Untergehende Sonnen und generationelle Konflikte. Die Bedeutung von Lichtmetaphern in Catulls Lesbia-Gedichten

Christian Hild
Abstract


Licht und Farben untermalen als Metaphern in einer besonderen Weise den Bedeutungsgehalt von Begrifflichkeiten. Personen, Gegenstände und Ideen erfahren bei einer „Erhellung“ eine Aufwertung, jedoch eine Abwertung bei einer „Verdunkelung“. Eine Verkehrung dieses Zusammenhangs erscheint paradox, tritt jedoch teilweise in einzelnen Carmina des römischen Dichters C. Valerius Catullus (84 – 54 v. Chr.) auf, die von der Beziehung des Ich-Sprechers mit der untreuen Lesbia handeln. Diese Gedichte spiegeln anhand eines unkonventionellen Partnerschaftsverständnisses, wonach sich der Mann bedingungslos unter den Willen der Geliebten stellt, das Programm des jugendlichen Dichterkreises der Neoteriker wider, deren Antwort auf den starren altrömischen Konservatismus ein Rückzug aus der Gesellschaft war. Als prominentestes Mitglied akkumuliert Catull in seinem Werk formal und inhaltlich das Denken einer neuen Generation, die sich provokant von der dominierenden älteren unterscheidet. Dieser Konflikt schlägt sich speziell in den Lesbia-Gedichten nieder und beeinflusst den intentionalen Gehalt der auftretenden Lichtmetaphern.

 

Metaphors of light and colours emphasise the meaning of concept in a special way. Persons, objects and ideas undergo enhancement, when illuminated, and when obscured, they are devalued. The reversal of this connection may seem paradox, however, it partly appears in some Carmina by the Roman poet C. Valerius Catullus (84 – 54 BC), which deal with the Inarrator’s relationship with the unfaithful Lesbia. Using unconventional concepts of partnership, in which the man submits to a deified female lover, these poems reflect the programme of the poetry circle of the young Neoterics, whose answer to the strict ancient Roman conservatism was a withdrawal from society. As their most famous member Catullus accumulates the way of thinking of a new generation in his works with regard to formal aspects and contents. It is a provoking way in which the Neoterics differ from the dominant older generation. This conflict finds special expression in the poems about Lesbia and influences the intentional substance of the occurring metaphors of light.

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45
Untergehende Sonnen und generationelle Konflikte –
Die Bedeutung von Lichtmetaphern in Catulls
Lesbia-Gedichten
Christian Hild, Saarbrücken (chr781@gmx.de)
Abstract
Licht und Farben untermalen als Metaphern in einer besonderen Weise den Bedeutungsgehalt
von Begrifflichkeiten. Personen, Gegenstände und Ideen erfahren bei einer
„Erhellung“ eine Aufwertung, jedoch eine Abwertung bei einer „Verdunkelung“. Eine
Verkehrung dieses Zusammenhangs erscheint paradox, tritt jedoch teilweise in einzelnen
Carmina des römischen Dichters C. Valerius Catullus (84 – 54 v. Chr.) auf, die von der
Beziehung des Ich-Sprechers mit der untreuen Lesbia handeln. Diese Gedichte spiegeln
anhand eines unkonventionellen Partnerschaftsverständnisses, wonach sich der Mann
bedingungslos unter den Willen der Geliebten stellt, das Programm des jugendlichen
Dichterkreises der Neoteriker wider, deren Antwort auf den starren altrömischen
Konservatismus ein Rückzug aus der Gesellschaft war. Als prominentestes Mitglied
akkumuliert Catull in seinem Werk formal und inhaltlich das Denken einer neuen
Generation, die sich provokant von der dominierenden älteren unterscheidet. Dieser
Konflikt schlägt sich speziell in den Lesbia-Gedichten nieder und beeinflusst den
intentionalen Gehalt der auftretenden Lichtmetaphern.
Metaphors of light and colours emphasise the meaning of concept in a special way. Persons,
objects and ideas undergo enhancement, when illuminated, and when obscured, they are
devalued. The reversal of this connection may seem paradox, however, it partly appears in
some Carmina by the Roman poet C. Valerius Catullus (84 – 54 BC), which deal with the Inarrator’s
relationship with the unfaithful Lesbia. Using unconventional concepts of
partnership, in which the man submits to a deified female lover, these poems reflect the
programme of the poetry circle of the young Neoterics, whose answer to the strict ancient
Roman conservatism was a withdrawal from society. As their most famous member Catullus
accumulates the way of thinking of a new generation in his works with regard to formal
aspects and contents. It is a provoking way in which the Neoterics differ from the dominant
older generation. This conflict finds special expression in the poems about Lesbia and
influences the intentional substance of the occurring metaphors of light.
1. Einleitung
caudaque pauonis, larga cum luce repleta est,
consimili mutat ratione obuersa colores.
qui quoniam quodam gignuntur luminis ictu,
scire licet, sine eo fieri non posse putandum est.
(Lukrez, de rerum natura II, vv. 806-809)
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Lukrez fasst mit den obigen Versen, dem Teil der so genannten „Farbenlehre“
seines Werks entnommen, die Bedeutung des Lichts für lateinische Dichtung
prägnant zusammen: Die stark flektierende Sprache eröffnet den Autoren die
Möglichkeit, über äußerst lebendige Metaphern ihren Poetologien Kontur zu
verleihen.1 Die Metapher des Lichts stellt dabei eine Möglichkeit dar, die
intentionalen Facetten von Texten zu betonen. Der Entwurf von Bildern hat in
der antiken Dichtung eine ausgeprägte Tradition und wurde unter dem
Begriff ἔκφρασις und ἐνάργεια subsummiert.2 Über verschiedene Farb- und
Lichtverhältnisse wurde eine emotionale Betroffenheit bei den Lesern bewirkt
und damit eine starke affektive Komponente erzielt.
