülheim an der Ruhr, will be published in the following issue of this journal. We would like to thank Kerstin Sterkel, Tanja Fell und Katharina Leonhardt from Saarbrücken for their tremendous help in creating the layout of all articles, and Annika Hohmann from Essen for her great support in editing and translating.

Finally, we would also like to draw your attention to several changes in the layout of our journal, especially that of the online version. The editorial concept will be maintained, but we would like to improve our offer in functionality and clarity of structure. Therefore, we will switch our editorial system to a more modern content management system which facilitates a more extensive search function, so that articles already published can be searched and found more effectively. We will switch to the new system in the next few weeks. We would be happy if you remain loyal to us in our new “outfit” and hope that you will be able to profit from our system change.

Kind regards from the editorial team, and have a nice summer.


Essen, July 2011
Hildegard Clarenz-Löhnert
Martin Döring
Klaus Gabriel
Olaf Jäkel
Katrin Mutz
Dietmar Osthus
Claudia Polzin-Haumann
Judith Visser

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Seite 3