Susanne Beckmann (2001): Die Grammatik der Metapher. Eine gebrauchstheoretische Untersuchung des metaphorischen Sprechens, Tübingen, Niemeyer, 241 S.

Abstract:

Die aus einer Münsteraner Dissertation hervorgegangene Arbeit von Susanne Beckmann befasst sich mit den Prinzipien und Regelhaftigkeiten, die metaphorischem Sprechen zugrunde liegen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie nicht nur das Verstehen, sondern auch das Bilden von Metaphern adäquat beschrieben werden kann. Die Verfasserin arbeitet hierzu mit einem pragmatischen Modell, das viele Ansätze aus der Sprachphilosophie Ludwig Wittgensteins enthält. Mit ‚Grammatik‘ wird also, Wittgenstein - und nicht der weit verbreiteten strukturalistischen Lesart - folgend, ein handlungstheoretisches Konzept verbunden, das den Gebrauch (vor allem) der Wörter in einer bestimmten Situation zum eigentlichen Anknüpfungspunkt der Analyse macht (S.10-14). Auf der Grundlage einer solchermaßen gebrauchs- oder auch kommunikationstheoretischen Orientierung werden die Voraussetzungen – Beckmann spricht von ‚kommunikativen Settings‘ (vgl. dazu ausführl. im weiteren Text) – und Verwendungsbedingungen untersucht, die im Bildungs- und Verstehensprozess von Metaphern vorliegen (S.71-146). Das Modell wird schließlich am Beispiel der Metapher Datenautobahn exemplarisch angewendet. An einem Korpus aus Zeitungstexten sollen die verschiedenen Phasen aufgezeigt werden, die die Metapher im Sprachgebrauch gewissermaßen durchläuft: von der Einführung über die Habitualisierung bis zur Konventionalisierung (S.147-189). Allerdings hätte man sich gerade den empirischen Teil, der insgesamt nur etwa 20% des Gesamttextes ausmacht, angesichts der Zielsetzung der Untersuchung etwas ausführlicher gewünscht. Von der Verfasserin selbst wird diese Disproportion, die ja auch als Hinweis auf Schwierigkeiten bei der Umsetzung theoretisch durchaus einleuchtender Konzepte gedeutet werden könnte, nicht thematisiert.

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Seite 109