Bislang existieren verhältnismäßig wenige Studien über den Stellenwert von
Farben und Lichtern in antiken Texten. Für die griechisch-hellenistische
Literatur waren die Untersuchungen von Kober (1932) und Irwin (1974)
richtungsweisend; diese zum Teil nur in der Art von Indices zusammengestellten
Wörter der Farbe erweiterte Handschur (1970) um Begriffe des Lichts
und des Glanzes im Rahmen einer intertextuellen Interpretation. Eine
Auflistung derartiger Begrifflichkeiten für die lateinische Dichtung unternahm
erstmals André (1949), wobei er den Fokus auf die Beziehungen zwischen dem
Symbolgehalt der Farb- und Lichtmetaphorik und den Intentionen der
Autoren richtete. Edgeworth (1992: 2) stellte ausgehend von einer Analyse der
Wörter für Farbe und Licht in Vergils „Aeneis“ sechs unterschiedliche
Funktionen dieser Begrifflichkeiten zusammen:
„formulaicly when it [i.e. the color term] is part of a repeated phrase
[…]
1 Clarke (2003: 2): „It is because of the strong emotional connotations of colour words that
they can be employed by poets to influence the emotional responses of their audience
Furthermore, colours are, of course, highly visual words and when they are employed of
objects in a poem they assist the reader in creating a ‘picture’ or image in the mind’s eye.“
2 Ausführlich Zanker (1981, 1987): Die Unterscheidung zwischen den zwei Begriffen
erweist sich oft als problematisch. Beide bezeichnen eine Methode der literarischen
Veranschaulichung. So könne man ἔκφρασις – unter Einbeziehung der Definition des
Dionysius von Harlicarnass (ca. 60 v. Chr. – 7 n. Chr.) – als „pictoral description“ (1981: 298)
und ἐνάργεια als „pictoral vividness“ (1981: 297) übersetzen. Der Berührungspunkt bestehe
darin, dass für die antiken Kritiker ἐνάργεια eine der Tugenden der ἔκφρασις gewesen sei
(1987: 39-40).
Hild, Die Bedeutung von Lichtmetaphern in Catulls Lesbia-Gedichten
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functionally when it expresses an idea or an element which is
essential to the narrative […]
allusively when it suggests to the reader a similar application of that
term or of a corresponding one in the works of an earlier author […]
decoratively when it simply adds a striking or an attractive detail (or
perhaps an an unattractive detail) to the picture which the author is
creating […]
cumulative use: Colors can be used in clusters of three or four or even
more color terms in rapid succession at one of the climaxes of a
poem […]
associatively when they [i.e. color terms] link a particular episode
with another episode in the same poem, or with a group of other
episodes.“
In Anlehnung an Edgeworth (1992) untersuchte Clarke (2003) anhand von
„thematic color clusters“ die Stilistik bei Catull, Properz und Horaz.
Der nachfolgende Artikel analysiert die Einbindung der Lichtmetaphern soles,
lux und candidus in Catulls Lesbia-Gedichten und unternimmt den Versuch
einer Deutung ihrer Konnotationen vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen
Rahmens der Lesbia-Gedichte; dabei geht der intratextuelle Ansatz dem
vermeintlichen Widerspruch nach, weshalb in den entsprechenden Gedichten
Licht und Glanz als positiv gelten, die Sonne jedoch stets untergeht.3
2. Der gesellschaftliche Rahmen
Für eine allumfassende Interpretation bedarf es zuvor einer literarischen
Einordnung der Carmina in die Lebensumstände des Dichters. Caius Valerius
3 Innerhalb der Lesbia-Gedichte treten die soles nur in c.5 und in c.8 auf; lux in c.5, c.68 und
c.107; candidus in c.8, c.13, c.86 und c.107. Innerhalb des Corpus Catullianum finden sich zwar
noch an anderen Stellen die Begriffe soles (c.23, c.62, c.63, c.64), lux (c.50, c.55, c.64, c.66) und
candidus (c.35, c.39, c.64, c.80), jedoch zählen diese Carmina nicht zu den Lesbia-Gedichten;
vgl. Wetmore (1991: 96). Obwohl der Name Lesbia nicht namentlich erwähnt wird, gilt c.8 in
der Forschung als Lesbia-Gedicht; einen guten Überblick über die Klassifizierung eines
Carmen als Lesbia-Gedicht geben Dyson (2007), Arkins (1999), Dettmer (1997) und Wiseman
(1969). Als Textgrundlage gilt die Catull-Ausgabe von Mynors (31967). Da die Länge der
Gedichte, besonders die von c.68 und c.11, den Umfang des Beitrags sprengen würde, erfolgt
anstelle der jeweiligen Carmina eine kurze Inhaltsangabe und Gliederung, die sich an den
vielzitierten Catull-Interpreten Syndikus (2001 I/II/III) und Thomson (21998) orientieren.
Zur Begriffs- und Metapherngeschichte des Lichts vgl. Beierwaltes/von Bormann (1980),
Sparn (1990).
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Catullus stammte aus Verona. Die Forschung datiert seine Lebensdaten auf
die Zeit zwischen 84 und 54 v. Chr.4 Aufgewachsen in Verona, siedelte der
junge Adelige vermutlich einer politischen Karriere wegen nach Rom über.
Dort erlebte er eine Zeit des Umbruchs: Catilina plante einen Staatsstreich, der
jedoch von Cicero niedergeschlagen wurde. Außenpolitisch feierten Caesar
und Pompeius militärische Erfolge. Catull unternahm indessen als Begleiter
des Proprätors Memmius eine Reise nach Bithynien, konnte sich jedoch für die
eingeschlagene Laufbahn immer weniger begeistern. So schloss er sich den
poetae noui, einem jugendlichen Dichterkreis, an, der ebenfalls der Politik den
Rücken kehrte; der Mittelpunkt des Daseins bildete vielmehr die spielerische
literarische Tätigkeit. Als Vorbild galt der Grieche Kallimachos.5
Catull verfasste ein Buch von 116 Gedichten in einem – verglichen mit den
meisten überlieferten antiken Autoren – sehr frühen Lebensalter, so dass die
Catulli Carmina die gesellschaftliche Reflektion eines typischen Jugendlichen
der späten römischen Republik widerspiegeln,6 der unter dem Einfluss eines
zweifachen Umbruchs stand: Erstens verlor der Veroneser bei der Umsiedlung
seinen heimatlichen Bezugsrahmen, wodurch er zweitens in die Hauptstadt
eines Staates gelangte, der sich in einem sozialen Wandel befand. In diesen
beiden „Brüchen“ sehen von Albrecht (1995), Broege (1976) und Harmon
(1969) eine Art Schlüsselerlebnis, das für Catull eine „Entfremdung“
bedeutete.7 Eine Konsequenz war der Rückzug aus der Gesellschaft und die
Ablehnung der älteren Generation durch die Literarisierung neuer Ideale, die
für den römischen Traditionalismus tadelnswert waren. Catull übertrug die
Lebenseinstellung der jugendlichen Neoteriker, die z. B. bei dem prominenten
4 Maßgebend sind die Angaben des Kirchenvaters Hieronymus. Das Zustandekommen der
Lebensdaten erörtern ausführlich Syndikus (2001 I: 1-10) und von Albrecht (1995: 217-218).
5 Die Neoteriker orientierten sich an dem kallimacheischen Ideal (Kallimachos, frg. 465 Pf.)
μέγα βιβλίον μέγα κακόν („ein großes Buch ist ein großes Übel“); ausführlich Knox (2007:
156-168), Fantuzzi/Hunter (2004: 464-465).
6 Broege (1976: 171-173).
7 von Albrecht (1995: 235), Broege (1976: 171), Harmon (1969: 8, 95). Ähnlich Tatum (2007:
351), der den Hauptgrund von Catulls invektivischen Gedichten in dessen Schichtzugehörigkeit
sieht: „The poet often represents himself as vulnerable and marginalized […],
[this] underscores the wighty responsibilities of the nobility. Catullus is, unsurprinsingly, a
proponent of his own class and of its stake in Roman society: it matters that he configures
himself as a municipal equestrian whose condition can be so easily and so severely affected
by the personal immorality of the senatorial order“.
Hild, Die Bedeutung von Lichtmetaphern in Catulls Lesbia-Gedichten
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Politiker Cicero auf starke Ablehnung stieß,8 auf die Form und den Inhalt
seiner Gedichte: das ausgefeilte Dichten und die Muße (otium) traten an die
Stelle der bisher hochgehaltenen Strenge (seueritas) und der staatsbürgerlichen
Tätigkeiten (negotia).9 Dementsprechend muss eine vollständige Analyse der
Catulli Carmina auch auf die hintergründigen generationellen Konflikte
eingehen.10
3. Lichtmetaphern in Lesbia-Gedichten
3.1. Carmen 5
Eine sehr deutliche Verbindung zwischen der Protesthaltung und den
Lichtmetaphern zeigt c.511. Innerhalb dieses Gedichtes treten die Begriffe soles
und lux in einzigartiger Weise zusammen auf und ebnen als „Paar“ die
Interpretation der weiteren zu besprechenden Textstellen. Nach der Aufforderung
zum Lebensgenuss und zu einem ausgelassenen Auskosten der
Liebe mit Lesbia werden die rumores senum seueriorum als ein mögliches
Hindernis für das unbeschwerte Glück benannt, doch die Existenz der
8 Catull umreißt u. a. in c.50 sein literarisches Programm, worin er sich als Dichter
innerhalb seines Freundeskreises als delicatus (v. 3) bezeichnet. Syndikus (2001 I: 251)
verweist auf Textbelege, in denen Cicero das Adjektiv despektierlich für die „modische
Jugend Roms“ gebraucht (Att. 1,19,8; Mur. 74; Pis. 70); gleichzeitig sahen diese Jugendliche
in delicatus eine durchaus positive und treffende Bezeichnung dafür, „was sie für schick und
modisch hielten“ (ebd.; ausführlicher ThLL V s. v. delicatus 443-444).
9 Ausführlich Stroup (2010: 42-47, Zitat 46), die otium in der späten römischen Republik als
„textual code“ und als „time to write“ definiert, womit der Autor seinem literarischen
Programm öffentlich Ausdruck verleiht.
10 Holzberg (2002: 22) interpretiert Catull „als das Sprachrohr der Unmutsbekundungen
einer ganzen Generation […]. Diese sieht – so glauben viele Altertumswissenschaftler – zum
ersten Mal in der Geschichte des römischen Imperiums, dass die moralischen Werte, auf die
der Senatorenstand dem eigenen Selbstverständnis zufolge die Eroberung des Weltreiches
stützte, ins Zwielicht geraten sind […]. Heftig empört über all das sowie über den sittenlosen
Lebenswandel der Machtpolitiker, habe Catull – so liest man immer wieder – seine Dichtung
zum Medium scharfer System- und Moralkritik gemacht.“ Ausführlich Tatum (2007).
11 Nach der Einladung des Sprechers an Lesbia, zusammen mit ihm ein Leben in Liebe zu
verbringen und ohne dabei auf strenge Sittenwächter zu achten (vv. 1-3), wird die schnelle
Vergänglichkeit von Glück (vv. 4-6) als Grund sowohl für die zuvorige Verachtung
gegenüber Nörglern als auch für das hastige Auskosten der Liebe benannt (vv. 7-9). Das
Gedicht schließt mit einem Verweis auf etwaige Kritiker, bei denen es ratsam ist, die
Ausgelassenheit in Form von Küssen zu verbergen (vv. 10-13). Zustimmend Syndikus (2001
I: 93-96), anders Thomson (21998: 218).
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Sittenwächter wird von dem von übermäßiger Freude erfüllten Sprecher
schlichtweg ignoriert (unius aestimemus assis, v. 3) und damit auch abgelehnt.
Der Euphorie über das bewusste Bekenntnis, Lesbia zum Lebensinhalt zu
machen, scheinen keine – menschliche – Grenzen gesetzt zu sein. Anders verhält
es sich mit der Natur, speziell mit der Vergänglichkeit. Licht in Form der
soles als Metapher für die Dynamik des Lebens12 – und damit für das
catullsche in amare bestehende uiuere – kann auch untergehen (vgl. v. 4). Der
fünfte Vers überträgt die Gesetzmäßigkeit der Natur auf den Menschen.
Durch die Beibehaltung der Lichtmetapher lux wird die Vergänglichkeit
deutlich, und damit wird die wahre Grenze der das Gedicht einleitenden
Euphorie aufgezeigt. Die ungewisse Dauer des Glücks markieren die
Konjunktionen cum semel und das auf „Lebenslicht“ bezogene Attribut breuis
(v. 5). Der Tod, dargestellt als Nacht (nox, v. 6), lässt sich zwar nicht
aufhalten,13 jedoch bildet gerade diese Zeitlichkeit eine Folie, auf der die
unbeschwerten – wenn auch kurzen – „Lichtaugenblicke“14 mit Lesbia als so
kostbar empfunden werden.
Die Thematik lässt die Verse 4–6 zu einem Scharnier für das gesamte Carmen
werden. Mit der festgesetzten Grenze des Lebensgenusses erscheint dieser in
den ersten drei Versen in umso bunteren Farben; die konservativen senes
hingegen als Repräsentanten des Normengebäudes der späten römischen
Republik wirken deutlich blasser und nichtiger gegenüber der neoterischcatullschen
Lebensform, die nur von dem Tod ausgebremst werden kann.
Die soles werden zwar mit Licht in Verbindung gebracht, doch leitet deren
Untergang zu der Nacht über und steht als Metapher für den Tod im
Vordergrund.15 Sie repräsentieren die Natur im Sinne der Wirklichkeit, die
von der älteren Generation dominiert wird. Catull hingegen bringt seine
Ablehnung gegenüber den „Alten“ nicht nur dadurch zum Ausdruck, dass er
ihrem „Geschwätz“ (vgl. v. 3) keine Beachtung schenkt, sondern auch durch
die negative Konnotation der soles; in der Welt der ausgehenden römischen
12 Handschur (1970: 87) verweist auf den „engen Zusammenhang“ von Licht und Leben bei
Homer und Hesiod; das Sonnenlicht bilde als Metapher für die Schönheit des Lebens einen
Kontrast zur Unterwelt.
13 OLD s. v. nox 1197.
14 Syndikus (2001 I: 94).
15 Syndikus (2001 I: 93), Segal (1975: 270).
Hild, Die Bedeutung von Lichtmetaphern in Catulls Lesbia-Gedichten
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Republik kann Catull keine Freude erfahren. Im Kontrast zu der Abwertung
der soles steht der Begriff lux, der durch seine relativ kurze Lebensdauer ein
geradezu rauschhaftes Auskosten des Glücks in Form von „Kusskanonaden“
(vgl. vv. 7-9) zu rechtfertigen scheint. In der römischen Gesellschaft herrscht
ein Wertekodex, den es zu überwinden gilt. An die Stelle der Ewigkeit
verheißenden Sonnen tritt das kurze Licht, die Ideen der neuen Generation;
quantitativ haben sie nicht viel auszurichten, doch qualitativ leuchten sie
intensiv hervor. Vor dem Hintergrund des literarischen Programms wird die
ältere Generation in die Nähe der soles, damit der Nacht und schließlich auch
in die Nähe des Todes als Negation des neuen jugendlichen Denkens gerückt,
das als Licht in seinem Neuwert einen generationellen Gegenpol bildet.
Carmen 5 präludiert in seiner Gegenüberstellung der Begriffe soles und lux die
Tragweite der „Lichtquellen“, die innerhalb der Lesbia-Gedichte in unterschiedlichen
Facetten entfaltet werden.
3.2. Carmen 8
In c.816 sind die soles als Lichtmetapher in einen Kontrast zwischen dem Einst
und dem Jetzt eingebunden. Die Aufforderung, „hart zu bleiben“ und Lesbia
nicht nachzutrauern, wird durch ein Abgleiten in die Vergangenheit
geschwächt; frühere schöne Momente bezeichnet der Sprecher als strahlende
Sonnentage (fulsere candidi soles, vv. 3.8), an die er mit Wehmut zurückdenkt.17
Die Erwähnung dieser Augenblicke umrahmt Ausdrucksformen einer
glücklichen Zeit mit der geliebten puella, die an die Symbiose von Liebe und
Leben aus c.5 erinnert.18
16 Die fünf Gliederungsabschnitte des Gedichts orientieren sich überwiegend an den
wechselnden Tempora. Nach der Anforderung des Sprechers an sich selbst, Verlorenem
nicht nachzutrauern (vv. 1-2), hält er sich die im Vergleich zur Gegenwart glückliche
Vergangenheit mit der puella vor Augen (vv. 3-8), die sich jedoch, gemäß der Ausgangslage
von c.8, „nun“ von dem Sprecher abgewendet hat (vv. 9-11). Obwohl er sich dazu
überwinden muss, bestätigt er seinerseits die Trennung und malt seiner einstigen Geliebten
ihre neue Zukunft ohne ihn aus (vv. 12-18). Das Gedicht schließt mit einer an den Beginn
anknüpfenden Ermahnung, sich mit der Trennung abzufinden (v. 19). Ähnlich Thomson
(21998: 226), anders Syndikus (2001 I: 107-110).
17 Clarke (2003: 83) interpretiert die Kombination von fulsere und candidi als „atmosphere of
brightness and happiness“.
18 Es soll davon abgesehen werden, den Ich-Sprecher als „sentimental“ zu bezeichnen.
Sentimentalität stellt eine Verklärung von Vergangenem dar, wenn eine gegenwärtige
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Der Kontrast der Tempora stellt sich auch als ein Kontrast der Emotionen dar.
Während die soles-Momente Freude ausdrücken, vermitteln die dieser Episode
vorangehenden und folgenden Verse Trauer, die besonders durch das auf den
Sprecher bezogene Adjektiv miser zum Ausdruck gebracht wird (vv. 1.10).
Interpretiert man die Episode der „vergangenen“ glücklichen Zeit mit der
puella isoliert,19 könnte man zu dem Ergebnis gelangen, dass die Freude
verkörpernden soles sich positiv auf die negative Grundstimmung von c.8 und
damit auf den Versuch auswirkten, sich mit dem „Verlorenen“ abzufinden.
Betrachtet man jedoch c.8 als Ganzes, liegt das eigentliche Bestreben des
Sprechers nicht in der Erinnerung an eine vergangene glückliche Zeit, sondern
in der Akzeptanz der Gegenwart, die zwar ohne die puella unangenehm wirkt,
aber in der gemäß der beschriebenen Trennung in ihrer Widrigkeit
angenommen werden muss, um sich von der emotionalen Abhängigkeit von
der Geliebten freizumachen.20
Catulls neues generationelles Denken wird durch die „Idee Lesbia“
propagiert. Dieser jedoch war auf dem Parkett der späten Republik kein
ausreichender Nährboden beschieden; sie war zu neu und damit zu
fremdartig, um eine breite gesellschaftliche Akzeptanz – und damit Dauer –
zu erlangen; nur punktuelles, intensives Hervorleuchten – wie ein lux – in der
Art eines Protestes war als Artikulation der Jugend möglich.
Die soles sind assoziativ zu c.5 und so negativ besetzt: Sie erinnern in c.8 nicht
an die Vergänglichkeit, sondern an eine Vergangenheit, die isoliert zwar
Situation emotionale Bedürfnisse unerfüllt lässt: ausführlich Steffen (2005: bes. 5-15) und
Fuchs/Lévy (1998: bes. 97-98, 121-122). Die Anwendung des Begriffs auf c.8 würde jedoch
einer chronologisch-biographischen Interpretation Vorschub leisten. Gerade im Zug eines
Generationskonflikts als Interpretationsrahmen nehmen – wie in c.5 bereits aufgezeigt –
temporale Gegensätze eine adversative Nuance ein, i. S. eines „Jetzt“ der neuen und eines
„Damals“ der älteren Generation.
19 Der dem Artikel zugrunde liegende Interpretationsansatz distanziert sich von der
besonders in den 1970er Jahren geläufigen Annahme, die Carmina Catulli als ein
authentisches Dokument zu betrachten (besonders Büchner 1976), wonach die Lesbia-
Gedichte, die historische Beziehung zwischen Catull und der vermutlichen Inhaberin des
Pseudonyms Clodia Pulcher (dazu ausführlich Deroux 1973) in der Art eines
„Liebesromans“ nachzeichnen. Der jüngste Verfechter der Romanthese ist Lieberg (2004).
20 Syndikus (2001 I: 108-109): „Und auch wenn in Vers 10 eine Wendung der Liebesdichtung
anklingt, ist das keine Aufhellung mehr: Catull will von einer so unvernünftigen Liebe, die
der Geliebten, auch wenn sie abweisend ist, noch sehnend nachfolgt, nichts mehr wissen; er
scheint ganz zu kühler Vernünftigkeit entschlossen.“
Hild, Die Bedeutung von Lichtmetaphern in Catulls Lesbia-Gedichten
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einträchtiges Glück vortäuscht, die jedoch im Gesamtkontext der Intention des
Sprechers gegenübersteht und demnach in ein schlechtes Licht gerückt wird.
Es gehört zu den neuen Idealen des Neoterikers Catull, eine Partnerschaft zu
zeichnen, bei der dem Mann die unterlegene Stellung zukommt und er so
trotz des Wunsches nach einer dauerhaften Beziehung nur eine kurze Affäre
genießen kann.
3.3. Carmen 68
Innerhalb von c.6821 tritt die Lichtmetapher für die Geliebte und die von ihr
ausgehende positive Stimulanz an zwei Stellen auf und unterstreicht beide
Male den Stellenwert der puella für den Sprecher als strahlende Göttin bzw.
„Lichtgestalt“. Vers 132 nimmt mit der Beschreibung des Kommens der
Geliebten (lux mea) die in Vers 70 erwähnte Thematik (mea candida diua) auf.
Die puella erfährt durch ihren Lichtglanz eine göttliche Überhöhung, die an die
Beschreibungen von Liebesgottheiten in der griechischen Dichtung erinnert;
hier hat die Lichtmetapher demnach einen allusiven Charakter.22 Der Sprecher
21 In c.68 antwortet Catull auf einen Brief seines an Liebeskummer leidenden Freundes
Allius. Das gesamte Gedicht umfasst 160 Verse, die sich eindeutig in neun Teile gliedern
lassen: 1. Die Eingangsepistel (vv. 1-40), 2. Der Preis für Allius‘ Hilfe (vv. 41-50), 3. Allius‘
Hilfe in Catulls Not (vv. 51-66), 4. Die Begegnung mit der Geliebten (vv. 67-72), 5. Der
Vergleich mit Laodamia (vv. 73-86), 6. Die Klage um den Bruder (vv. 91-100), 7. Bilder der
Leidenschaft (vv. 101-130), 8. Reflexionen über die Liebe (vv. 131-148), 9. Der Gedichtschluss
(vv. 149-160). Ähnlich Syndikus (2001 II: 288-293), anders Thomson (21998: 472-488).
22 In der griechisch-hellenistischen Literatur wird die Ausstrahlung von Aphrodite mit
Lichtmetaphern untermalt, um ihre Göttlichkeit hervorzuheben; dazu Hild (2012). Ihre
„strahlende“ Schönheit wird dabei oftmals durch den starken Glanz ihrer Ornamente zum
Ausdruck gebracht. Vgl. z. B. Homer, Hymn. 5, 84-90:
84 Ἀγχίσης δ᾽ ὁρόων ἐφράζετο θαύμαινέν τε
εἶδός τε μέγεθός τε καὶ εἵματα σιγαλόεντα.
86 πέπλόν μὲν γὰρ ἕεστο φαεινότερον πυρὸς αὐγῆς,
εἶχε δ᾽ ἐπιγναμπτὰς ἕλικας κάλυκάς τε φαεινάς,
88 ὅρμοι δ᾽ ἀμφ᾽ ἁπαλῇ δειρῇ περικαλλέες ἦσαν
καλόν, χρύσειον, παμποίκιλον: ὡς δὲ σελήνη
90 στήθεσιν ἀμφ᾽ ἁπαλοῖσιν ἐλάμπετο, θαῦμα ἰδέσθαι.
(„Als Anchises sie gesehen hatte, staunte er über ihre große Gestalt und ihre schimmernden
Kleider; denn sie trug ein Gewand, das heller glänzte als Feuer, im Ohr waren funkelnde
Blüten, um ihre Arme Reifen gewunden, und umschlungen war ihr zarter Hals von
herrlichen Ketten aus Gold und farbigen Steinen: wie der Mond strahlte es um ihre zarten
Brüste, ein Wunder zu schauen“; eig. Übersetzung)
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weist sich damit die Rolle eines niederen Menschenwesens zu, das seine
Existenz und sein Glück von dieser Frau abhängig macht.23 Das Motiv erinnert
an c.51, eine Nachdichtung der Sappho-Ode frg. 31 LP, und hinsichtlich der
Lichtmetaphern an c.8: In jenem Gedicht verrät die Wendung quo puella ducebat
(v. 4), dass sich die „strahlenden Sonnentage“ immer nur dann ergeben, wenn
es der puella beliebt.24
Ihr Stellenwert als lux mea wird auch im letzten Vers der Allius-Elegie (v. 160)
hervorgehoben: Da sie wichtiger als das Leben des Sprechers ist (qua uiua
uiuere dulce mihi est), kommt ihr eine übermenschliche Macht zu, die die
Interpretation der Lichtmetapher ausweitet. Es scheint demnach, als ob die
puella es vermöge, die Gefühlslage ihres Geliebten wie ein Licht zu erhellen –
oder auch zu verdunkeln. Damit wird sie über-natürlich und als lux für das
Leben des Sprechers ebenso maßgebend wie für das Oeuvre des Dichters
Catull, für den die neue Form einer Partnerbeziehung als generationsstiftende
Größe und Gegenpol zu dem vorherrschenden Traditionalismus gilt.
3.4. Carmen 107
In c.10725 sind die Lichtmetaphern lux und candidus in einen Ausruf
eingebettet, mit dem der Sprecher seine Freude über die Rückkehr der puella
bekundet (v. 6):26 o lucem candidiore nota! Im Kontext des Gedichts stellt sich
Ausführlich Richardson (1974: 208-209), Fröhder (1994: 269-272). Vgl. auch Aeschylus, Pers.
300-301: ἐμοῖς μὲν εἶπας δώμασιν φάος μέγα // καὶ λευκὸν ἦμαρ νυκτὸς ἐκ μελαγχίμου
(„Meinem Haus strahlt durch dein Wort ein großes Licht // und ein weißer Tag aus einer
tiefschwarzen Nacht“). Dazu Hall (1996: 132). In der römischen Liebeselegie wird die puella
auch oftmals als Licht bezeichnet, um den Stellenwert im Leben des poeta/amator
hervorzuheben: OLD s. v. lux 1054.
23 Dieses problematische Verhältnis findet für Clarke (2003: 60) eine Bestätigung in v. 148
(quem lapide illa dies candidiore notat): „Catullus comes to the realisation that he and Lesbia
were never actually married and he states that he will be satisfied if she just gives to him the
days she marks out with a whiter (candidiore) stone. […] It signals a significant change in
Catullus’ attitude to his relationship with Lesbia.“
24 Treffend Krésic (1981: 305): „[…] il semble trotter docilement comme un petit chien
derrière sa puella dans son servitium amoris.”
25 Das Gedicht gliedert sich in zwei Teile: Auf die Überraschung und die große Freude über
die unvermutete Rückkehr Lesbias (vv. 1-6) folgt die rhetorische Frage, wer sich nun
glücklicher als der Sprecher nennen könne (vv. 7-8). Ähnlich Syndikus (2001 III: 118-119),
anders Thomson (21998: 542).
26 Clarke (2003: 60).
Hild, Die Bedeutung von Lichtmetaphern in Catulls Lesbia-Gedichten
55
das Glück ganz unvermutet ein, das aufgrund seiner unberechenbaren
Zerbrechlichkeit umso wertvoller erscheint. Mit einer assoziativen Funktion
knüpft die inhaltliche Tragweite von lux an c.5 an, wo ebenfalls das Auskosten
des Glücks, das sich durch die Nähe der wohlgesonnenen puella einstellt,
aufgrund seiner Vergänglichkeit im Überschwang genossen werden muss; lux
lässt sich an dieser Stelle auch als „Tag“ im Sinne eines „Glückstages“
interpretieren.27
Eine weitere Verbindung zu der Thematik der puella diuina wird durch
candidus hergestellt. Das Adjektiv spannt eine Klammer zwischen den soles
und lux, indem es innerhalb der Lesbia-Gedichte im Zusammenhang mit
beiden Lichtmetaphern auftritt. In c.107 wird die glückliche Gefühlslage des
Sprechers wegen der positiven Stimulanz der Geliebten in einem Jubelschrei
zusammengefasst, in dem lux und candidus in einem Atemzug genannt
werden.28 Gerade weil der „Glückstag“ mit candidus charakterisiert wird,
erfährt sowohl der Rang der puella diuina als auch dessen Tragweite innerhalb
des catullschen Programms eine Akzentuierung, das eine neue Form der
Partnerbeziehung im Kontrast zu dem Normengebäude der späten römischen
Republik bezüglich der Dominanz der Frau definiert.
3.5. Carmen 13 und 86
Ergänzend zu der Interpretation von c.107 erweist sich c.1329: Die Bezeichnung
candidus wird nicht nur auf die „Mädchenunterhaltung“ angewendet (candida
puella, v. 4), sondern spannt auch einen Bogen zu den Utensilien, die – gemäß
der Auffassung des Sprechers – eine gute Atmosphäre für ein Gastmahl
schaffen und den Eingeladenen als dazu würdig erweisen: et uino et sale et
27 OLD s. v. lux 1054, Clarke (2003: 60, 310). Clarke (ebd.: 60) sieht in candidiore eine klare
Anspielung auf die Emotion Freude, wie sie in c.68, v. 148 (quem lapide illa dies candidiore
notat) zum Ausdruck gebracht wird.
28 Thomson (21998: 543). Syndikus (2001 I: 119 Anm. 7): „In dem Ausruf […] ist das Bild vom
weißgezeichneten Tag in c.68, 148 und die Lichtmetaphern in c.68, 132 und 160
zusammengefallen; auch die Vorstellung vom Teuersten findet sich hier wie dort: c.68, 159
carior me ipso; c.107, 3 carior auro.“ Vgl. OLD s. v. candidus 265.
29 Das Gedicht gliedert sich in zwei Teile: Der Sprecher kündigt Fabullus ein Gastmahl an,
dessen Üppigkeit jedoch von den Schenkungen des Gastes abhängen werde (vv. 1-8); im
Gegenzug und als Ausgleich für seinen Materialaufwand wird Fabullus ein Parfüm der
puella erhalten, das von den Liebesgöttern stammt und deshalb wahre Verzückung
verspricht (vv. 9-14). Ähnlich Syndikus (2001 I: 131), Thomson (21998: 242).
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omnibus cachinnis // … uenuste noster (vv. 5-6). Indem Catull typische
neoterische Attribute30 mit der candida puella in eine direkte Verbindung
bringt, wird das „strahlend Weiße“ zu einem Grundmerkmal für die Geliebte
als Ausdruck eines dichterischen Programms, das sich in der Interdependenz
von amare und uiuere (vgl. c.5) konstituiert.
Dies wird auch in c.8631 offenkundig: Catull begrüßt zwar das allgemeine
positive Urteil über die „schöne“ Quintia mit candida, jedoch stellt er Lesbia als
„vollkommene“ Schönheit schlechthin dar, indem mica salis und uenustas als
die für weibliche Anmut entscheidenden Attribute benannt werden.
In beiden Carmina erscheint candidus als eine funktionale Metapher und
drückt erst dann „Ausstrahlung“ im Sinne Catulls aus, wenn der „Glanz“
durch neoterische Identitätskriterien vollendet wird.32 Somit gewinnt der neue
generationelle Eigenwert an Kontur und erscheint als Gradmesser des
Generationskonflikts.
4. Licht und generationelle Identität
Wenn nun wie in c.107 die Freude über die Rückkehr als Bekenntnis zu der
neoterisch-catullschen Identität mit lux als „strahlender Glückstag“ in
Einklang gebracht wird, deckt dies den Stellenwert des neuen Dichterkreises
in Rom auf: Er ist – wie eine breuis lux –„unvorhersehbar vergänglich“, d. h. er
kann sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gegenüber den
vorherrschenden Normen und der gängigen Literatur behaupten; aber genau
aus diesem Grund setzt er sich so intensiv mit der kunstvollen Ausdeutung
des Augenblicks auseinander.
Der Interpretationsansatz ließe sich fortsetzen, indem diese Ergebnisse auf die
soles und ihren Untergang übertragen werden. Sieht man die Sonne als eine
30 Vgl. besonders c.36, c.50 und c.86, die die Identität des neoterischen Programms mit
entsprechenden Begrifflichkeiten in Abgrenzung zu der römischen Gesellschaft
akzentuieren. Ausführlich Syndikus (2001 I: 38-39), ähnlich Thomson (21998: 516).
31 Das Gedicht weist ein ähnlich zweigeteiltes Schema auf: Einer Quintia, die nach
allgemeiner Ansicht als formosa und candida gilt, wird eine vollkommene Schönheit
abgesprochen, da ihr uenustas und mica salis fehlten (vv. 1-4). Lesbia hingegen überrage an
Reizen nicht nur sie, sondern sämtliche Frauen (vv. 5-6). Ähnlich Thomson (21998: 516),
anders Syndikus (2001 III: 60-61).
32 Clarke (2003: 53): „Thus candida in this case is a deprecatory term, having here
connotations of an appeal that does not necessarily go beyond the physical.“
Hild, Die Bedeutung von Lichtmetaphern in Catulls Lesbia-Gedichten
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Intensivierung des Lichts im Sinne der Freude hervorrufenden „Lichtgestalt“
Lesbia an, so bedeutet ihr Untergang zugleich das Scheitern des catullschen
Modells der neuen Form der Partnerbeziehung innerhalb des römischen
Wertesystems. In diesem Staat ist dem Vorläufer des elegischen Systems
(noch) keine Dauer beschieden. Der Grundsatz moribus antiquis stat res Romana
uirisque (Cicero, de re publica 5,1) stellt keinen dauerhaften Nährboden für die
neuen neoterischen Werte dar. Diese Worte propagieren ein gesellschaftliches
Ideal, das in erster Linie auf der Vergangenheit gründet: Die Gesetze und
Wertvorstellungen der Vorfahren, das mos maiorum, galt es zu bewahren und
von Neuem, das vielfach mit dem Umsturz der bestehenden Ordnung – res
nouae – in Verbindung gebracht wurde, abzugrenzen. Dementsprechend
versuchte man, jede neue heranwachsende Generation mittels einer strengen
traditionalistischen Steuerung in die Wege der Väter und Vorväter zu lenken,
die es zu verteidigen galt. Die auf der mos maiorum gründenden mores und die
entscheidungsgebenden maiores gehörten untrennbar zusammen.33
Vor diesem Hintergrund erscheint das neue Programm der Neoteriker
vergänglich und muss gerade deshalb – seinem drohenden Untergang zum
Trotz – so intensiv zelebriert (c.5, c.68) oder – bei seiner „Rückkehr“ im Sinne
einer unerwarteten Aufwertung – bejubelt werden (c.107). Das neoterische
Gedankengut, das Catull zu einer Vorstufe der römischen Liebeselegie
ausbaute,34 stellt zum jetzigen Zeitpunkt nur ein „kleines Licht“ dar; es ist
noch nicht fähig, auf dem literarischen und geistigen Boden der späten
römischen Republik Fuß zu fassen. Dementsprechend leuchtet es in den
Lesbia-Gedichten als ein Ausdruck von Catulls generationellem Identitätskriterium
stets nur kurz, dafür aber umso intensiver auf. Die soles hingegen
akkumulieren in ihrem metaphorischen Gehalt Catulls Bekenntnis zu Lesbia,
die als literarisches Konstrukt Modellcharakter für die neoterische Idee besitzt;
die wird jedoch so stark beeinflusst durch das dominierende Denken der
älteren Generation, dass sie „untergehen“ muss. Dieses Scheitern als ein
Ereignis des Generationskonflikts findet wiederum eine Entsprechung in der
Beziehung zwischen Lesbia und dem Ich-Sprecher, der zwar auf ein aeternum
sanctae foedus amicitiae (vgl. c.109) hofft, sich jedoch als einer von vielen
Liebhabern nur mit kurzen Zuwendungen der puella zufriedengeben muss.
33 Bettini (2000: 321). Ausführlicher Brandt (22009: 141-159).
34 Ausführlich Miller (2007).
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Eine besondere Variante der Lichtmetapher soles bietet c.1135. Vor der
Interpretation der relevanten Textstelle ist ein kurzer Überblick über die
Überlieferungsgeschichte des Catullbuches hilfreich. In der heutigen
Forschung gilt der überwiegende Teil des Corpus Catullianum als von Catull
selbst angeordnet,36 darunter die Carmina an Lesbia innerhalb des
Gedichtblocks c.1–c.14.37 Syndikus (2000 I: 64) bezeichnet davon die Lesbia-
Gedichte 2–11 als „Ouvertüre“ und damit als Querschnitt des gesamten
Gedichtbuchs hinsichtlich der Themen und des dichterischen Programms.
Dabei nehmen die Lesbia-Gedichte eine zentrale Stellung ein, wobei ihre
Anordnung als eine chronologische Liebesbeziehung von glücklichen
Anfängen bis zu einem bitteren Ende erinnert; c.11 stellt innerhalb eines
solchen libellus das letzte Gedicht, in dem Lesbia namentlich genannt wird, dar
und somit das Fazit dieses „Projekts“.
Das Scheitern der neoterisch-catullschen Idealbeziehung wird nicht nur
inhaltlich, sondern auch durch einen verdeckten Verweis auf die
Lichtmetaphern soles offenkundig: Die Aufzählung der Orte, zu denen Furius
und Aurelius bereit wären, den Sprecher zu begleiten, wandert –
entsprechend dem Verlauf der Sonne – von Osten nach Westen. Sweet (1987:
527) und Commager (1997: 232) ziehen daraus den Schluss, dass Catull damit
einen Bezug zu Lesbia setzt, die ebenso wie die Sonne – nach einem Aufgang
und ihrer „eintäglichen“ Glut – untergegangen ist.
Innerhalb dieser „Ouvertüre“ bzw. dem libellus c.1–c.14 dominieren in den
von Lesbia handelnden Gedichte die soles: Den Auftakt gibt c.5, in dem
einmalig die Begriffe soles und lux zusammen auftreten und damit auf die
Bedeutung des Lichts für die literarische Beziehung des Sprechers zu seiner
puella hinweisen. In c.8 treten nur noch die soles auf und künden in
Verbindung mit candidus das Scheitern der Verbindung mit Lesbia an, das in
35 Das sechs Strophen umfassende Gedicht kann in drei Teile gegliedert werden: Der
Sprecher wendet sich an Furius und Aurelius und legt in einem vier Strophen andauernden
Satz ausführlich deren Treue (vv. 1-12) offen. Ihre Zuverlässigkeit als comites rechtfertigen
den an sie ergehenden Auftrag, der puella eine Nachricht zu übermitteln (vv. 13-16): Sie solle
sich in bacchantischer Manier mit ihren Liebhabern vergnügen und nicht mehr auf
Gegenliebe des Sprechers hoffen (vv. 17-24). Ähnlich Syndikus (2001 I: 121), Thomson (21998:
235).
36 Den neuesten Überblick über die Diskussion gibt Skinner (2007).
37 Hubbard (2005: 253-262), Stroh (1990: 136-143).
Hild, Die Bedeutung von Lichtmetaphern in Catulls Lesbia-Gedichten
59
c.11 vollendet wird. In diesem Gedicht wird zudem die Nennung der Orte in
eine auffallend pathetische Formel gebracht. Man könnte zu dem Schluss
kommen, dass die Idee symbolisch von der damaligen vorherrschenden
Geisteshaltung literarisch zu Grabe getragen wird – von dem das römische
Werte- und Normensystem repräsentierenden pathetischen Epos.
Dass dieses Programm dennoch weiterlebt und zudem als Kriterium für
„Anmut“ und „Witz“ herangezogen werden kann, verdeutlicht c.13, in dem
eine candida puella mit dem Attribut elegans in Verbindung gebracht wird, das
allerdings sehr wohl als (alt-)römisches Kriterium galt.38 Syndikus (2001 I: 133)
formuliert treffend, dass Catull „in diesem Gedicht den ‚gesunden
Menschenverstand‘ seiner Umgebung, der ihm oft genug auf die Nerven
gegangen sein mochte, bewußt provozieren [wollte].“ Genau das entspricht
dem neoterischen Selbstverständnis, sich von der bestehenden Gesellschaft,
die von der älteren Generation dominiert und repräsentiert wurde, durch
Provokation abzusondern.
5. Zusammenfassung
Im Kontext der Lesbia-Gedichte kommt den Lichtmetaphern eine mehrfache
Bedeutung zu. Zum einen stehen sie für glückliche Momente mit der
Geliebten, die als „Lebenslicht“ sowohl einen gravierenden Part in der
Existenz des Sprechers und damit in der Poetologie des Dichters Catull
einnimmt, und die – in Anlehnung an griechisch-hellenistische Darstellungen
der „strahlenden“ Aphrodite – gemäß dem neoterisch-catullschen Programm
als puella diuina gezeichnet wird. In ihrer Funktion sind diese Metaphern
assoziativ, um die Kontur der Lesbia-Gedichte als Ausdruck eines
dichterischen Programms zu schärfen, das besonders durch seine
Subjektbezogenheit neue Wege beschritt; die bewusste Umdeutung des
bekannten Motivs der strahlenden Aphrodite wird durch den allusiven
Charakter der Lichtmetapher lux verdeutlicht. Funktionalisiert wird ein
Begriff des Glanzes dann, wenn der Eigenwert der Neoteriker in Abgrenzung
zu der literarisch „älteren“ Generation betont werden soll.
Die Spannungen zwischen der neuen und älteren Generation schlagen sich in
dem intentionalen Gehalt der Lichtmetaphern nieder; die Sonne, als Quelle
38 Syndikus (2001 I: 133).
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des Lichts überwiegend positiv besetzt, ist unter dem Einfluss des sich in den
Lesbia-Gedichten spiegelnden Generationskonflikts negativ konnotiert. Wie
aufgezeigt werden konnte, ist eine umfassende Deutung der Lichtmetaphern
im Zusammenhang mit dem Stellenwert der subjektiven Liebespoesie Catulls
im Rahmen des Dichterkreises der poetae noui möglich, der sich in einem
antiken Generationskonflikt mit der späten Republik befand. Dieser Staat
stand steif auf den bröckelnden Säulen des altrömischen Traditionalismus und
der literarischen Form des Epos. Für das neue Wertesystem des Neoterikers
Catull war die Zeit noch nicht gekommen, um literarisch zu überleben bzw.
um – wie die Sonne – zu „leuchten“. Die „Idee Lesbia“ ebnete zwar den Weg
für die spätere römische Liebeselegie, jedoch war sie zu Lebzeiten Catulls dem
Untergang geweiht – sie glänzte nur kurz, dafür umso intensiver.
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